Konzeptvergleich: Dreiräder Eilige Dreifaltigkeit

Drei Räder sind für manche Biker eins zuviel.. MOTORRAD hat an fünf Konzepten geprüft, ob dieses alte Vorurteil noch Bestand hat. Oder ob innovative Dreiradlösungen mittlerweile genauso viel Spaß bringen wie das klassische Zweirad.

Foto: Bilski
Wo hört das Einspurfahrzeug  also das Motorrad  auf, und wo fängt das Auto an? Bei zwei oder vier Rädern ist die Sache klar, bei drei Rädern fällt selbst Fachleuten eine Abgrenzung schwer. Sogar der Gesetzgeber hat da seine Schwierigkeiten. Vier der fünf hier getesteten Dreiräder dürfen mit dem Pkw-Führerschein bewegt werden, nämlich genau die mit zwei Rädern an der Vorderachse: Jeder Autofahrer darf Piaggio MP3 400 LT, Can-Am Spyder Roadster SE5, Brudeli Leanster oder den skurrilen Eigenbau RX von der Firma Ruko pilotieren. Lediglich für das klassische Gespann von Ruko auf Basis der Suzuki-B-King ist die Motorrad-Fahrerlaubnis Pflicht. Entscheidend für den Auto-Führerschein ist die Spurbreite, die mindestens 460 Millimeter betragen muss, damit der Roller der EG-Richtlinie für dreirädrige Kraftfahrzeuge entspricht. Eine kuriose Gesetzeslage, die Fragen aufwirft. Verhalten sich diese Fahrzeuge tatsächlich so narrensicher, dass man sie ohne Zweiraderfahrung problemlos beherrschen kann?
Anzeige
Foto: Bilski
Und wie fahren sie sich im Vergleich zu einem Motorrad? Wirkt das dritte Rad für Biker immer noch als Spaßbremse? Um das herauszufinden, mussten sich die fünf Konzepte nicht nur im Alltag, sondern auch bei Fahrdynamikversuchen im Pylonenparcours bewähren. Brudeli Leanster 654L  ein norwegischer Konstrukteur baut das Dreirad auf Basis einer KTM 690 SM. Durch eine raffinierte Aufhängung können die Vorderräder geneigt werden, das Chassis also wie ein Motorrad in Schräglage gehen. Die Schräglage kann in vier Stufen bis zu maximal 45 Grad begrenzt werden. Die straffe Dämpfung der beiden vorderen Federbeine sorgt dafür, dass die Vorderräder satt am Boden geführt werden und nicht bei jeder kleinen Bodenwelle springen. Im Fahrbetrieb fühlt sich Lenken allerdings so an, als sei ein Lenkkopflager zu arg vorgespannt. Das ist vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten nervig. Der 690er-KTM-Single wirkt mit den 236 Kilogramm etwas überfordert, giert stets nach Drehzahlen oberhalb von 5000.
Anzeige
Foto: Bilski
Schwierigste Übung mit dem Leanster: Slalomfahren in Schrittgeschwindigkeit. Das widerspricht der Motorcharakteristik des Singles. Und ist aufgrund der zäh agierenden Vorderradführung ein arger Balanceakt. Bei Speed fühlt sich der Leanster deutlich wohler. Kurveneingang: Der erste Lenkimpuls erfolgt zwar über den Lenker, dann ist Körpereinsatz wie beim Motorrad gefragt. Die Füße ruhen auf den Rasten (für den Offroadbetrieb sind außerdem Trittbretter vorhanden, die unabhängig von der Schräglage stets in der Waagerechten bleiben), mit dem Oberkörper kann man sich voll reinhängen. Selten waren Kreisverkehre willkommener als auf dem Leanster. Ein erfahrener Biker braucht mindes-ten einen halben Tag, um sich mit dem trägen (Eigen-)Lenkverhalten anzufreunden. Auch wegen der Spurbreite von 1,10 Meter landet man da schnell mal mit einem Rad auf der Gegenfahrbahn. Kurskorrekturen oder Schräglagenwechsel erfordern enorme Konzentration und Übung. Über Alltagstauglichkeit braucht man nicht viele Worte zu verlieren: 7,5 Liter Tankinhalt, harte Vibrationen, Gepäck mitnehmen  vergiss es. Dafür ist man König auf der Flaniermeile. Für Hinterherfahrende ist die Show der Hammer. Ruko B-King-Gespann  Hand auf's Herz: Wann sind