Interview mit KTM-Urgestein Toni Stöcklmeier

Die BMW Xchallenge tritt als echte Enduro an. KTM gab diesem Konzept einen eigenen Namen: Hard-Enduro. KTM-Mitarbeiter Toni Stöcklmeier erläutert, weshalb.

Stimmt es, dass Sie die Bezeichnung »Hard-Enduro« geschaffen haben?
Der Begriff wurde von Zeno Busch, dem damaligen KTM-Werbeverantwortlichen, und mir für die LC4 Enduro Mitte der 90er Jahre geprägt. 

Die LC4 besaß Schwächen wie Startprobleme und heftige Vibrationen. Warum erlebte dieses Konzept dennoch einen derartigen Erfolg?
Wir sahen die Notwendigkeit, unsere LC4, die ja zunächst nur mit Kick-starter ausgeliefert wurde und motor-
seitig doch sehr harte Anforderungen an den Fahrer stellte, von den Modellen
der Mitbewerber abzusetzen. Dazu kam, dass die LC4 Konkurrenzmodellen im
Offroad-Einsatz überlegen war. Diese
klare und extreme Positionierung wurde von der Zielgruppe akzeptiert. Es war eine Auszeichnung, eine LC4 zu fahren und
zu beherrschen.

Warum wurde die Enduro-Version
der LC4 dann in diesem Jahr aus dem Programm genommen?
Die LC4 wurde insgesamt 20 Jahre produziert. Der normale Modellzyklus war schon weit überschritten.

Die Verkaufszahlen der LC4-Modelle waren in den vergangenen Jahren rückläufig. Spezialisierte Maschinen wie Viertakt-Sport-
enduros oder Supermoto-Singles machten ihr
das Leben schwer. Existiert für das Konzept der ursprünglichen Enduro überhaupt noch ein Markt?
Davon sind wir überzeugt. Schon deshalb, weil die Nachfolgerin eine Homologation mit hoher Motorleistung (Anm. der Redaktion: Man prognostiziert etwa
65 PS) haben wird. Sie bleibt die Enduro mit ihrer Vielseitigkeit in ihrem ursprünglichsten Sinn.

Das heißt, dass KTM die Hard-Enduro-Tradition fortsetzt?
Ja, die 690 LC4 Enduro, Modell 2008, wird im Herbst vorgestellt. Und
wer, wenn nicht wir als Erfinder dieses Konzepts, sollte von einem Erfolg überzeugt sein.

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