Erschienen in: 01/ 2016 MOTORRAD

Husqvarna 701 Supermoto, KTM 690 SMC R, SWM SM 650 R und Yamaha XT 660 X im Test

Einzylinder-Supermotos im Vergleich

Die KTM 690 SMC R stürmte 2015 die Verkaufshitliste. Mit Husqvarna 701 Supermoto und SWM SM 650 R frischen zwei Newcomer das bis dahin nur noch von der Yamaha XT 660 X beschickte Segment auf – und den Vergleichstest der vier begleitet ein Supermoto-Weltmeister.

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Husqvarna 701 Supermoto, Yamaha XT 660 X, KTM 690 SMC R, SWM Sm 650 R. Vier verschiedene Einzylinder Supermotos im Vergleich.

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14 Seiten Vergleichstest
aus MOTORRAD 01/2016
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Die Augen von Adrien Chareyre leuchten, als hätte er den Mount Everest bestiegen. „Sehr güt“, zieht der Franzose mit spitzbübischem Gesichtsausdruck alle Register seiner rudimentären Deutschkenntnisse. In der Tat, es war sein erster Ritt auf den Col de l’Espigoulier. Den nur 700 Meter hohen Pass nordöstlich von Marseille, Hotspot des winterlichen Testprogramms von MOTORRAD, kannte der 30-Jährige bislang nicht. Wohl auch, weil sich der Mann aus Alès in den vergangenen 13 Jahren hauptsächlich auf den Supermoto-Strecken dieser Welt aufhielt. Vier WM-Titel hat er in dieser Zeit geholt, war Werkspilot bei Husqvarna und ­Aprilia, ist seit Oktober Rennsport-Pensionär – und nun Stargast beim Supermoto-Vergleichstest von Husqvarna 701 Supermoto, KTM 690 SMC R, SWM SM 650 R und Yamaha XT 660 X.

Ist es Pflichtbewusstsein oder purer Entzug? Noch keine fünf Minuten hat die Husqvarna nach der Erstbesteigung des Passes auf dem Seitenständer gelehnt, schwingt sich Monsieur Chareyre schon wieder in den Sattel. Also güt.

Wir folgen. Hey, hier steht keine Startampel! Gedanken der Mäßigung scheinen an Adriens geistiger Firewall abzuprallen. Erst ein zu Tal schaukelndes Auto rückt das Feld der Motorräder wieder zusammen. Überschaubar ist es, das kleine Häufchen der aktuellen straßenzulassungsfähigen Einzylinder-Supermotos. Die vier füllen gerade mal den Radius einer der vielen engen Kehren auf der Passabfahrt. Von den japanischen Herstellern spielt nur noch Yamaha bei den Offroad-Derivaten mit. Doch die Yamaha XT 660 X (7670 Euro plus 1110 Euro für die Akrapovic-Anlage in der Testmaschine) stammt konzeptionell aus dem Jahr 2004, wurde seitdem nur mit einer Aluschwinge modernisiert. Vielleicht liegt die Zurückhaltung aber auch nur an der KTM 690 SMC R. Denn wo sich Nischen öffnen, füllen die Österreicher das Vakuum mit passgenau zurechtgeschnittenen Modellen. Und haben damit Erfolg.

Bestverkaufte KTM, der sensationelle elfte Platz in der Zulassungsstatistik 2015 – die 690 SMC R avancierte in diesem Jahr zum Phänomen des deutschen Motorradmarkts. Und das ohne eine technische Änderung. Die gab es mit ABS und Ride-by-Wire das letzte Mal im Jahr 2014. Oder, wenn man so will, in Form der 2015 vorgestellten Husqvarna 701 Supermoto. Technisch basiert die 701 Supermoto nämlich auf ihrer konzerninternen Schwester, unterscheidet sich von ihr nur durch die weiter über die Flanken reichende Sitzbank, einen von zwölf auf 13 Liter vergrößerten Tank, gummigelagerte Lenkerböcke sowie modifizierte Mappings und Abstimmung der Federelemente. Und im Preis. Mit 9545 Euro liegt die Husky 350 Euro über dem Tarif der mit 9195 Euro ebenfalls nicht ganz billigen KTM 690 SMC R.