Sie das letzte Mal Gespann gefahren? Vergessen Sie alle Erinnerungen an die notdürftig angeschraubten Seitenwagen früherer Zeiten. Spezielle Chassis mit Achsschenkellenkung machen heutige Gespanne zu topmodernen Kontruktionen. Das beweist die schwäbische Edel-Schmiede Ruko mit dem Gespann auf Basis der Suzuki B-King. Lenkung und Federung arbeiten unabhängig voneinander. Die Fahrzeug- und Radgeometrie ist quasi zwischen ultrahandlich und extrem spurstabil einstellbar. Kurvenräubern wird zum faszinierenden Erlebnis. Zwar hebt der Beiwagen in sehr schnellen Rechtskurven immer noch leicht ab, doch das Fahrzeug bleibt beherrschbar. In Linkskurven liegt es stabil, das Eigenlenkverhalten bleibt gutmütig und berechenbar. Ruko-Boss Jörg Schlittenhardt hat der B-King einen formschönen Bodis-Endschalldämpfer verpasst. Zudem ist die Maschine durch ein größeres Kettenrad in Verbindung mit dem kleineren 15-Zoll-Hinterrad kürzer übersetzt. Resultat: Trotz 450 Kilogramm Gesamtgewicht wirbelt der nominal 184 PS starke Vierzylinder die Masse fast wie ein Spielzeug um die Pylonen. Ein ABS gibt es zwar nicht, über ein Regelventil kann die Bremswirkung allerdings je nach Beladungszustand auf die drei innenbelüfteten Scheibenbremsen verteilt werden.
Foto: Bilski
Bei Extrem-bremsungen bleibt das Gespann stabil in der Spur. Für das zwei-, pardon: dreirad-begeisterte Familienoberhaupt ist das Gespann der klare Sieger des Vergleichs. Can-Am Spyder Roadster der neue Trend? Unbestätigten Gerüchten zufolge werden 50000 Einheiten pro Jahr produziert. In den USA ist der Spyder keine Seltenheit meht, hier wird er noch beäugt wie ein Alien. Bereits 2006 hat der kanadische Konzern BRP sein Dreiradkonzept präsentiert. Auch die Firma Sixmonkeys aus Freudenberg glaubt an den Erfolg des Spyders und hat ein spezielles Sportfahrwerk entwickelt. Nicht weniger als sechs elektronische Systeme überwachen jegliche Fahrsituation und garantieren den sicheren Fahrspaß. Mit dem Spyder kann man sich weder überschlagen, noch lässt sich die Maschine mit ausbrechendem, durchdrehendem Hinterrad durch Kurven sliden. Obwohl das den 106 PS durchaus zuzutrauen wäre. Der 60-Grad-V-Motor stammt aus dem Regal der österreichischen Rotax-Schmiede, die ebenfalls zu BRP gehört, und wurde ursprünglich für den Supersportler Aprilia RSV Mille entwickelt. Das Testfahrzeug war mit einem sequenziellen, elektronischen Getriebe ausgerüstet. Die Gänge werden über einen Schalter neben dem linken Griff gewechselt. Beim Abbremsen beispielsweise vor einer Ampel schaltet das Getriebe selbstständig herunter. Das funktioniert so prima, dass man sich natürlich fragt, wann dieses System Einzug in den Motorradbau hält. Der Spyder Roadster von Can-Am ist wahrscheinlich das Dreirad im Test, mit dem zweiradunerfahrene Autofahrer am schnellsten zurecht kommen. Und es hat auch  wie das Ruko RX  am wenigsten mit Motorradeln zu tun. Schon deshalb natürlich, weil der Aufbau nicht in Schräg-lage gehen kann. Auch die Bremse erinnert an ein Auto: Verzögert wird aussschließlich über ein Fußpedal, das ein Integralbrems-system mit ABS aktiviert. Die relativ hohen Lenkkräfte sind gewöhnungsbedürftig und trainieren den Oberkörper. Weniger sportlichen Fahrern wird bereits im ersten Kreisverkehr der Angstschweiß ausbrechen. Trotzdem verbindet der Spyder Fahrfeeling mit aktiver Sicherheit und läßt sich am ehesten als eine Verbindung von Cabriolet und sportlichem Touren-motorrad beschreiben. Ein Handicap: Weil das Fahrzeug sich nicht neigt, müssen Fahrer wie Beifahrer die Querbeschleunigungskräfte voll