MOTORRAD - Kommentar Punktewertung

Motor
Wenn schon Power-Naked-Bike, dann richtig. Mit schierer Leistung dominiert die BMW das Testfeld. Die einzige Schwäche des Vierzylinders bleiben die – vor allem durch den Kardanantrieb bedingten – recht harten Lastwechsel-Reaktionen. Nur knapp geschlagen: Der Triumph-Dreizylinder, der mit tollem Ansprechverhalten und samtweichem Lauf die Konkurrenz überstrahlt. Dass KTM zugunsten der Fahrbarkeit auf Spitzenleistung verzichtet, tut dem in den unteren Drehzahlen tendenziell ruppigen V2-Motor gut. Das Rotax-Aggregat der Buell zeigt sich trotz dreier Ausgleichswellen im höheren Drehzahlbereich vibrationsfreudig. Trotzdem: Mit 144 PS drückt der mächtige Zweizylinder eine eindrucksvolle Spitzenleistung auf die Prüfstandsrolle.
Sieger Motor: BMW

Fahrwerk
Der kampf um die spitze entscheidet sich nur knapp. Letztlich gibt das per Knopfdruck einstellbare Fahrwerk (ESA) der BMW den entscheidenden Vorsprung. Zudem verhilft der lange Radstand der Bayerin zu sehr guter Geradeauslaufstabilität und einem tadellosen Fahrverhalten mit Sozius. Agiles Handling bei akzeptabler Stabilität und gelungen abgestimmte Federelemente – die KTM überzeugt. Wie übrigens auch das Fahrgestell der Triumph. Tolle Handlichkeit, klasse Rückmeldung, zielsicheres Lenkverhalten – da kommt Vertrauen auf. Im Gegensatz zur Buell. Mit ihren extremen Fahrwerksdaten tut sich die Amerikanerin keinen Gefallen. Wegen Nervosität auf Geraden, störrischem Einlenken und mäßigem Komfort kann die 1125 CR mit der Konkurrenz nicht schritthalten.
Sieger Fahrwerk: BMW

Alltag
Alltag, die domäne von BMW. Die K 1300 R bildet hier keine Ausnahme. Hilfreicher Windschutz, helles Licht, hohe Zuladung und die für ein Naked Bike zwar untypische, letztlich aber sehr bequeme Sitzposition machen die K 1300 R zum Vernunft-Kraftmax. Erst mit weitem Abstand folgt die Triumph. Kein Beinbruch. Über rudimentären Windschutz, mäßige Gepäckunterbringung oder begrenzte Zuladung sorgt sich kein Naked-Bike-Fan. Eher schon um den trotz tiefer gesetzten Soziusfußrasten mäßigen Beifahrerkomfort. Schwacher Trost: Genau die gleichen Kritikpunkte gelten auch für die KTM. Zumal es schlimmer kommen kann. Mit engem Kniewinkel, noch weniger Soziustauglichkeit und mäßigem Licht trägt die Buell hier die rote Laterne.
Sieger Alltag: BMW

Sicherheit
Drei buchstaben Für den schlüssel zum erfolg: ABS. Doch auch darüber hinaus glänzt die BMW mit ruhigem Fahrverhalten und exzellenten Bremswerten. Die herausragenden Brembo-Bremsen überzeugen sowohl an der KTM als auch an der Triumph. Vorteil KTM: Deren besser zu dosierende Handpumpe liefert mehr Feedback. Ihr nervöses Fahrwerk und die technisch spektakuläre, aber nur durchschnittlich funktionierende Bremse degradieren die Buell zum Schlusslicht.
Sieger Sicherheit: BMW

Kosten
Mässiger Verbrauch und günstige Inspektionen bescheren der Triumph den Sieg. Die Unterhaltskosten setzen der BMW zu, der gehobene Verbrauch der Buell und die kurzen Inspektionsintervalle (7500 Kilometer) der KTM.
Sieger Kosten: Triumph

Sieger Preis-Leistung: Triumph
Dass die über 17000 Euro teure BMW und die rund 5000 Euro günstigere Triumph sich hier auf Augenhöhe treffen, ist unerwartet – und rechtfertigt letztlich dennoch die oft gescholtene Preispolitik der Bayern.
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