SWM SM 650 R mit Husky-Single

Genau in diese Bresche schlägt die SWM SM 650 R. SWM? Ein kurzer Blick zurück bringt Aufklärung. Im Februar 2013 verkaufte BMW als glückloser Eigner von Husqvarna die defizitäre Unternehmenstochter an KTM. Die Österreicher schlossen das Werk, verwenden den traditionsbehafteten Namen seither für die auf KTM-Technik basierende Modellpalette. Die Restbestände der noch in Italien produzierten Husqvarna-Maschinen wurden abverkauft. Doch nun feiern sie Wiederauferstehung. Mit Geld von Shineray, einem der größten chinesischen Motorradhersteller, übernahm der ehemalige Husky-Chefingenieur Ampelio Macchi im September 2014 Werksgebäude und Produktionsanlagen von Husqvarna sowie die Rechte an einem alten Namen: SWM.

Insofern fällt es nicht schwer, den Stammbaum der SWM SM 650 R zurückzuverfolgen. Letztmals wurde der Single im Jahr 2012, damals als Husqvarna SMS 630, angeboten – und attackiert nun unter neuer Flagge mit einem Kampfpreis. 6740 Euro kostet die abgesehen von den in China gefertigten Teilen (Motorgehäuse, Getriebe, Kupplungsarmatur, Kunststoffteile) in Italien hergestellte Maschine.

KTM und Husky gleichen sich fast bis aufs Haar

Der Peugeot-Fahrer winkt uns freundlich vorbei. Beim Überholen kurz das rechte Bein ausgestreckt. Merci. Rechts, links, rechts, kaum ein Meter führt im oberen Teil des Passes geradeaus. Supermoto-Traumland. Wer mit diesem Quartett hier nicht angast, schubst auch Jennifer Lopez von der Bettkante. Breite Lenker, schlanke Taillen, aufrechte Sitzposition – ein perfektes Arrangement, um die Maschinen wie ein Highspeed-Metronom von einer Schräglage in die nächste zu werfen. Die beiden Österreicherinnen geben den Takt vor. Trotz der etwas weiter nach vorn gezogenen und abgerundeten Sitzbank der Husqvarna 701 Supermoto differiert das Duo im Sitzgefühl und Komfort letztlich kaum. Unterschiede generieren die nur bei der KTM 690 SMC R justierbaren und beim Testbike auf der Gabelbrücke nach vorn gesetzten Lenkeraufnahmen. Unwillkürlich bringt der KTM-Pilot dadurch mehr Druck auf die Front, wird mit einem Tick genauerer Lenkpräzision und einem klareren Feedback vom Vorderrad belohnt. Nuancen zwar, aber spürbar. Die trotzdem von dieser für Supermotos typischen Leichtigkeit überlagert werden. Mit gerade mal 156 Kilogramm, vollgetankt wohlgemerkt, kippt die KTM 690 SMC R so leicht wie ein Playmobil-Motorrad in die Kurve.

Zwei Kilo mehr – bedingt durch den um einen auf 13 Liter vergrößerten Tankinhalt sowie Unterschieden an diversen Details wie Schalldämpfer oder Kennzeichenträger – wiegt die Husqvarna 701 Supermoto. Subjektiv ist die Gewichtsdifferenz nicht zu spüren. Wohl auch, weil sich die Zwillinge trotz der proklamierten Unterschiede bei Dämpfung und Umlenkhebelei in ihrer Genetik fast bis aufs Haar gleichen. Was für Adrien und Stunt-Profi Jo Bauer wohl auch gilt. Im Parallelflug lassen die beiden KTM 690 SMC R und Husqvarna 701 Supermoto mit wimmernden Hinterradreifen in die Kurven gleiten. Was für ein Anblick! Das ABS haben die Racer längst ausgeschaltet. Müssten sie aber nicht einmal für diese Extrem-Einlagen. Quertreiber können mit einem Stecker aus dem Powerparts-Programm (92 Euro) die ABS-Regelung am Hinterrad deaktivieren. Den sportlich spät einsetzenden Blockierverhinderer am Vorderrad werden aber selbst Landstraßenräuber selten in den Regelbereich zwingen. Auch wenn sich die Fuhre mit der Kraft eines einzigen Fingers vor jeder Kehre grenzwertig zusammenstauchen lässt. Klasse. Zumal auch die Federelemente beim gehobenen Stop-and-go-Betrieb die beiden Flitzer gut ausbalanciert halten und trotz üppiger Federwege auch bei harten Lastwechseln für Ruhe sorgen. Komplett einstellbar sind Gabel und Federbein sowieso.

