Honda SLR 650

Wer hätte das gedacht. Die SLR erreicht unter den Einscheibenbremsen im Test die niedrigsten Temperaturen. Dabei bremst sie mit einer Festscheibe-Schwimmsattel-Kombination vorn, der simpelsten Bremskonstruktion im Vergleich. Die Scheibe mißt zwar nur 276 Millimeter, ist aber dick und kann deshalb viel Wärme aufnehmen. Entsprechend minimal ist die Fading-Neigung. Weder im Solo- noch im Zweipersonenbetrieb ist ein nennenswertes Nachlassen der Bremsleistung oder ein wandernder Druckpunkt feststellbar. Die Honda erreicht unter den stollenbereiften Enduros im Test die höchsten Verzögerungswerte. Knapp 8 m/s² bei Solofahrt sind beachtlich. Im Zweipersonenbetrieb sind es immer noch über sieben. Das kann sich sehen lassen. Nicht einmal im Extremzyklus klettert die Scheibentemperatur über 380 Grad. Im Zweipersonenbetrieb bleibt die Temperatur sogar unterhalb der bei der Solofahrt erzielten. Dies liegt, ähnlich wie bei der Aprilia Pegaso und der Kawasaki ER-5, an den niedrigeren Geschwindigkeiten, die mit Beladung von Kurve zu Kurve erreicht werden.Die SLR-Bremse ist trotz einfachster Machart die beste Einscheibenbremse im Test. Ob die anderen Hersteller wohl am falschen Ende sparen?

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