kompensieren. Während der Pilot sich am Lenker abstützen kann, stehen dem Sozius nur die Haltegriffe zur Verfügung. Beim gemütlichen Cruisen kein Problem. Wer es allerdings richtig engagiert an-geht, braucht einen ebenso sportlich eingestellten Beifahrer. Piaggio MP3 LT. Anders als der starre Spyder ist der Dreirad-Roller ein Schwenker. Die Italiener werben mit mehr Stabilität und Sicherheit im Vergleich zum einspurigen Roller. Beim Anblick der Parallelogramm-Vorderradführung und der zwei Vorderräder denkt man zunächst an den Vorteil, an Ampeln nicht mehr umfallen zu können. Das stimmt, über einen Schalter kann das Neigen der Vorderräder bei Geschwindigkeiten unter zehn km/h im Schiebebetrieb blockiert werden. Sobald man wieder Gas gibt, wird die Blockade freigegeben. Die Radaufhängung erlaubt in Kurven maximal 40 Grad Schräglage. Wer anfangs kurz nach dem Anfahren wieder abbremst und auf die Blockade vertraut, kann umkippen. Das klingt gewöhnungsbedürftig, ist aber schnell erlernbar. Schon nach kurzer Eingewöhnung fährt sich der Dreirad-Roller für einen Motorradfahrer ausgesprochen easy. Er geht leicht in Schräglage, das zweite Rad ist nur durch eine gewisse Trägheit um die Lenkachse spürbar. Die größere Auflagefläche der zwei Vorderräder ergibt mehr Grip im Grenz-bereich. Der lässt sich allerdings nur schwer ertasten, es fehlt das Feedback. Das Fahrwerk holpert über Bodenwellen, die Räder springen. Daher mag man vor allem auf unebenem Untergrund gar nicht weit in Schräglage gehen. Effektives Bremsen fällt unter diesen Umständen ebenfalls schwer, denn die Blockiergrenze der Vorderräder bleibt diffus.
Foto: Bilski
Ein ABS wäre äußerst hilfreich. Die Bremsbetätigung erfolgt über je einen Handhebel (rechts vorn, links hinten) und über ein Fußpedal, das die Stopper sowohl vorn als auch hinten gleichzeitig aktiviert. Abseits sportlicher Grenzbereiche, beim Einkaufen etwa, innerstädtischem Cruisen oder Überlandgebummel hinterlässt der Piaggio einen guten Eindruck und steht dem Fahrverhalten großer Roller in kaum etwas nach. Ruko RX  ein völlig anderer Ansatz. Dieses Fahrzeug ist näher am Auto als alle anderen, das verrät schon die tiefe Sitz-position. Das Triebwerk spendete allerdings ein Zweirad, nämlich eine Honda CBR 1100 XX. Vom Auto kommen das Porsche-Lenkgetriebe, Golf-III-Lenksäule, OZ-Aluminiumfelgen. Das Meiste jedoch stammt aus den Teileregalen für Gespannfertigung, diversen Biegemaschinen und vor allem aus dem Kopf des 45-jährigen Ruko-Konstrukteurs Rainer Rothweiler. Anhand des Einzelstücks RX demonstrieren die schwäbischen Gespannbauer, wie man lange Winterabende sinnvoll verbringt. Der RX hat TÜV-Segen und fährt sich so hart und direkt wie ein riesiges Kart. Man schwebt im Schalensitz lediglich 22 Zentimeter über den Boden, die Gasannahme ist weich, die völlig umgebaute Schaltung direkt, die Lenkung rasiermesserscharf und präzise. Abstimmungsprobleme gibt es allerdings immer noch bei der Kupplung: Der Fuß tut sich schwer, die ursprünglich für die Handkupplung vorgesehene Betätigung zu dosieren. Fünf völlig unterschiedliche Interpreta-tionen zum Thema Dreirad also, die sich entweder in Richtung Motorrad oder Auto orientieren. Allen gemeinsam ist, dass es in erster Linie um Spaß geht: an neuen Erfahrungen, ungekannter Dynamik, an frischen Konzepten und ungewöhnlichen Designs und nicht zuletzt am Fahren. Beim Kauf hat der Spaß allerdings ein jähes Ende, die Dreiräder sind entweder teuer (Piaggio MP3), ausgesprochen teuer (Can-Am Spyder und Brudeli Leanster) oder ganz einfach unbezahlbar.
Foto: Bilski