Gemessen an diesem sportiven Setup geht sogar der Komfort in Ordnung, lässt es sich auf den schmalen Rücken auch auf Holperpisten gut aushalten. Die im Datenblatt der Husqvarna angekündigte komfortablere Dämpfungsabstimmung und die Folgen eines nicht genauer kommunizierten längeren Umlenkhebels (MOTORRAD maß 4 mm) wirken sich allerdings weder in den Durchhangsmesswerten noch auf der Piste aus. Sei’s drum. Die Abstimmung geht auch so in Ordnung. Wenigstens tut sich die Husqvarna 701 Supermoto in anderer Beziehung gegenüber der KTM 690 SMC R hervor. Die geänderte Kühlerverkleidung erlaubt einen deutlich größeren Lenkeinschlag, reduziert den bei der KTM störend großen Wendekreis um stattliche 1,5 Meter.

SWM SM 650 R kippt noch müheloser in Schräglage

Sportsgeist versprüht auch die SWM SM 650 R. Die schlanke Sitzbank und der schmale Knieschluss erinnern eindrücklich an die offroadige Herkunft der Italienerin. Und mit 161 Kilo präsentiert sich auch die reife Dame noch in Bikinifigur. Doch wo  Husqvarna 701 Supermoto und KTM 690 SMC R vorderradbetont wie eine Trennscheibe durch die Kehren stechen, zieht die SWM fast provozierend neutral ihre Spur. Körpergewicht nach vorn verlagern, auf dem Sitz hin- und herrutschen – all das ist nicht nötig. Die SWM SM 650 R schmiegt sich förmlich an den Asphalt, findet ihre Ideallinie ganz unaufgeregt wie von selbst und bringt dadurch Ruhe in den Eckenwetz. Adrien, der inzwischen von der neuen Husqvarna auf die SWM umsattelte, ist ganz gerührt. „Das Gefühl kenne ich doch“, umschreibt der Gallier amüsiert sein Déjà-vu-Erlebnis. In den Jahren 2007 bis 2009 hatte er seine ersten drei WM-Titel auf Husqvarna geholt, fühlt sich nun auf einer Zeitreise. Ergonomie, Haptik und Fahrgefühl erinnern frappant an die schon damals in Varese gebauten Maschinen.

Was durchaus seine positiven Seiten hat. Noch lässiger als das Husqvarna 701 Supermoto und KTM 690 SMC R kippt die SWM mit dem 150er-Hinterradpneu in Schräglage, noch müheloser lässt sie sich aufrichten. Kaum zu glauben. Nur auf zermartertem Asphalt muss der SWM-Treiber an sich halten. Im Gegensatz zum komfortablen Sachs-Federbein zeigt sich die Marzocchi-Gabel stuckerig, büßt in dieser Situation vielleicht sogar für den gegenüber der Enduro-Variante um 40 auf 250 Millimeter verlängerten Federweg und chattert auf harten Wellen zur Kurvenaußenseite. Und auch vor der Kehre muss der SWM-Pilot Reserven einkalkulieren. Nicht nur, weil die Brembo-Anlage nicht so pointiert verzögert wie beim Husky/KTM-Duo und mehr Handkraft fordert, sondern weil ABS bei SWM noch kein Thema ist. Mag man den fehlenden Blockierverhinderer bei der Hardenduro-Variante noch verzeihen, kratzt das bei einem ausgesprochen sportlich ausgerichteten Supermoto-Bike doch erheblich am Image. Vom Sicherheitsgewinn gerade beim Ritt auf der letzten Rille ganz zu schweigen.

