MOTORRAD-Kommentar Punktewertung

Motor
Auf Geschwindigkeit kommt es nicht an. Das charakterisiert die Cruiser-Zunft perfekt. Die Honda beschleunigt besser als ein Fahrrad, aber nicht besser als ein TDI: geschlagene 20 Sekunden von null auf 140. Ergibt ganze sechs von 110 möglichen Punkten in den Fahrleistungs-Disziplinen. Dagegen sammelt die etwas unwirsch anspringende Triumph immerhin schon 22 Punkte. Für die Shadow sprechen indes die butterweiche, gut zu dosierende Kupplung. Oder ihr prima funktionierendes Getriebe. Beeindruckend, wie lastwechselarm die Zahnriemen von Kawasaki und Yamaha operieren. Kaum schlechter: die Kardan-Antriebe von Honda und Suzuki. Sanft pulsierend fallen die Vibrationen aus, mit Vorteilen für die Kawa.

Sieger Motor: Kawasaki und Triumph


Fahrwerk
man kann auch mit wenig zufrieden sein. Oder muss es zumindest. Denn auch renommierte Hersteller haben in dieser Klasse Mühe, gute Fahrwerke zu bauen. Leichtes Handling? Überall Fehlanzeige. Lascheste Stabilität in Kurven und bei Topspeed kennzeichnen Honda und Suzuki. Dies kombiniert die Intruder mit geringer Zielgenauigkeit. Wenig Rückmeldung vom Vorderrad ist üblich, und „Kurve kratzen“ kann man bei allen wörtlich nehmen. Wobei die Yamaha mit ihren ausladenden Trittbrettern bereits aufsetzt, wenn man nur an eine Kurve denkt, mitunter schon beim Wenden. Generell lästig: Überforderte Hinterradfederungen treffen auf mangelnde Einstellmöglichkeiten. Noch am komfortabelsten: die Honda.

Sieger Fahrwerk: Triumph


Alltag
Mag ja löblich sein, dass die Honda eine Sitzhöhe knapp überm Asphalt (66 Zentimeter) und zierliche Maße bietet. Doch bereits Freizeit-Kapitäne von 1,70 Meter wirken an Bord des kleinen Kreuzers deplatziert; ein Sozius hockt mit den Knien an den Ellenbogen auf dem Sitzbrötchen. Da nützt traumhafte Zuladung nix. Noch schlechter reist ein Passagier nur auf dem nach hinten abfallenden Sitzkissen der Triumph; ein komfortableres „Touring“-Sitzmöbelchen kostet 144 Euro extra. Lässiger und bequemer kommen Kawasaki, Suzuki und Yamaha rüber. Immens: die Reichweite der VN 900, nahezu unmöglich überall das Mitnehmen von Gepäck. Die Triumph oder besser ihr Fahrer leidet unter der wartungsintensiven Kette.

Sieger Alltag: Kawasaki


Sicherheit
noch am besten ankert die triumph. Als Einzige bremst sie einigermaßen kräftig und dabei passabel dosierbar. Vielleicht schon fast zu „giftig“. Am anderen Ende des Spektrums die Suzuki: zahnlos, trampelig zu dosieren und akut Fading-gefährdet. Das kann sogar die hinten ebenfalls nur mit Trommelbremse bewehrte Honda noch einen Tick besser. Für sichere Kreuzfahrten vermisst man ABS bei allen dringend.

Sieger Sicherheit: Triumph


Kosten
10000er-wartungsintervalle bescheren der sparsamen Yamaha
wie auch der etwas durstigeren Triumph günstigere Inspektionskosten. Teurer kommen die drei anderen Japaner mit engen 6000er-Intervallen.

Sieger Kosten: Triumph und Yamaha


Sieger Preis-Leistung: Kawasaki und Triumph
Weder billig noch richtig teuer, treffen VN 900 und Speedmaster das richtige Niveau: preislich nicht zu abgehoben, aber technisch einfach besser.
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