Brudeli Leanster 654L

Zylinderzahl: 1

Hubraum: 654 cm3

Nennleistung64 PS bei 7500/min

Max. Drehmoment: 65 Nm bei 6550/min

Gänge:6

Reifen vorne: 120/70 ZR 17

Reifen hinten: 160/60 ZR 17

Radstand: 1510 mm

Spurbreite. 1100 mm

Länge x Breite x Höhe2120 x 1290 x 1400 mm

Sitzhöhe: 860 mm

Wendekreis:8950 mm

Gewicht vollgetankt: 236 kg

Tankinhalt ca. 7,5l

Verbrauch: 4,5 l

Reichweite: 167 km

Höchstgeschwindigkeit: *170 km/hFührerscheinklasse B (PKW)

Preis: 23000 Euro

Danke an die Firma Sixmonkeys, die den Brudeli Leanster zur Verfügung gestellt hat. Infos: www.sixmonkeys.de und www.brudelitech.com *Herstellerangabe

Foto: Bilski

Piaggio MP3 400 LT

Zylinderzahl: 1

Hubraum: 399 cm3

Nennleistung: 33 PS bei 7250/min

Max. Drehmoment: 38 Nm bei 5250/min

Gänge: Automatik

Reifen vorne: 120/70-12

Reifen hinten: 140/70-14

Radstand: 1550 mm

Spurbreite: 465 mm

Länge x Breite x Höhe2210 x 760 x 1350 mm

Sitzhöhe: 800 mm

Wendekreis: 6150 mm

Gewicht vollgetankt 265 kg

Tankinhalt 12 l

Verbrauch: 3,8 l

Reichweite: 316 km

Höchstgeschwindigkeit*: 140 km/h

Führerscheinklasse: B (PKW)

Preis: 7999 Euro

Der MP3 LT ist wahlweise auch mit 250er-Ein-zylinder-Viertakt-Motor für 6999 Euro erhältlich. Infos: www.de.piaggio.com

*Herstellerangabe

Foto: Bilski

Ruko B-King-Gespann

Zylinderzahl: 4

Hubraum: 1340 cm3

Nennleistung: 184 PS bei 9500/min

Max. Drehmoment: 146 Nm bei 7200/minn

Gänge: 6

Reifen vorne: 195/50-15

Reifen hinten: 195/50-15

Radstand: 1700 mm

Spurbreite: 1375 mm

Länge x Breite x Höhe2280 x 1900 x 1150 mm

Sitzhöhe: 780 mm

Wendekreis: 10300 mm

Gewicht vollgetankt 450 kg

Tankinhalt ca. 36 l

Verbrauch: 9,0 l

Reichweite: 400 km

Höchstgeschwindigkeit*: 205 km/h

Führerscheinklasse: A1 (Motorrad)

Preis: ca. 48000 Euro**

Der günstigste Gespann-Umbau einer B-King beginnt bei Ruko ab 18000 Euro, je nach Ausstattung. Infos: www.ruko-fahrzeugtechnik.de *Herstellerangabe; **inklusive Neufahrzeug Suzuki B-King

Foto: Bilski

Ruko RX

Zylinderzahl: 4

Hubraum: 1137 cm3

Nennleistung: 152 PS bei 9000/min

Max. Drehmoment: 119 Nm bei 7300/min

Gänge: 6 vor/1 rück

Reifen vorne: 225/45-17

Reifen hinten: 275/35-18

Radstand: 2860 mm

Spurbreite: 1518 mm

Länge x Breite x Höhe3680 x 1800 x 1380 mm

Sitzhöhe: 220 mm

Wendekreis: 10900 mm

Gewicht vollgetankt:  520 kg

Tankinhalt ca. 40 l

Verbrauch: 8,0 l

Reichweite: 500 km

Höchstgeschwindigkeit*: 207 km/h

Führerscheinklasse: B (PKW)

