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Motor
Der Triple ist eine Wucht. Läuft am geschmeidigsten, beschleunigt am besten, zieht am drahtigsten durch. Einzig die harte Gasannahme aus dem Schiebebetrieb heraus stört. Gas auf, Gas zu, das kann in Kehren auf der BMW für Unruhe sorgen. Ihre Fahrleistungen können sich wirklich sehen lassen, sofern die Klopfregelung nicht mal wieder den Boxer über 5000 Touren einbremst. Und die Trockenkupplung stinkt unter hoher Belastung. Die KTM trägt den rappeligsten, drehzahlgierigsten Motor, aber auch das knackigste Getriebe.In der Fahrdynamik fällt der V2 der Varadero etwas ab. Doch bärig genug für sein Einsatzgebiet ist er allemal.

Fahrwerk
die gs fährt vor. Sehr stabil fegt sie ums Eck. Dank optionalem Gelände-ESA ist die Kuh im Nu wirkungsvoll an Beladung und Geländebeschaffenheit angepasst. Top: Die Abstimmung der Federelemente, das Fahrverhalten mit Sozius. Selbst auf Asphalt macht die KTM eine gute Figur. Ihr langhubiges Fahrwerk gibt sich sportlich zielgenau und mit schier unendlicher Schräglagenfreiheit, leider pendelanfällig bei hohem Tempo. Bei der Tiger kann das Fahrwerk nicht mit dem tollen Motor mithalten: eine etwas unterdämpfte Gabel trifft auf ein Federbein mit wenig Reserven. Die komfortable, trotzdem nicht zu weich abgestimmte Varadero krankt an altbackenen Reifen und Pendelneigung.

Alltag
Aus erfahrung gut. Top-Ausstattung und größte Wartungsfreundlichkeit, nicht zuletzt dank des pflegeleich­ten Kardans, begeistern an der GS. Ebenfalls sehr alltagsstark: die nur mäßig verarbeitete Varadero. Sie offeriert besten Sitzkomfort und Windschutz, höchste Zuladung und hellstes Licht. Und trotz etwas hohen Verbrauchs den größten Aktionsradius, dank üppigen 25-Liter-Stahltanks. Außerdem bietet sie, wie auch die Tiger, einem Magnet-Tankrucksack sicheren Halt. Ansonsten ist es mau bestellt um Gepäckunterbringung und Licht, Soziuskomfort und Windschutz der Tiger. Mit dem »Traveller-Paket« tourentauglich ausgestattet: die gut verarbeitete, kompromisslose KTM.

Sicherheit
Beste Bremsen finden sich bei BMW und Honda: besonders bissfest und gut dosierbar an der GS, ausgeklügelt und mit ebenso feinfühlig regelndem ABS an der Varadero. An solch hohe Regelgüte, vor allem auf losem Untergrund, reichen KTM und Triumph nicht heran. Die Tiger stellt sich beim Bremsen in Schräglage am stärksten, die Adventure am wenigsten auf. Auch bei der Bodenfreiheit markiert dieses Duo die Extreme.

Kosten
einmal bezahlt, kommt die GS im Alltag günstig: spar­sam, mit Mobilitätsgarantie und wie die Tiger mit 10000er-Serviceintervallen. Teuer bei beiden: die Versicherungsprämien, bei der Triumph die Reifen. Und bei KTM die Wartung.

Sieger Preis-Leistung: Triumph Tiger
Löblich, dass Triumph den Kostenvorteil der vielen aus Thailand bezogenen Teile an die Kunden weiterreicht. Auf unterschiedliche Weise »preiswert«: BMW (teuer und sehr gut) und Honda (günstig und gut).

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