MOTORRAD - Kommentar Punktewertung

Motor
Die goldene Mitte, dafür steht Benellis kräftiger wie durstiger Dreizylinder. Durchzug, Beschleunigung, Topspeed, immer ist er ganz vorn bei der Musik, ohne je die Bestmarken zu setzen. Unterm Strich einfach top. Den sanften Lastwechseln der Ducati merkt man an, welchen Reifegrad in Bologna mittlerweile komplex programmierte Kennfelder für Zündung und Einspritzung haben. Die Kupplung gibt sich mörderstramm und schlecht dosierbar, wie auch an der MV. Diese geht aus dem Schiebebetrieb nur hart und nervig verzögert ans Gas, als wenn die Drosselklappen in ihren Gehäusen klebten. Ohne Sehnenscheidenentzündung lässt sich auf Dauer die extrem bullige Moto Morini bewegen. Allerdings gingen am Test-Exemplar die Gangwechsel nur äußerst hart vom Fuß.
Sieger Motor: Benelli

Fahrwerk
Und noch einmal Vorteil Benelli. Das älteste Modell dieses Vergleichs fährt handlicher und zielgenauer als die drei anderen. So souverän die Öhlins-Federelemente der Ducati auch dämpfen und federn, auf Buckelasphalt strauchelt die Streetfighter in Kurven. Generell erfordert die wenig neutrale Duc ständiges Korrigieren in Schräglage. Das Chassis der Moto Morini fühlt sich ziemlich steif an, zum Einlenken ist deutlicher Nachdruck nötig. Doch dafür steckt die Corsaro einen Sozius am besten weg. Die wenig komfortable Brutale hingegen verliert mit Passagier einen guten Teil ihrer begeisternden Fahreigenschaften. Erstaunlich, wie stabil die vier geradeaus rennen. Punkte sammeln alle gleichermaßen durch voll einstellbare Fahrwerke.
Sieger Fahrwerk: Benelli


Alltag
Kopf-an-Kopf-Rennen: Ducati und Moto Morini schenken sich punktemäßig fast nichts. Und setzen doch völlig unterschiedliche Schwerpunkte: Nur auf der Corsaro reisen Fahrer wie Passagier auf längeren Strecken einigermaßen bequem. Die Ducati profitiert von der serienmäßigen Traktionskontrolle, der größten Reichweite und Zuladung sowie einer tadellosen Verarbeitung. Noch feiner zusammengebaut ist die im Alltag ansonsten eher schwache MV. Mit der immer noch ein wenig rustikal verarbeiteten Benelli fährt man von Tankstelle zu Tankstelle. Schade, denn die Besatzung ist an Bord der TnT deutlich besser aufgehoben als auf Streetfighter und Brutale. Bei Lichtausbeute und Rücksicht in den Spiegeln haben alle vier Italienerinnen noch Nachholbedarf.
Sieger Alltag: Ducati


Sicherheit
Freud und Leid. Wahnsinn, wie kraftvoll die Ducati und wie gut dosierbar Benelli und MV bremsen. In beiden Disziplinen fällt die Morini etwas ab, verzögert aber noch auf einem sehr hohen Niveau. Ein trauriges Kapitel: ABS, oder besser: kein ABS in Italien. Die Corsaro stellt sich beim Bremsen in Schräglage am wenigsten, die Streetfighter am meisten auf. Dafür unterbindet deren Lenkungsdämpfer Zappeln der Front im Keim, während die Moto Morini auf Bodenwellen gern mal austeilt.
Sieger Sicherheit: Ducati)


$(text:b:Kosten

Die Ducati kommt bei Inspektionskosten sehr und beim Benzinverbrauch recht günstig. Die Moto Morini punktet mit dreijähriger Garantie und niedrigeren Unterhaltskosten. Wartung der MV und Spritkosten der TnT hauen mächtig rein.
Sieger Kosten: Ducati

Sieger Preis-Leistung: Moto Morini
Alles ist relativ, auch in Hochpreis-Segmenten: Daher fährt die rund 14000 Euro teure Corsaro hier einen knappen Sieg vor der TnT ein, die nur unwesentlich mehr kostet. Exorbitant hoch: die Preise von MV und Ducati. kosten exorbitant viel.

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