Highspeed-Hype um Hayabusa & Co

Foto: Suzuki
Es begann 1999 – mit der Suzuki Hayabusa. Dem ersten Serienmotorrad, das Tempo 300 lief. Für die Sensationspresse ein gefundenes Fressen: »Selbstmordmaschine, Motorrad-Rakete, Todesgerät« titelte sie. Getoppt von Toni Mangs unseligem Autobahn-Ausritt für Pro 7, bei dem er mit der 1300er kurzerhand eine vierte Spur eröffnete. Wie wild stürzte sich danach der Boulevard auf den ersten tödlich verunglückten Hayabusa-Fahrer, der keineswegs beim Speeding ums Leben kam, sondern dem ein Auto die Vorfahrt nahm.

Aufgeschreckt von der Diskussion, beendeten der europäische Herstellerverband und die japa­nischen Marken das Wettrüsten mittels freiwilli­ger Selbstbeschränkung auf 299 km/h. Triumph stoppte die Entwicklung eines serienreifen Prototyps, der sogar die 200-Meilen-Schallmauer (320 km/h) knacken sollte.

Hayabusa & Co rücken seitdem mit Speedcuttern aus, die Anzeige von 300 und mehr wurde von den Tachos verbannt, und in der Werbung heißt es nur noch: »Spitze über 200 km/h«. So verschwand das 300er-Thema in der Mottenkiste. Aktuell sorgt MV Agusta für einen Skandal im Sperrbezirk, zielt mit der 312 nach der Lufthoheit über den Biker-Stammtischen. Die freiwillige Selbstbeschränkung hat MV nie unterschrieben – marketingtechnisch sicher nicht ohne Grund. Schon für die F4 1000 R wurden 301 angegeben. Aller­dings eher ein Sturm im Wasserglas: Selbst die F4 R 312 schafft nicht mehr als 295 km/h.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel