Mit Sicherheit bringt Reisen Spass

Gute Bremsen, ABS und klare Sichtverhältnisse sind der Schutzbrief für
Motorradreisen. Nicht alle Hersteller nehmen ihn wirklich ernst.

Achthundert Kilometer beträgt heute die Tagesetappe, sich in fremden Gegenden stets neu orientieren, zwischendrin tanken – schnell sind da zehn und mehr Stunden beisammen, die Kondition abverlangen. Gerade da darf ein Motorrad keine
Zicken vollführen, muss Fahrfehler verzeihen, stets berechenbar reagieren.
Dazu gehören verlässliche Bremsen und natürlich ABS. Letzteres besitzen bis auf die Harley alle. Wobei gerade sie es nötig hätte, denn die hohen Bedienkräfte der Vorderradbremse und das mangels Dosierbarkeit schnell blockierende Hinterrad fordern ein ABS geradezu heraus. Der Rest ist gut gerüstet. Besonders fein
regelt das System der CB 1300 S, so fein, dass man fast nicht spürt, wenn es in Aktion tritt. Im Vergleich dazu arbeitet jenes der FJR 1300 A eher grobmotorisch. Ebenso weisen das ABS der F 800 ST und R 1200 GS ihre Eigenarten auf. Das Ziel von BMW, eine Überschlagsneigung bei zu hoher Bremskraft schon im Keim zu ersticken, sorgt auf welligen Talfahrten für manches »Oha«-Erlebnis, wenn nämlich bei abhebendem Hinterrad die Vorderbremse aufmacht. Gleichwohl bedeutet das ABS einen Sicherheitsgewinn.
Geringer Kraftaufwand, feine Dosierbarkeit und saubere Rückmeldung, CB 1300, FJR und F 800 bremsen auf hohem Niveau. Die Norge-, Burgman- und Gold Wing-Stopper geben sich unauffällig. Während Guzzi bei seinem Tourenmotorrad auf ein Integralbremssystem verzichtet, setzen BMW, Honda und Yamaha bei R 1200 GS, Gold Wing und FJR 1300 auf eine Kombibremse, von der sie sich bessere Beherrschbarkeit des Motorrades versprechen, was für wenig routinierte Fahrer sicherlich zutrifft. Die GS besitzt zwar den in der Vergangenheit kritisierten Bremskraftverstärker nicht mehr, doch die Dosierbarkeit der Vorderradbremse ist immer noch nicht ideal.
Die Dunkelheit bricht herein, fordert volle Konzentration bei nachlassender Kondition. Gute Rundumsicht ist gefragt, klare Lichtverhältnisse sind gefordert. Sehr gut leuchten die Scheinwerfer der Yamaha, perfekt die vier Strahler der Gold Wing. Leider versperrt die kolossale Verkleidung die Sicht direkt vors Vorderrad. Und über die hohe Scheibe kann man auch nur begrenzt hinausschauen. Die anderen besitzen eher knapp geschnittene Verkleidungen oder können ihre verstellbaren Scheiben so weit runterfahren, dass die Sicht nach vorn kaum oder nicht (FJR) eingeschränkt ist. Während bei der Guzzi Vibrationen das Bild in den Spiegeln komplett verzerren, gelingt die Rücksicht bei der Yamaha perfekt. Summa summarum gebührt ihr in Sachen Sicherheit der erste Platz. Funzeliges Abblendlicht, eine zu hohe Scheibe, die bei Regenwetter die Sicht stark einschränkt, und das fehlende ABS verbannen die Road King beim Thema Sicherheit ans Ende der Rangliste.

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