Kommentar Punktewertung

Motor
Katze im Sack: Triumphs Dreizylinder lässt der vierzylindrigen Konkurrenz kaum eine Chance. Er ist optimal übersetzt, blendend abgestimmt, läuft sehr ruhig und leistet sich keinen Patzer. Kehrseite des digitalen Ansprechverhaltens: Wer mit der Triple nicht rund fährt, den nerven harsche Lastwechsel. Kawasakis Vierzylinder glänzt durch samtige Laufruhe, ist aber zu lang übersetzt und geht zu zaghaft ans Gas. Auch die Kupplung könnte präziser arbeiten – hier ist der Druckpunkt nicht so exakt wie beispielsweise bei der Triumph –, und die Kaltlaufeigenschaften gilt es ebenfalls zu verbessern. Hondas Vierzylinder dreht zwar wunderbar leicht, kaschiert das Hubraumdefizit sehr gut und schaltet sich zudem am besten – kleine Schaltwege, exakte Rastung. Doch es fehlt ihm einfach Punch.

Sieger Motor: Triumph

Fahrwerk
Fast wie eine feder lässt sich die britische Kurvenräuberin führen. Das Feedback vom Vorderrad ist wunderbar, das Lenkverhalten superb, die Schräglagenfreiheit mehr als ausreichend. Lediglich hinten ist die Abstimmung zu weich geraten. Trotzdem liegt die Triple stabil in den Kurven – im Solobetrieb. Mit einem Beifahrer ist das Federbein nämlich schnell überfordert. Den besten Mix aus Komfort und Straffheit bietet die Hornet. Ihre Fahrwerksabstimmung ist am ausgewogensten, die Federelemente dürften jedoch ein wenig sensibler ansprechen. Trotz vielerlei Einstellmöglichkeiten ist das Fahrwerk der Kawasaki tendenziell zu hart abgestimmt. Vor allem das Federbein funktioniert erst im Zweipersonenbetrieb gut.

Sieger Fahrwerk: Triumph

Alltag
Harte Sache: Sowohl Kawasaki als auch Triumph verkaufen ihren Kunden ein hammerhartes Sitzbrötchen ohne jeglichen Komfort. Dieses Kriterium fließt bei der Punktewertung unter Ergonomie mit ein und führt zur Abwertung – rein ergonomisch gesehen sitzen die Fahrer auf der Street Triple am besten. Hier passt fast alles: Lenkerbreite und -kröpfung, Abstand zwischen Sitzbank, Lenker und Fußrasten. Beifahrer dagegen fluchen über die schmale, kurze Sitzbank und ebenfalls über den wenig gepolsterten Sozius-Wohnbereich der Kawasaki. In puncto Windschutz brachte der kleine Windabweiser der Triumph zwar keine überragenden Ergebnisse, optisch wertet er die Maschine jedoch auf. Bei der Handhabung bekommt die sehr leichte Triple Punktabzug für ihren geringen Lenkeinschlag.

Sieger Alltag: Honda

Sicherheit
Kinderleichtes Bremsen ermöglicht die Honda. Ihr ABS regelt supersanft, die Betätigungskraft am Handhebel ist sehr gering und die Dosierbarkeit super. Das ABS der Kawasaki arbeitet etwas gröber, die Betätigungskraft ist höher, der Druckpunkt teigiger – hier könnte die Japanerin durchaus noch Feintuning vertragen. Triumph bietet gar kein ABS an. Dafür ist die Dosierbarkeit der Stopper hervorragend und die Wirkung sehr gut. Wenn sie jetzt auch noch ein ABS bekäme...

Sieger Sicherheit: Honda

Kosten
Kein Allzu großer Unterschied beim Verbrauch: Auf der Landstraße begnügen sich alle mit rund fünf Litern auf 100 Kilometer. Bei konstant 130 genehmigt sich die Honda gut einen Liter mehr (6,7) als die Konkurrenz.

Sieger Kosten: Honda und Triumph

Sieger Preis-Leistung: Triumph
Ein Motorrad, das fahrdynamisch kaum Wünsche offen lässt, sich gesittet im Alltag benimmt, echtes Rebellentum vermittelt, insgeheimer Testsieger wird und dabei unschlagbar günstig ist: Warum mussten wir so lange darauf warten?

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