Honda Hornet 600 ABS

Reihenvierzylinder, 599 cm3, 102 PS bei 12000/min, 64 Nm bei 10500/min, Sechsganggetriebe, Kettenantrieb, Gewicht 207 kg, 0–100 km/h 3,5 sek, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h, Verbrauch 4,4 Liter/100 km (Normal), Preis 8360 Euro

Jahrelang war die Hornet 600 das meist-
gekaufte Motorrad in Europa. Jetzt haben Hondas Ingenieure den 1998 eingeführten
Topseller grundlegend renoviert. Das sportive Naked Bike kostet zwar schon deutlich über 8000 Euro, doch ist im Preis von 8360 Euro ein feinfühlig regelndes ABS mit perfekt dosierbarer Verbundbremse inklusive. War der Rückgratrahmen bislang aus Stahl gefertigt, setzt
er sich nun aus drei verwindungssteifen Alu-
minium-Gussteilen zusammen. Der kompakte Reihenvierzylinder stammt aus der aktuellen CBR 600 RR und wurde für das Naked Bike
zugunsten einer fülligeren Drehmomentkurve aufwendig gedrosselt. Warum aus den 120 PS der »RR« keine 98, sondern ver-
sicherungsfeindliche 102 PS wurden,
ist aus deutscher Sicht allerdings unverständlich. Auf die kaum spürbaren vier Mehr-PS hätte man verzichten können.
So muss der, der die höhere Versicherungssumme nicht bezahlen will, bei
Alpha-Technik einen Drosselkit erwerben (rund 80 Euro ohne TÜV).
Der Drehzahlbereich der Hornet ist
benutzerfreundlich weit gesteckt. Ohne viel Schaltarbeit legt sie sich mächtig ins Zeug. Weich geht sie ans Gas, nervt
weder durch Konstantfahrruckeln noch durch herbe Lastwechselreaktionen.
Eher Honda-untypisch: das freche Styling der neuen Hornet. Zwei übereinander gepackte Scheinwerfer in einer windschnittigen, spitz zulaufenden Maske zeichnen ein zorniges Bild und leuchten brillant. Die abenteuerlich unter dem Motor verlegte Vier-in-eins-Auspuffanlage mit direkt hinter der Soziusraste mündendem Endrohr ist ein echter Hingucker, aber als Ersatzteil auch gut 1000 Euro teuer. Schlank und knapp wurde die Heckpartie gehalten. Trotzdem sitzt man komfortabel, auch zu zweit.
Dass weder Telegabel noch – bis auf die
Federbasis – Zentralfederbein einstellbar sind, stört nicht. Das straff, aber noch ausreichend komfortable Fahrwerk leistet sich keine Schwächen. Sicher und gutmütig ausbalanciert, wirkt es stabil, präzise und nicht unhandlich. Direkter kann eine Verbindung zwischen Mensch und Maschine kaum ausfallen.
Die Hornet 600 ist ein sportives Naked Bike, folglich nur bedingt tourentauglich. Wer lieber
bequem reist, aber in dieser Hubraumklasse auf einen Honda-Reihenvierzylinder nicht verzichten will, sollte sich die verkleidete, allerdings deutlich leistungsschwächere CBF 600 S anschauen.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote