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Die Naked-Bike-Gruppe setzt sich zusammen aus ...

Naked Bikes beim Alpen-Masters 2016 Leichtigkeit oder Power?

Mit KTM 690 Duke, MV Agusta Brutale 800, Triumph Speed Triple S und Ducati Monster 1200 R tritt ein breites Spektrum Naked Bikes beim Alpen Masters 2016 an. Leichtigkeit oder Power, was sticht?

Vier verschiedene Hubräume zwischen 690 und 1200 Kubikzentimetern, ein Zentner liegt zwischen der Leichtesten und der Schwersten: KTM 690 Duke, MV Agusta Brutale 800, Triumph Speed Triple S und Ducati Monster 1200 R. Ein Eintopf, ein V-Twin und zwei Dreizylinder. Werden hier etwa Äpfel, Birnen und Wassermelonen verglichen? Ja und nein. Denn die Eckdaten der hier verglichenen Naked Bikes mögen grundverschieden sein, aber alle eint: Sie sind neu, sie sind nackt, und sie sind heiß auf Kurven. Was zählt mehr auf der Sella-Runde? Leichtigkeit des Singles, Twin-Power oder Drillings-Schub? Triumph-Stabilität oder Vareser Handlichkeit? Wie immer gelten in den Alpen ganz eigene Regeln, daher haben alle vier auch echte Siegchancen. Enge und engste Kehren, teils extremes Gefälle, hier feinster Grip, dort seifig polierter Beton, Wellen, Knicks, Rillen und Löcher – unsere Runde stellt höchste Ansprüche ans Material. Hier sticht in erster Linie ein ausgewogenes, bedienerfreundliches Konzept – sprich Fahrbarkeit, wie der Vorjahressieg der braven BMW F 800 R gegen echte Boliden eindrücklich belegt.

An sich beste Voraussetzungen für die fliegengewichtige KTM 690 Duke der fünften Generation, die zudem noch ab Werk mit Metzelers feinem Sportec M7 RR besohlt daherkommt – eine vielversprechende Kombination. In der Tat, und wenig verwunderlich markiert der Austria-Single dann auch die Benchmark in Sachen Handlichkeit am Pass. In diesem Feld kommt kein anderes Motorrad da ran, im ganzen Wettbewerb zirkeln nur Honda CB 500 und Yamaha MT-03 noch ein wenig fluffiger. Dazu addieren sich Bestmarken bei Schaltung und Kupplung, die beinahe so leichtgängig wie bei einer 125er arbeiten.

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KTM 690 Duke mangelt es deutlich an Stabilität

Im markanten Gegensatz allerdings zur von MOTORRAD zuletzt getesteten edlen R-Variante der KTM 690 Duke mangelt es dem Basis-Herzog deutlich an Stabilität. Die Fahrwerkskomponenten federn weich und dämpfen lasch, lassen, abgesehen von der hinteren Vorspannung, sämtliche Einstellmöglichkeiten vermissen. Das wirkt sich auf die Lenkpräzision aus, auf schlechtem Belag mag die wuselige Duke einfach keine Linie finden, erfordert ständige Korrekturen und ein hohes Maß an Einsatz. Klar außerdem: Auch wenn der im jüngsten Euro 4-Update auf glorreiche 78 Prüfstands-PS erstarkte Einzylinder das Nonplusultra in Sachen Serien-Single darstellt, muss er bei den Durchzügen fast zwangsläufig die rote Laterne tragen. Er will für zügiges Vorankommen viel Vollgas, Drehzahl und fleißige Schaltarbeit. Fahrspaß-Enthusiasten können darin ihre Erfüllung finden, auch wenn gerade ihnen die deutlich knackigere, schärfere Duke R nachdrücklich empfohlen sei. Wer aber Wert legt auf ein Mindestmaß an motorischer Souveränität, macht in den Alpen besser einen Bogen um die 690 Duke.

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Foto: www.factstudio.de
Trotz der unterschiedlichen Eckdaten, haben die vier echte Siegchancen, denn in den Alpen gelten ganz eigene Regeln.
Trotz der unterschiedlichen Eckdaten, haben die vier echte Siegchancen, denn in den Alpen gelten ganz eigene Regeln.

Und geht weiter, vielleicht zur neuen MV Agusta Brutale 800? Immerhin bietet der Vareser Drilling in Sachen Fahrleistungen Erstaunliches. Unerhört, mit welchem Zorn der 800er durchs Drehzahlband fetzt. Dank niedrigen Gewichts, kurzer Übersetzung und dreizylindertypisch kräftigen Durchzugs sitzt die Brutale der Triumph Speed Triple S und Ducati Monster 1200 R trotz erheblichen Hubraumnachteils bergauf bissig im Nacken. Ein weiterer Vorteil der kompakten Bauweise (sehr kurzer Radstand, relativ steiler Lenkkopf): Auch die Brutale gibt sich handlich, verspielt, winkelt mit regelrechtem Enthusiasmus ab. Ganz enges Gewurschtel, Spitzkehre nach Spitzkehre, etwa den Pordoi hinauf, gelingt auf ihr mit großer Leichtigkeit. Dazu arbeiten voll einstellbaren Fahrwerkskomponenten straff bis hart, aber mit sämiger Wertigkeit. Nur, wo bei der KTM 690 Duke die weiche, komfortorientierte Abstimmung für Gautschen sorgt, frisst bei der MV Agusta Brutale 800 die altbekannte, stets weiter verbesserte, aber unterm Strich noch immer unzureichende Gasannahme das ohne Frage vorhandene Potenzial des Chassis. Die Brutale geht hart ans Gas, schiebt etwas nach, lastwechselt unwirsch. Auf der Rennstrecke vielleicht eher verschmerzbar, die Rückseite des Fedaia hinunter, eine knifflige Sektion, schlicht unangenehm.

Der Schaltautomat ist sehr begrüßenswert, er unterhält wunderbar und funktioniert, irgendwie typisch MV, am besten bei Volllast und so gerade vor dem Begrenzer. Die langen Schaltwege im knochigen Getriebe kann er aber schwerlich verbergen. Damit nicht genug gemeckert: Noch härter als die Gasannahme der MV Agusta Brutale 800 ist ihre Sitzbank. Eine MV muss kein Sofa sein, aber der schmale, unergonomisch-kantige Sitzkeil der Vareserin gibt sich regelrecht Mühe, Behaglichkeit schon im Keim zu ersticken. Und stellt damit klar, worum es bei der Brutale geht: Sie ist klein, wunderschön, irre sinnlich, verfügt über Sportgene und damit großes Potenzial. Sie will bewegen und bewegt werden, aber auf spießige Kompromisse oder konsequente Funktionalität pfeift sie mit sympathischer Grandezza. MV Agusta Brutale? Der Name ist Programm.

Triumph Speed Triple S vs. Ducati Monster 1200 R

Und damit zu den beiden verbleibenden Titelkandidaten. Fleischiger Hinckley-Dreier oder knallig-edler Bologna-Twin? Ein spannendes Duell und voll auf Augenhöhe. Triumph Speed Triple S und Ducati Monster 1200 R rollen beide auf Pirelli Supercorsa SP, insofern herrschen bei den Gummis gleiche Voraussetzungen. Allerdings handelt es sich bei der Monster R um das teure Spitzenmodell der Baureihe, während die Speed Triple in S-Variante die Basisversion darstellt. In harter Währung sind das satte 6000 Euro Preisunterschied. In den Fahrleistungen schlägt sich dieser kräftige Aufschlag nur bedingt nieder.

Zwar beschleunigt die Ducati Monster 1200 R oben heraus noch heftiger, in den Durchzugswerten aber schenken sich beide nur wenig. Einmal mehr zeigt sich: Verwertbare Power ist es, was beim Alpen-Masters zählt. Und von der haben sowohl die Duc als auch die Triumph Speed Triple S massig. Die Leistungsentfaltung beider Motoren ist vorbildlich, aber bei Lastwechseln, Kupplung und Getriebe liegt der 1050er-Speedy-Antrieb den entscheidenden Tick vorne, was ihm knapp den Sieg in der Motorenwertung einbringt. Nur so nebenbei: Im Motoren-Kapitel krallt sich der Zehnfuffziger-Drilling die zweithöchste Punktzahl im 2016er-Alpen-Masters. Schon eher lässt sich die preisliche Differenz beider Maschinen in den Fahrwerkskomponenten verorten. Wie besonders die feine Öhlins-Gabel der Monster R anspricht, das hat schon etwas Erhabenes. Die Abstimmung ist überraschend komfortabel, ohne darüber ins Unsportliche abzugleiten. So fährt das R-Monster mit langem Radstand neutral, harmonisch, präzise, rundum überzeugend.

Straffer, härter, sehr satt gedämpft dagegen rollt die Triumph Speed Triple S. Das kostet etwas Komfort, und die Handlichkeit ist, auch aufgrund des etwas höheren Gewichts bzw. des höheren Schwerpunkts, etwas weniger ausgeprägt. Aber die großen Reserven der Federung, die schlafwandlerische Stabilität der Engländerin, ihre bestechende Neutralität, all das bringt richtig Fahrbarkeit und entsprechend Zähler. Ihr hilft auch, dass die Duc zwar überragend verzögert, beim Bergab-Bremstest mit Sozius aufgrund der aggressiven ABS-Abstimmung aber schwindelerregende Stoppies produziert. Weil die Speedy obendrein für ein Naked komplett ausgestattet ist, viel Zuladung hat und sich sonst keinerlei Blöße gibt, gebührt der rundum ausgewogenen Engländerin damit der Sieg in der Kategorie Naked Bikes.

MOTORRAD-Fazit

Die KTM 690 Duke ist ein Motorrad für Freaks im besten Sinne, hat aber gegen die wesentlich stärkeren, vielseitigeren Mehrzylindermaschinen keine echte Chance. Die MV Agusta Brutale 800 ist ebenfalls ein extrem fahraktives, aber auch sehr anstrengendes Motorrad. Hier geht nichts von selbst. Die Ducati Monster 1200 R überzeugt mit sattem V2-Punch und einem hervorragend abgestimmten Fahrwerk, das Sport und Komfort sehr gelungen vereint. Nicht ganz so komfortabel, aber ausgesprochen satt, stabil, fahrbar, macht die Triumph Speed Triple S als unterm Strich ausgewogenste Maschine den Sieg klar.

Foto: www.factstudio.de
Triumph Speed Triple S.
Triumph Speed Triple S.

Platz 1: Triumph Speed Triple S

Plus:

  • geschmeidiger Antrieb, sauberes Ansprechen, tolle Dosierbarkeit
  • Durchzug auf Spitzenniveau, extrem verwertbare Leistung
  • fährt neutral und stabil
  • für ein Naked Bike sehr komplette Ausstattung

Minus:

  • recht sportliche Sitzposition, auf Dauer ermüdend
  • schlechte Rücksicht
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Ducati Monster 1200 R.
Ducati Monster 1200 R.

Platz 2: Ducati Monster 1200 R

Plus:

  • druckvoller Vau-Zwei, satte Spitzenleistung
  • Fahrwerk liegt goldrichtig zwischen Komfort und Sportlichkeit
  • hervorragende Bremse
  • gutes Elektronikpaket, tolle Traktionskontrolle

Minus:

  • erreicht nicht ganz die Stabilität und Laufruhe der Triumph
  • Stoppieneigung bergab
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MV Agusta Brutale 800.
MV Agusta Brutale 800.

Platz 3: MV Agusta Brutale 800

Plus:

  • feuriger Dreizylinder mit Sportgenen
  • extreme Handlichkeit
  • tolle Bremswirkung, sauber appliziertes ABS

Minus:

  • unsaubere Gasannahme, starke Lastwechsel
  • sehr unkomfortabel und ermüdend
Foto: www.factstudio.de
KTM 690 Duke.
KTM 690 Duke.