Supermoto-Feeling in Wellness-Verpackung

Was übrigens auch für die Yamaha XT 660 X gilt. ABS bleibt auch bei ihr Fehlanzeige. Seltsam, denn von Stress will die XT eigentlich ganz und gar nichts wissen. Vom Supermoto-Esprit allerdings auch nicht. Kommod wie auf einer Reiseenduro residiert es sich auf der breiten Sitzbank, der aufragende Tank zementiert die Fahrposition. An den 181 Kilo der XT prallen die wilden Supermoto-Allüren des restlichen Trios rückstandslos ab. Man muss sie verstehen, sich entspannen und ihre Vorzüge genießen. Holpriger Asphalt? Na und. Wie im Bermuda-Dreieck verschwinden Wellen, Kanten und Schlaglöcher in der weich abgestimmten konventionellen Gabel und dem nur in der Federbasis einstellbaren Federbein. Das hat was. Die Kehrseite der Medaille: Artgerechte Supermoto-Auftritte bringen die XT an ihre Grenze. Bei forciertem Tempo pumpt sie sich unwillig durch die Federwege, lässt obendrein einen definierten Druckpunkt der Vorderradbremse missen. Vielleicht gerade deshalb gilt: Wer die in Frankreich bei MBK produzierte XT laufen lässt und Schwung mitnimmt, wird den flotten Strich trotzdem finden, das Supermoto-Feeling eben in einer Wellness-Verpackung genießen.

Längst haben wir uns zur Talstation in Gémenos hinuntergeschraubt. Adrien hat schon den Blinker gesetzt. Umdrehen? Non, Monsieur. Erst mal durch das Städtchen tuckern. Und runterschalten nicht vergessen. Bummeltempo haben die dicken Singles nicht so gern. Vor allem nicht die mit 690 cm³ Hubraum größten Pötte der Husqvarna 701 Supermoto und KTM 690 SMC R. Unter 3000 Touren hacken deren Massen unwirsch auf die Kette ein. Die SWM SM 650 R profitiert hier von ihrem mit 600 cm³ etwas kleineren Eintopf, pocht erheblich geschmeidiger vor sich hin. Ganz auf feine Dame macht die Yamaha XT 660 X. Große Schwungmasse und geringe Verdichtung glätten den Auftritt des 660ers gekonnt, distanzieren die XT abermals vom restlichen Trio.

67 PS im Datenblatt, 71 PS auf dem Prüfstand

Für welches das Schild am Ortsausgang wie ein Freibrief wirkt. Endlich wieder Drehzahl und Zug auf der Kette. Man spürt: Genau dafür sind Supermoto-Bikes konzipiert. Erst recht das österreichische Randale-Duo. Als hätte jemand einen Hauch Lachgas in den Luftfilterkasten gepustet, treten die beiden Singles an, peitschen sich förmlich durch die Drehzahlleiter, halten noch mehr, als sie versprochen haben. 67 PS deklariert das Datenblatt, 71 PS drücken Husqvarna 701 Supermoto und KTM 690 SMC R auf die Rolle des MOTORRAD-Prüfstands. Obendrein noch fein serviert. Ganz sauber sprechen die Einzylinder dank Ride-by-Wire an, hängen quicklebendig am Gas. Klar, ab 6000 Touren rappelt es im Maschinenraum, erinnern die Eintöpfe nachdrücklich ans Hochschalten. Aber gern, wenn dafür nur Fingerkuppe und Zehenspitze reichen, alles federleicht flutscht und rutscht.

Alles wäre perfekt, wenn nicht ausgerechnet dieser LC4-Motor – mit Ausgleichswelle und kurzem Hub ausgestattet – in der jüngst vorgestellten Duke vibrationsärmer, spritziger und mit 75 PS noch stärker brillieren würde. Er hätte auch gut in das Fahrwerk der KTM 690 SMC R gepasst.

SWM - bassig, sonor und nie zu laut

Spekulationen beiseite, denn wieder soll sich die Husqvarna 701 Supermoto von der KTM 690 SMC R unterscheiden. Diesmal mit einem geschmeidigeren Mapping. Und wer aufpasst, der merkt, dass die Husqvarna ganz weit unten im Drehzahlkeller tatsächlich sanfter anspricht, den Motor runder laufen lässt. Doch wieder bleibt die Differenz marginal. Wie übrigens auch die gefühlten Unterschiede zwischen dem vibrationsdämpfend in Gummiblöcken gelagerten Husky-Lenker und dem starr verschraubten Pendant in der KTM. Zurück zum Mapping. Von den drei über einen äußerst popeligen Drehknopf unter der Sitzbank zu justierenden Fahrmodi kann man sich die verhaltene Regen-Einstellung sparen und je nach Gusto zwischen dem Standard- und dem letztlich kaum aggressiver ansprechenden Sport-Setting wählen.

