Erschienen in: 18/ 2015 MOTORRAD

Kawasaki Z 1000 SX und Suzuki GSX-S 1000 F im Test

In der gleichen Liga?

Kawasakis Z 1000 SX und die neue Suzuki GSX-S 1000 F scheinen Brüder im Geiste. Basierend auf starken, sportlichen Naked Bikes. Mit Verkleidungen sowohl für sportlichen Tatendrang ­gerüstet als auch dem Fahrtwind auf zügigen Etappen zu trotzen.

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Kawasakis Z 1000 SX und die neue Suzuki GSX-S 1000 F scheinen Brüder im Geiste. Basierend auf starken, sportlichen Naked Bikes.

Impressionen vom Vergleichstest der Kawasaki Z 1000 SX und der Suzuki GSX-S 1000 F, sehen Sie in unserer Bildergalerie.   20 Bilder

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8 Seiten Vergleichstest
aus MOTORRAD 18/2015
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Es war ein cleverer Schachzug von Kawasaki. Der beliebten Z 1000 einfach eine adrette, nicht zu füllige Verkleidung spendieren. Und schon hat man einen veritablen Brenner für alle, die bevorzugt einen flotten Strich pflegen, gerne auch mit Sozius und Gepäck. Dabei aber gerne kommod untergebracht sind und auch Wert auf Wetterschutz legen. Und das sind offenbar einige. Denn die Fans der Marke machten die Z 1000 SX im vergangenen Jahr zur viertbestverkauften Kawasaki. Hinter der Z 1000.

Dem Trend, einen Naked Bike-Ableger auf Superbike-Basis zu bauen, hat sich Suzuki lange verwehrt. Sich ihm mit der heiß ersehnten GSX-S 1000 nun aber doch angeschlossen. Einen verschalten Ableger im Stil der Z 1000 SX nachzulegen, war da nur die logische Konsequenz.

„Halt, Stopp!“, schallt es nun aus der Suzuki-Ecke. „Die GSX-S 1000 F ist kein Sporttourer wie die Kawasaki Z 1000 SX, sie ist viel sportlicher, ein echter Landstraßensportler.“ Opulenten Soziussitz oder optionales Koffersystem sucht man dann folgerichtig vergebens.

Vergkeichstest auf der Schwäbischen Alb

Schon klar, wenn zwei das gleiche tun, kommt nicht unbedingt dasselbe dabei heraus. Doch liegen sie zumindest optisch dicht beieinander. Sind die beiden nun wirklich so verschieden? Finden wir’s heraus, auf der Schwäbischen Alb. Mit ihren verträumten Ecken und einsamen Landsträßchen, die sich durch kleine Wäldchen und durch hügelige Felder schlängeln. Das ideale Terrain, um den beiden auf den Zahn zu fühlen.

Bei der Startprozedur verbucht die Suzuki die ersten Vorteile. Subito meldet sich der Vierzylinder zur Stelle, während die Kawa einen Wimpernschlag länger gebeten werden will und dann mit leicht erhöhtem Ruhepuls von knapp 2000/min zum Leben erwacht.

Obwohl die Suzuki GSX-S 1000 F die Sportlichere sein will, sitzt ihr Reiter gar etwas entspannter. Im Verhältnis zur Sitzbank sind ihre Rasten ein wenig tiefer, der Lenker etwas höher als bei der Kawasaki Z 1000 SX. Dafür spreizt ihr breiter Tank die Beine auch deutlich stärker als jener der Kawa. Im Getümmel der Großstadt geben sich beide Vierzylinder im besten Sinne als echte Big Bike-Antriebe. Schütteln lässig ab Anfahrdrehzahl Punch aus dem Ärmel und drücken vom Stand weg kräftig voran. Versprechen Kraft im Überfluss. Unaufgeregt, souverän. Im Nu sind die beiden der hektischen Enge der Stadt entflohen und haben das Landstraßenrevier erreicht. Hier können sie ihre Muskeln spielen lassen und sich austoben.

Angriffslustiger Sound, gereiztes Knurren

Auch wenn die Kawasaki Z 1000 SX mit 135 PS nicht ganz ihre Nennleistung von 142 PS erreicht, schiebt sie aus dem Drehzahlkeller kräftig vorwärts. Bietet im mittleren Drehzahlbereich und somit da, wo’s im Alltag drauf ankommt, satten Punch. Damit lässt sich’s prächtig aus Kurven herauspowern. Eigentlich. Allerdings ist beim ersten Öffnen der Drosselklappen im Kurvenscheitel nach Rollphasen Konzentration gefragt. Denn der Vierzylinder reagiert etwas zäh, mit leichter Verzögerung auf das erste Anlupfen der Drosselklappen. Weshalb der Leistungseinsatz mitunter einen Tick später als geplant erfolgt. Dann aber schiebt der Vierzylinder, gestützt auf eine kräftige Mitte, gierig voran. Bläst mit rauchigem Timbre zur Attacke, und die merklichen Vibrationen ab 6000/min unterstreichen seinen kernigen Charakter.

Ganz schmuseweich läuft auch der Vierling der Suzuki GSX-S 1000 F in der oberen Drehzahlhälfte nicht. Allerdings sind seine Vibrationen dort hochfrequenter und feinnerviger. Dafür ist er beim Gasanlegen da wie der Pfennig. Münzt Gasbefehle subito in Vortrieb um. Wirkt lebendiger und tatendurstiger als der Kawa-Vierer. Quirlig, dreht feurig in die Höhe, als wolle er die sportliche Attitüde, die ihm die Marketing-Strategen mit auf den Weg gegeben haben, untermauern.