Platz 4: KTM 690 Duke

Plus:

  • spielerisches, fliegen­gewichtiges Handling
  • ordentlicher Komfort, gelungene Ergonomie

Minus:

  • unelastischer Motor, schlechter Durchzug, verlangt nach sehr viel Schaltarbeit
  • federt und dämpft zu lasch, ausgeprägte Fahrwerksunruhe

Alpen-Masters-Wertung

 

Maximale
Punktzahl
Ducati
Monster 1200 R
KTM
690 Duke
MV Agusta
Brutale 800
Triumph
Speed Triple S
Motor15012697106127
Fahrverhalten180128109118134
Alltag10050544953
Komfort7025271625
Gesamtwertung500329
287
289
339
Platzierung2.4.3.1.

Daten Ducati und KTM

Hier sehen Sie einen Auszug der technischen Daten. Wenn Sie die kompletten, von uns ermittelten Messwerte inklusive aller Verbrauchs-, Durchzugs- und Beschleunigungswerte möchten, können Sie den Artikel als PDF zum Download kaufen.

Technische Daten Ducati Monster 1200 R (k.A.)
Modelljahr 2015
Motor
Zylinderzahl, Bauart 2 , V-Motor
Bohrung/Hub 106,0 / 67,9 mm
Hubraum 1198 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 13,0
Leistung 112,0 kW ( 152,3 PS ) bei 9250 /min
Max. Drehmoment 131 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Gitterrohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend
Federweg vorn/hinten 130 mm / 159 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 200/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 330 mm Vierkolben-Festsättel / 245 mm Zweikolben-Festsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1509 mm
Lenkkopfwinkel 65,7 °
Nachlauf 89 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe k.A.
Zulässiges Gesamtgewicht 390 kg
Höchstgeschwindigkeit 255 km/h
Preis
Neupreis 18390 Euro
Technische Daten KTM 690 Duke (A2)
Modelljahr 2016
Motor
Zylinderzahl, Bauart 1 , Motor
Bohrung/Hub 105,0 / 80,0 mm
Hubraum 693 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile
Verdichtung 12,7
Leistung 54,0 kW ( 73,4 PS ) bei 8000 /min
Max. Drehmoment 74 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb x-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Gitterrohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend
Federweg vorn/hinten 135 mm / 135 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 160/60 ZR 17
Bremse vorn/hinten 320 mm Vierkolben-Festsattel / 240 mm Einkolben-Schwimmsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1466 mm
Lenkkopfwinkel 63,5 °
Nachlauf 122 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe 835 mm
Zulässiges Gesamtgewicht 350 kg
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h
Preis
Neupreis 8395 Euro

Daten MV Agusta und Triumph

Technische Daten Triumph Speed Triple S (k.A.)
Modelljahr 2016
Motor
Zylinderzahl, Bauart 3 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 79,0 / 71,4 mm
Hubraum 1050 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 12,3
Leistung 103,0 kW ( 140,1 PS ) bei 9500 /min
Max. Drehmoment 112 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb x-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Brückenrahmen
Federweg vorn/hinten 120 mm / 130 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 190/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 320 mm Vierkolben-Festsättel / 255 mm Doppelkolben-Schwimmsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1445 mm
Lenkkopfwinkel 67,1 °
Nachlauf 91 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe 825 mm
Zulässiges Gesamtgewicht 414 kg
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Preis
Neupreis 12500 Euro
Technische Daten MV Agusta Brutale 800 (k.A.)
Modelljahr 2016
Motor
Zylinderzahl, Bauart 3 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 79,0 / 54,3 mm
Hubraum 798 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 13,3
Leistung 85,3 kW ( 116,0 PS ) bei 11500 /min
Max. Drehmoment 83 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Gitterrohrrahmen
Federweg vorn/hinten 125 mm / 124 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 180/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 320 mm Vierkolben-Festsättel / 220 mm Zweikolben-Festsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1400 mm
Lenkkopfwinkel 65,5 °
Nachlauf 104 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe k.A.
Zulässiges Gesamtgewicht 379 kg
Höchstgeschwindigkeit 237 km/h
Preis
Neupreis 12680 Euro

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