Preis: ab 55000 Euro**

Der RX ist derzeit ein für den Straßenverkehr zugelassenes Einzelstück. Bei Interesse würde das Ruko-Team weitere Dreiräder dieses Typs bauen *Herstellerangabe; **Motor, Auspuffanlage, Kabelbaum und Steuergerät müssen angeliefert werden

Foto: Bilski

Can-Am Spyder Roadster

Zylinderzahl: 2

Hubraum: 998 cm3

Nennleistung: 106 PS bei 8500/min

Max. Drehmoment: 104 Nm bei 6250/min

Gänge: 5 Gang vor/1 Gang rück

Reifen vorne: 165/65 R14

Reifen hinten: 225/50 R15

Radstand: 1727 mm

Spurbreite: 1308 mm

Länge x Breite x Höhe2667 x 1506 x 1145 mm

Sitzhöhe: 770 mm

Wendekreis: 9600 mm

Gewicht vollgetankt 387 kg

Tankinhalt: 25 l

Verbrauch. 7,5 l

Reichweite: 333 km

Höchstgeschwindigkeit*: 180 km/h

Führerscheinklasse: B (PKW)

Preis: ab 17299 Euro

Der Spyder ist wahlweise auch mit über Fuß-hebel betätigtem Fünfganggetriebe erhältlich. Infos: www.spyder.brp.com/DE-de *Herstellerangabe

Foto: MRD

MOTORRAD-Messungen

Foto: Bilski

MOTORRAD-Fazit

Ruko B-King-Gespann:

Die Überraschung aus dem schwäbischen Metzingen: dynamisch, kursstabil, präzise und leicht zu lenken, mit mächtig Power. Im Vergleich zu den anderen Dreirad-Konzepten bietet das B-King Gespann für eingefleischte Biker den meisten, vor allem aber zweiradähnlichen Fahrspaß. Die Parcourswerte sind mit denen des Can-Am nahezu identisch, der größere Wendekreis verhindert bessere Zeiten. Besonders imponierend: Verarbeitung, Komfort und Ausstattung des Beiboots.

Can-Am Spyder:

Keine Frage: Ein Spyder ohne sicherheitsrelevante Regelsysteme wäre im Kurven- oder Pylonenparcours kaum zu schlagen. Die ständig regelnden Traktions- und Stabilitätskontrollsysteme verhindern Bestwerte im Slalom, sorgen aber auch dafür, dass man sich in schnellen Kurven nicht überschlägt. Der Spyder ist unvergleichbar. Sein Konzept ist weit weg von Auto, Motorrad oder Gespann und lässt sich am ehesten als sportliches Snowmobil für die Straße beschreiben.

 

Piaggio MP3:

400 LT Die vergrößerte Spurbreite (LT=large treat) sorgt dafür, dass das schmale Dreirad mit dem Autoführerschein zu fahren ist. Die Konstruktion ist narrensicher und einfach zu fahren, lediglich das Verriegelsystem im Stand ist gewöhnungsbedürftig. Bis auf den recht schwachbrüstigen 400er-Motor und ein fehlendes ABS gibt's kaum ein Manko. Der MP3 ist das am einfachsten zu beherrschende Dreirad dieses Vergleichs. Trotzdem: Gänzlich ohne Zweiraderfahrung wird es für Autofahrer schwer.

Brudeli Leanster:

Ein Fahrzeug für bekennende Individualisten. Nicht leicht zu kontrollieren, hier ist Fahrzeugbeherrschung gleich Leistungssport. Der Leanster ist eine Herausforderung für Könner und ein optimales Spielzeug für jene, die schon alles in der Garage stehen haben. Trotz des nicht besonders kräftigen 690er-Singles fliegt das norwegische Unikum am schnellsten durch den Parcours. Mit anderer Bereifung ist das sportliche Dreirad auch offroad einsetzbar.

Ruko RX:

Aus einer "Bierdeckelidee" entstand der RX in 18 Monaten Bauzeit. Und er funktioniert. Die Kupplung erfordert allerdings extrem viel Fußspitzengefühl diese Tatsache verhinderte noch bessere Zeiten im Slalomparcours. Die Gefahr eines Überschlags ist ohne Stabilitätsprogramme groß. Vorerst ein Einzelstück, weitere Exemplare jedoch nicht kategorisch ausgeschlossen. Der Fahrspaß ist riesig, die Querbeschleunigungen sind höchstens mit einem Kart zu vergleichen.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote