MOTORRAD Kommentar-Punktewertung

Motor
Keine Hämmer, sondern Abrissbirnen: Alle vier Bikes sind mehr als ausreichend motorisiert. Vor allem die Benelli begeistert mit superbem Antritt, dem spontanen Umsetzen von Dreh am Griff zu Raddrehzahl. Der Dreizylinder ist nicht nur ungemein kräftig, sondern auch optimal übersetzt. An Letzterem krankt die Aprilia, deren sechster Gang rechnerisch bis 296 km/h reicht. Ebenfalls am Thema Landstraßen-Bike vorbei: die Yamaha. Fette 147 PS drückt sie, doch ihr Vierzylinder verlangt dafür hohe Drehzahlen. Und kämpft mit einem Leistungsloch, das man vor allem im Zweipersonenbetrieb spürt. Der Buell wird die Beschleunigungs-Bedenkzeit beim spontanen Gasgeben um 3000/min zum Verhängnis – die Zeit bleibt stehen, während die Konkurrenz in gleicher Situation losprescht.

Sieger Motor: Benelli


Fahrwerk
Aus der Wiege des Supersports: Aprilias Tuono ist ein Racer mit breitem Lenker. Feinste Öhlins-Komponenten sorgen für bestes Ansprechverhalten und sattes Feedback. Hinzu kommt: Sie ist die leichteste und handlichste Maschine des Quartetts. Krasser Gegensatz: die Buell. Ihr Federbein spricht bockig an, die Amerikanerin legt starkes Eigenlenkverhalten an den Tag und läuft bei Topspeed nur bedingt geradeaus. Im Soziusbetrieb gerät die Yamaha schnell an ihre Grenzen und setzt auf. Schade, offeriert sie doch als Einzige des Vergleichs einen menschen-würdigen Soziusplatz. Zudem ist ihr Fahrwerk am komfortabelsten abgestimmt. Kaum eine Blöße gibt sich die Benelli. Wobei die Foto-TnT mit Michelin Pilot Power wesentlich agiler wirkte, als das mit Dunlop D 208 bestückte Testexemplar.

Sieger Fahrwerk: Aprilia


Alltag
Tausend Volt und kein licht? Der Spruch dürfte vor allem bei der Tuono nur als dummer Witz gelten: Die Lichtausbeute ihres Scheinwerfers ist auf Top-Niveau. Doch das war‘s auch bezüglich Alltagstauglichkeit fast schon. Mal abgesehen von den 194 Kilogramm Zulademöglichkeit der Aprilia. Vernünftig ist keines dieser Bikes. Kein nennenswerter Windschutz, kaum Möglichkeiten zur Gepäckunterbringung, schlechte Lebensbedingungen für Beifahrer und wenig Sicht in den Rückspiegeln. Einzig die Yamaha kann sich in diesem Kapitel etwas von der Konkurrenz absetzen: gutes Licht, relativ gute Ergonomie für beide Passagiere. Die Benelli fällt in puncto Reichweite fast durchs Raster: Wer volle Pulle fährt, muss bereits nach 140 Kilometern an die Zapfsäule.

Sieger Alltag: Yamaha


Sicherheit
sicheres Bremsen macht ein cooles Bike nicht uncooler – siehe ABS an der Yamaha. Vor allem nicht, wenn die Stopper auch gut dosierbar sind. Nicht so berauschend: Sowohl die FZ1 als auch die Buell neigen zu Kickback. Bei der Tuono sorgt ein Lenkungsdämpfer für Ruhe, die Benelli ist sehr stabil. Abgeschlagen: die Buell mit ihrer extremen Fahrwerksgeometrie. Die Amerikanerin stellt sich beim Bremsen in Schräglage stark auf und neigt im Soziusbetrieb extrem zu Stoppies.

Sieger Sicherheit: Yamaha


Kosten
Wäre da nicht die vierjährige Garantie der Aprilia, würde die Yamaha auch dieses Kapitel für sich entscheiden. Die Benelli gewinnt aufgrund ihres hohen Verbrauchs und den immensen Inspektionskosten keinen Blumentopf.

Sieger Kosten: Aprilia


Sieger Preis-Leistung
Unvernunft zu einem vernünftigen Preis – die FZ1 ist ein cooler, leistungsstarker, alltagstauglicher Straßenfeger. Und zudem weitaus günstiger als die Konkurrenz – touché!

Sieger Preis-Leistung: Yamaha

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