Darüber braucht sich der SWM-Pilot keine Gedanken zu machen. Der Kombination aus Mikuni-Einspritzung und italienischer Athena-Software reicht ein Setup, um den dohc-Motor ordentlich zu füttern. Nur beim Start zickt die Elektronik etwas, verlangt selbst im warmen Zustand nach dem manuellen Choke. Seltsam, doch wer sich daran gewöhnt, kommt damit klar. Zumal die Italienerin gleich darauf die Sinne mit einem genial satten Sound aus den beiden Schalldämpfern betört. Bassig, sonor und nie zu laut trägt der gelungene Klangteppich ungemein zum Wohlfühlambiente auf der SWM SM 650 R bei. Dass die 600er mit 53 PS eigentlich eine Liga tiefer spielt und bei höheren Drehzahlen noch kräftiger rappelt als die Österreicherinnen, das fällt auf der Landstraße kaum auf. Gut kontrollierbar schiebt der Single an, hängt sauber am Gas, will durch seine kurze Übersetzung schnell durchgeschaltet werden und besticht wie das Fahrwerk durch seine unaufgeregte Neutralität. Damit kann man leben. Sehr gut sogar. Zumal auch Kupplung (ohne Anti-Hopping-Funktion) und Getriebe – vom zu kurz geratenen Schalthebel einmal abgesehen – leichtgängig flutschen.

KTM 690 SMC R rennsporttauglich + zulassungsfähig

Um den Yamaha-Treibsatz einzuordnen braucht es erst einen Blick auf das Leistungsdiagramm. Bis 5000/min dost der langhubigste Single des Testfelds nämlich die Kollegenschar einfach ein. Punkt. Den frechen Auftritt inszeniert das ohc-Aggregat trotzdem nicht. Die Schwungmassen im Motor und die Speckröllchen am Fahrwerk lassen den XT-Treibsatz verhalten wirken, ja letztlich nach jedem einzelnen der gemessenen 51 Pferde rufen. So schnurrt die Yamaha XT 660 X wieder genauso unauffällig dem Trio hinterher wie schon auf dem Pass. Sie hadert mit der etwas hakenden Schaltung, einer sich teigig anfühlenden Kupplung und arg zugestopftem Sound. Für den moderaten Ausflug mag das reichen, auf Dauer durch die überlegene Laufkultur und die mäßigen Vibrationen sogar weniger ermüdend sein. Den von einem Supermoto-Bike erwarteten emotionalen Kick liefert der XT-Antrieb aber nicht.

Doch gerade der zivilisierte Charakter der Yamaha dokumentiert letztlich die enorme Spreizung im winzigen Supermoto-Segment. Während die vernünftige Yamaha XT 660 X und die geschliffene, sogar in vollem Zulassungsornat rennsporttaugliche KTM 690 SMC R die Außenlinien abstecken, sortieren sich die beiden Newcomer dazwischen ein. Die Modifikationen an der Husqvarna 701 Supermoto schlagen letztlich kaum durch, sondern kosten durch die zusätzlichen Pfunde, die etwas schwergängigere Kupplung und vor allem die nicht ganz so lenkpräzise Front ein paar Pünktchen. In eine ganz andere Kerbe schlägt die SWM SM 650 R. Einerseits muss sich das letztlich angejahrte Konzept der Italienerin vom Führungsduo klar distanzieren lassen, andererseits brilliert sie durch einen unkomplizierten Charakter inklusive Supermoto-Feeling und – vor dem Hintergrund des Dumpingpreises – mit einer qualitativ hochwertigen Verarbeitung (Edelstahl-Auspuffanlage, sauber verschweißte Rahmenrohre, sorgfältig verlegte Elektrik, Schmiernippel an der Umlenkhebelei)

Das Racer-Duo kommt uns auf der Husqvarna 701 Supermoto und der KTM 690 SMC R entgegen. Adrien deutet fragend Richtung Col de l’Espigoulier. Noch mal angasen, driften, wheelen? Na güt.

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23.12.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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