Modelle des Jahres: MV Agusta F4 Serie Oro Perfektion bis ins Detail

Wassergekühlter Vierzylinder-Viertaktmotor, Hubraum 749 cm3, Leistung 93 kW (126 PS) bei 12200/min, Gewicht 207 kg, Sitzhöhe 820 mm, Höchstgeschwindigkeit 272 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 3,2 sek, Verbrauch Landstraße 6,2 l

Fahrbericht in MOTORRAD 10/1999, Vergleichstest in 15/1999

Plus
Spitzenoptik
Überragendes Fahrwerk
Sensationelle Detaillösungen

Minus
Nahezu unerschwinglich
unspektakulärer Motor

Was für ein Design, was für bestechende Fahreigenschaften, was für ein Kunstwerk. Im April dieses Jahres hatte ich das Vergnügen, die MV Agusta anlässlich ihrer Weltpräsentation in Monza zu testen. Die traditionsreiche Rennstrecke im königlichen Park war genau der richtige Rahmen, um eine Maschine dieser Güte gebührend zu feiern. Hier hörte ich die F4 zum ersten Mal die lange Zielgerade hinunterpfeilen, konnte mich in ihre Erscheinung vertiefen. Diese extrem auf Sportlichkeit ausgelegte, bis ins kleinste Detail ausgefeilte Konstruktion. In jeder Schraube und jeder Schweißnaht steckt der Hang zur Perfektion. Passgenau fügt sich die Verkleidung aus Carbon zusammen, zahlreiche gute Ideen, wie die verstellbaren Fußrasten und die für bessere Bedienbarkeit geformten Handhebel, verdienen höchstes Lob.Höchstes Lob, das an den begnadeten Konstrukteur Massimo Tamburini geht, dem schon einmal ein sensationelles Motorrad gelang: die Ducati 916. Für mich bis zum Erscheinen der MV die beste Maschine der Welt. Jetzt aber könnte das Pendel zur bildschönen MV schwingen.Wie bei kaum einem anderen Motorrad spielt Design die dominierende Rolle, hier wurden mit den vier nebeneinander liegenden Auspuff-Flöten im Heck und den übereinander angeordneten Scheinwerfern ganz neue Wege beschritten. Die Silhouette der MV gelang extrem schmal, und dank der üppigen Verwendung von ultraleichten Materialien geriet die Italienerin auch angenehm leicht. Diese Vorteile münzt sie trotz eines mit gemessenen 122 PS eher schwachen 750er-Vierzylindermotors, in bestechende Fahrleistungen um. Mit 272 km/h Topspeed läuft die MV Agusta so schnell wie eine fast 30 PS stärkere Yamaha YZF-R1.Der Motor ist übrigens der einzige Punkt, bei dem ich mir Verbesserungen vorstellen könnte. Denn Laufruhe und Leistungsentfaltung bei niedrigen Drehzahlen sind nicht mehr State of the Art. Man schenke ihm noch ein wenig Hubraum, damit er 900 cm3 erreicht, dann wäre der Traum für mich perfekt. Nein – stopp! Einen Haken gibt’s da doch noch. Dass ich gern eine MV besitzen würde. Doch das wäre ein tragischer Fall für mein Bankkonto.

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