Modelle des Jahres: BMW K 1200 LT Die einzige extreme BMW

Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, Hubraum 1171 cm3, Leistung 72 kW (98 PS) bei 6800/min, Gewicht 385 kg, Sitzhöhe 770-810 mm, Höchstgeschwindigkeit 205 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 4,1 sek, Verbrauch Landstraße 5,6 l

Test in MOTORRAD 3/1999, Vergleichstests in 5 und 12/1999

Plus
Vollständige Ausstattung
Nahezu perfekter Wind- und Wetterschutz
Trotz hohen Gewichts gute Beherrschbarkeit

Minus
Tonnenschwer
Typisches BMW-Getriebe
Mechanisch lauter Antriebsstrang

BMW K 1200 LT: ein gewaltiges, ein eindrucksvolles, ein Monument von Motorrad. Mit Rückwärtsgang und CD-Wechsler, mit Sitzheizung und ABS, mit velourbeschlagenem Kofferraum und einem zulässigen Gesamtgewicht von 600 Kilogramm. Vom Tag der Präsentation an war ich beeindruckt von diesem wahrhaft kolossalen Zweirad, erwartete gespannt, wie viel Fahrspaß da noch bleibt. Und die LT überraschte: nix Trägheit, nix Angstzustand, dafür ganz unmassenhafte Leichtfüßigkeit, beispielhafte Bequemlichkeit, ein gelungenes Gesamtkonzept, das alle Vergleichstestgegner funktional distanzierte. Ein tadelloser Auftritt, Applaus, Applaus.Noch viel bemerkenswerter erscheint mir aber ein anderer Aspekt am bajuvarischen Luxus-Liner. Die K1200 LT erregt nämlich ideologisches Aufsehen, steht sie doch für etwas, was der restlichen BMW-Palette anscheinend aus Prinzip abgeht: Kompromisslosigkeit. K 1200 LT, die einzige extreme BMW. Ohne Wenn und Aber konzipiert. Alle Möglichkeiten und Bedürfnisse ausnutzend, die das Volk der Tourenfahrer sich schon immer gewünscht hat. K 1200 LT, ein wahrer Extremist, ein Rebell, ein Mahnmal der Geradlinigkeit unter gar so vielen weiß-blauen Variationen des Themas Multifunktional-Motorrad. Und somit der Beweis dafür, dass es doch geht: BMW kann spezialisierte Motorräder bauen! Mein Wunsch: weiter so, Bayern. Baut eine R 1100 S, die sich ohne Kofferhalter zu ihrer Mission als »sportlichste BMW aller Zeiten« bekennt? Oder eine GS, die nicht unbedingt eine Vierteltonne Lebendgewicht daherrollt? Schön wär’s. Und mutig. Jörg Schüller

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