Honda CBR 600 F Die erste Überraschung

Ein wahres Multitalent, diese CBR. Nicht umsonst als Siegerin des Vergleichstests in MOTORRAD 26/1998 gekürt. Hier aber tut sie sich trotz unerreichten Handlings etwas schwer. Mit einer Rundenzeit von 1.36,24 gibt’s statt Lorbeer die rote Laterne. Wie kann das sein? Schließlich war sie beim letzten Aufeinandertreffen genau auf der gleichen Strecke deutlich besser bei der Musik. Ein Grund: die Bereifung. Der neue Pirelli Dragon EVO in Standardmischung macht auf der CBR einen zu harten Eindruck. Wobei nicht die Härte der Gummimischung, sondern die der Karkasse gemeint ist. Auf den kurzen Wellen am Kurvenausgang rubbelt die Hinterhand beim Gasanlegen ständig weg. Problem Nummer zwei: mangelnde Bodenfreiheit. Richtig peinlich dabei ist, daß es nicht etwa der praktische Hauptständer ist, der den Asphalt zerfurcht, sondern der stählerne Auspufftopf. Höhenverstellung? Is nich. Zumindest nicht ohne Bastelarbeiten. Und die sieht das Reglement nicht vor.Ein echtes Sahnestück ist der Motor. Vor allem im mittleren Drehzahlbereich weiß er zu begeistern und erspart, wie der Ducati-V2, seinem Piloten so manches Schaltmanöver. Das ist auch gut so, denn gelegentlich rastet der vierte Gang beim hektischen Schalten nicht ganz sauber ein, und es muß nachgetreten werden. Alles in allem ergattert die Honda aber immerhin den dritten Platz in der Beliebtheitsskala.

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