Master Enduro 2004 Schmutz-Zulage

Dreck ist beim Endurofahren meistens im Spiel. Für die Teilnehmer des Master Enduro kam es jedoch knüppeldick: erst Sonne, dann reichlich Wasser von oben und unten. Ein Schlamassel, bei dem zehn Fahrer 24 aktuelle Sport-Enduros testeten.

Foto: Jahn
Viel Offroad, viel Dreck: Master Enduro 2004
Viel Offroad, viel Dreck: Master Enduro 2004

Das Wetter spielt verrückt. Jeder weiß es, jeder hat es erlebt. Nicht nur in Deutschland, wo der Sommer neuerdings bis kurz vor Weihnachten zu dauern scheint, sondern auch in Spanien, das im Herbst wochenlang geflutet wurde. Aber wie schrieb Veranstalter Hans Harbeck früher immer bei der Ausschreibung zur berüchtigten Geländefahrt in Kaltenkirchen: Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Das gilt grundsätzlich auch für das Master Enduro. Zwar mussten die Leute an den Zeitkontrollen noch keine Boote entern, wie gerüchteweise früher in Kaltenkirchen, doch der Wechsel von hochsommerlichem Sonnenschein und Wolkenbrüchen brachte das zum dritten Mal ausgetragene Master Enduro hart an die Grenze des Machbaren.
Dem Veranstalter war das mit Sicherheit nicht anzulasten. Die spanischen Kollegen von Motociclismo sorgten trotz der widrigen Bedingungen für einen möglichst reibungslosen Ablauf des Events. Austragungsort war die fantastisch gelegene Grand-Prix-Cross-Strecke von Talavera, auf deren Areal sich ein wunderbar abwechslungsreicher Enduro-Parcours abstecken ließ.
Die Trophäe für die weiteste Anreise musste der mexikanische Kollege in diesem Jahr an Sam Maclachlan übergeben, der aus Australien kam. Neben diesen beiden bestritten acht Vertreter der wichtigsten europäischen Magazine das Master Enduro. Für MOTORRAD ging wie in den letzten Jahren Bert von Zitzewitz als ebenso zuverlässiger wie konditionsstarker Pilot an den Start. Leider folgten der Einladung nicht alle Hersteller. Husqvarna sah sich aus finanziellen Gründen wie im Vorjahr nicht in der Lage, eine Delegation zu schicken, will beim nächsten Mal jedoch unbedingt dabei sein. Auch VOR sagte ab. Erfreulicherweise war nach einem Jahr Pause TM wieder mit der gesamten Palette vor Ort. Honda wurde durch die italienischen HM-Enduros vertreten, die in Deutschland über Sarholz (Telefon 02664/8844) importiert werden.
Die Wetterkapriolen vereinfachten den Testablauf nicht gerade. Am ersten Tag, als die Klassen eins und drei am Start waren, lief noch alles nach Plan. Der Boden war trocken, in den ersten Runden sorgten nur die schlüpfrigen Kieselsteine in den Bachbett-Sektionen für Traktionsprobleme. Im Laufe des Tages besserte sich der Grip sogar, da die Fahrspur allmählich frei wurde. Sicher schränkt das die Vergleichbarkeit im Einzelfall ein, unterm Strich gleichen sich die unterschiedlichen Verhältnisse wegen der vielen Testfahrer jedoch wieder aus. Zum echten Lotteriespiel geriet allerdings der zweite Tag, an dem die Klasse zwei auf dem Programm stand. Starke Regengüsse hatten den Bach über Nacht anschwellen lassen, jede Runde geriet zur Schlammschlacht.
Unter diesen extremen Bedingungen bewiesen die Zweitakter, dass sie sich vor den trendigen Viertaktern noch lange nicht verstecken müssen. Ihr niedriges Gewicht, das bessere Handling und der direkte Leistungseinsatz drücken sich in zwei Klassensiegen aus. Sicher ein Ergebnis, das aufgrund der außergewöhnlichen Umstände nicht allgemein gültig ist.

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