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Zwar genehmigt sich sein Drehmoment um 5000/min eine kurze Verschnaufpause. Doch weil die höher drehende Suzuki GSX-S 1000 F kürzer übersetzt ist, fällt das nicht sonderlich ins Gewicht. Im Gegenteil, in Sachen Durchzug kann sie der Kawasaki Z 1000 SX absolut Paroli bieten und scheut gleichzeitig auch hohe Drehzahlen nicht. Ab rund 7000/min dreht sie dann richtig auf und prescht feurig dem roten Bereich entgegen. Stets begleitet von angriffslustigem Sound, der von gereiztem Knurren bei niedrigen bis hin zu heiserem Brüllen bei hohen Drehzahlen reicht. Mit feurigen 156 PS stehen zehn Pferde mehr am Start als in den Papieren. Lediglich die etwas harte Gasannahme trübt ein wenig diese spritzige Darbietung. Was in engen Kehren schon mal einen Zacken in die runde Linie hauen kann.

Kawasaki Z 1000 SX wiegt 19 Kilo mehr

Trotzdem ist die Suzuki GSX-S 1000 F auf den verwinkelten Sträßchen der Alb in ihrem Element. Geht Biegungen konzentriert an, fegt stabil, wenngleich nicht gänzlich neutral durch lange Bögen. Die Dunlop D 214 „M“ spielen in Sachen Präzision und Rückmeldung nicht in der Topliga, da hätte sie ihrem sportlichen Anspruch entsprechend etwas peppigere Sohlen verdient. Dennoch: Wechselkurven gehen ihr locker von der Hand. Willig taucht sie von einer Schräglage in die nächste. Der Federungskomfort geht trotz des mäßigen Ansprechverhaltens der straffen Federelemente in Ordnung. Keine Frage: Beim sportlichen Kurventwist ist die Suzuki klar der Chef. 

Die Kawasaki Z 1000 SX wirkt schwerfälliger, was nur zum Teil daran liegt, dass sie 19 Kilo mehr Hüftgold mit sich trägt. Schnellen Richtungswechseln setzt sie ordentlich Widerstand entgegen, will mit Nachdruck am Lenker zum Einbiegen bewegt werden. Um dann leidlich präzise ihren Weg durch die Kurven zu finden. Schnelle Kurvenhatz ist nicht das Ding der mit Bridgestone S 20 in Sonderkennung „N“ besohlten Kawa. Zudem stemmt sie sich in Kurven beim Griff zur Bremse kräftig gegen die Schräglage. Weniger auf Geradeauslaufstabilität getrimmte Gummis könnten da schon spürbar Linderung verschaffen. So aber ist auf der Kawa ein runder Fahrstil gefragt, vor der Kurve mit Bremsen fertig sein, dann Einlenken und in gleichmäßigem Bogen um die Kehren zirkeln. Beim Kapitel Bremsen kann die Kawa sich wieder in den Vordergrund schieben. Ihr ABS regelt zwar nicht so fein wie jenes der Suzuki, doch packen ihre Stopper spontaner und kräftiger, lassen sich feiner dosieren. Die Suzuki-Bremsen verzögern insgesamt zwar ebenfalls prächtig, doch wünschen sich vor allem sportliche Naturen reaktionsschnelleres Zupacken und einen klareren Druckpunkt.

Suzuki GSX-S 1000 F gibt sich sportlicher

Die Rollen scheinen also klar verteilt. Gibt sich die Suzuki GSX-S 1000 F lebendiger, kurvengieriger und somit insgesamt sportlicher, pflegt die Kawasaki mehr den tourensportlichen Auftritt. Wobei ihre Federelemente wie jene der Suzuki eher der sportlichen Straffheit denn flauschigem Komfort verpflichtet sind. Sie reichen harte Kanten ein wenig prägnanter zum Fahrer durch, sprechen dafür auf kleinere Unebenheiten etwas sensibler an.

Ausstattungstechnisch bietet die Kawa schmale Kost. So zeigt das Cockpit weder die Lufttemperatur noch den Gang an. Immerhin lässt sich im Gegensatz zur Suzuki die Verkleidungsscheibe in der Höhe verstellen. Wobei dies nur mit beiden Händen vernünftig möglich ist. Eine einhändige Verstellmöglichkeit wäre sicher kein übertriebener Luxus. Immerhin entlastet die Kawa-Scheibe Oberkörper und Kopf aber spürbar besser vom Fahrtwind als die Suzi-Scheibe. Auf der Kawa findet ein Sozius zudem das lauschigere Plätzchen vor. Breiter, mit entspannterem Kniewinkel, auch für längere Touren geeignet. Die Suzuki verkraftet aufgrund der harten Feder des Federbeins einen Passagier zwar klaglos. Doch lädt das schmale, knappe und wenig Halt bietende Sitzbrötchen eher für kurze Strecken ein. Wobei die Suzuki aufgrund des verblüffend niedrigen Verbrauchs von 4,3 Litern (Kawasaki 5,0 Liter) und stolzer 395 Kilometer Reichweite (Kawasaki 375 Kilometer) durchaus zu längeren Etappen beflügelt.

So sind am Ende die Rollen doch klarer verteilt, als es die optische Nähe der beiden vermuten lässt. Wenn zwei das gleiche machen, kommt am Ende manchmal eben doch durchaus etwas Verschiedenes dabei heraus.

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