Master Cross 2003<br>Klasse 1: 125-Zweitakt/250-Viertakt<br>Klasse 2: 250-Zweitakt/450-Viertakt<br>Klasse 3: 500-Zweitakt/650-Viertakt Primaten-Forschung

Gesucht: der Erste, der Beste, der Chef im Ring. Acht Testfahrer internationaler Zeitschriften auf Forschungsreise, um im spanischen Igualada den schnellsten Crosser des Jahrgangs 2003 zu finden.

Foto: Jahn
Master Cross 2003
Master Cross 2003

Warum unterscheidet sich der Mensch vom Affen? Richtig, wegen der Evolution. Danach entwickeln sich immer die Besten weiter, die weniger gut Angepassten bleiben auf der Strecke. Das wird zum Beispiel höchstwahrscheinlich dazu führen, dass die bessere Bewegungskoordination des Daumens infolge ausgiebigen Trainings der Handy-Generation in Zukunft weiter vererbt wird. Was hat das mit Cross-Maschinen zu tun? Ganz einfach: Auch dort gibt es eine Art Selektionsprozess. Der mittlerweile schon einige Jahrzehnte tobende, harte Wettkampf hat die technische Entwicklung auf ein enorm hohes Niveau gehievt. Der positive Effekt: Wirklich schlechtes Material gibt es eigentlich schon lange nicht mehr. Der negative Effekt: Die Unterschiede zwischen Marken und Modellen sind minimal, die technische Weiterentwicklung lässt sich dem Käufer nicht ohne weiteres vermitteln. Es kommt heutzutage eben noch mehr auf die Feinheiten und subjektiven Präferenzen an. Aber da es im Sport recht eng zugeht, können gerade diese Nuancen über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Um diese herauszufiltern, sind einige Anstrengungen nötig. Eine sicherlich nicht ganz schlechte Variante: Professionelle Testfahrer vieler Zeitschriften versammeln, die unter möglichst konstanten Bedingungen alle neuen Modelle vergleichen. Genau das ist die Idee des Master Cross, an dem sich dieses Mal acht Zeitschriften aus aller Herren Länder beteiligten. Der Tatort: Die wunderschöne Naturpiste im spanischen Igualada (Infos über www.parcmotor.com) nahe Barcelona, die mit guter Präparation und Infrastruktur beste Voraussetzungen für solch einen Event liefert. Eine eher harte Strecke mit vielen steilen Auf- und Abfahrten, bei der Federung und Handling mindestens ebenso stark zählen wie Leistung und Drehmoment.
Das Testfeld ist nach dem neuesten internationalen Reglement in drei Klassen aufgeteilt: Die traditionelle Einstiegsklasse 125-Zweitakt, in die nun die 250er-Viertakter frischen Wind bringen sollen. Die neue Königsklasse, in der sich 250er-Zweitakter gegen 450er-Viertakter wehren müssen. Und schließlich die große Klasse bis 650 cm3, in der die Europäer nach dem Abwandern der 450er wieder unter sich sind. Am Start sind alle wichtigen Hersteller, in der Regel vertreten durch die spanischen Landesimporteure. KTM und Gas Gas schickten sogar Abordnung direkt aus dem Werk. Absagen gab es von Husqvarna und VOR, die zum Zeitpunkt des Tests mit wirtschaftlichen Problemen kämpften, außerdem von TM.
Dass solch ein Event nicht den Vergleichstest ersetzt, soll nicht unerwähnt bleiben. Die Ergebnisse gelten eben nur für diese Strecke unter eben jenen Bedingungen. Lange Testfahrten sind nicht möglich, aufwendige Einstellarbeiten nach individuellen Präferenzen ebenso wenig. Also reiner Rennsport, es zählt die eine, schnelle Runde, Entschuldigungen werden nicht akzeptiert. Was wiederum hervorragend ins Bild des Darwinismus passt, denn am Ende setzen sich sowieso immer die Besten durch.

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