MOTORRAD Kommentar-Punktewertung

Motor:
Es kann nur einen geben: Was Punkte nur unzureichend ausdrücken, muss der Text belegen. Unabhängig von den reinen Fahrleistungen (bei denen er voll bei der Musik ist) ist der 675-Motor der Überflieger dieser Klasse. Wer einmal erlebt hat, mit wie viel Verve und Hingabe der Triple aus jeder Ecke drückt, wie spontan er am Gas hängt und wie einmalig er klingt, will keinen anderen mehr. Da kann der neue Kawa-Motor noch so tapfer schieben, der quirlige Yamaha-Vierer noch so betörend drehen. Die knochige Schaltung verschmerzt man in diesem Kontext ebenso leicht wie das harte Ansprechverhalten. Letzteres wirft zusammen mit dem großen Spiel im Antriebsstrang den Honda-Antrieb deutlich zurück.

Sieger Motor: Triumph


Fahrwerk:
Knapp geht es zu, und am Ende steht traditionell die Triumph und über-raschend die Yamaha ganz vorne. Die Fahrwerksqualitäten der 675 sind hinlänglich bekannt und haben durch die Modellpflege noch gewonnen, die der R6 ließen sich immer erahnen. Jetzt, mit Bridgestone BT 016 statt der unharmonischen Dunlop Qualifier, kommen sie voll zur Geltung. Insgesamt liegen alle Fahrwerke auf hohem Niveau und unterscheiden sich bestenfalls durch Marginalien. Die neue Big-Piston-Fork der Kawa ist nicht der versprochene Fortschritt, sondern zeichnet sich eher durch ein hohes Losbrechmoment aus, das Federbein der Triumph liegt für den Alltag tendenziell eher auf der harten Seite.

Sieger Fahrwerk: Triumph/Yamaha


Alltag:
Auch wenn diese Qualitäten nicht so sehr im Rampenlicht stehen: Im Alltag liegt eine vorne, die sonst kaum auffällt. Es sind auch wirklich weniger die ureigenen Sportlereigenschaften, mit denen die Suzuki glänzt. Windschutz, Sitzkomfort Sozius, Ausstattung – so richtig aufregend ist das nicht, lästig aber auch nicht. Zumal die Suzuki deswegen keine schlechtere Sportlerin ist. Was die Ergonomie angeht, ist die Honda nach wie vor das Maß der Dinge. Versammelt, kompakt, dabei keines-wegs unbequem oder zu touristisch – es ist absolut überzeugend, wie Honda an der CBR das Gute mit dem Nützlichen verbunden hat. Auch sehr vernünftig: die dank des geringen Verbrauchs sehr gute Reichweite.

Sieger Alltag: Suzuki


Sicherheit:
Die normative Kraft des faktischen: Wer als Einzige ein ABS besitzt, kann in diesem Kapitel nur gewinnen. Und wer ein so toll funktionierendes ABS hat wie die CBR 600 RR, gewinnt mit großem Abstand. Kommt dann noch ein bahnbrechender Lenkungsdämpfer hinzu, wird der Vorsprung astronomisch. Immerhin hat Kawasaki in dieser Hinsicht nachgerüstet. Bis auf die GSX-R haben alle Top-Bremsen.

Sieger Sicherheit: Honda


Kosten:
Die Werkstatt trennt die Spreu vom Weizen: Triumph und Yamaha schreiten mit 10000er-Inspektionsintervallen voran, der Rest muss alle 6000 Kilometer zum Check-in. Am sparsamsten ist die CBR.

Sieger Kosten: Triumph/Yamaha


Preis-Leistung:
Keine großen Unterschiede in der Punktebilanz und ein ähnliches Preisniveau ergibt dreimal die Note 1,7. Leichter Rückstand für Honda und Yamaha, da sie etwas teurer sind.

Sieger Preis-Leistung: Kawasaki/Suzuki/Triumph

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