Nobody is perfect

Mit den RXV/SXV-Modellen setzt Aprilia schon mal eine rekordverdächtige Marke: Lediglich 30 Monate liegen zwischen dem aller-
ersten Renneinsatz des Prototypen im Oktober 2003 und dem Anlauf der
Serienproduktion. Nicht viel, um ein derart unkonventionelles Konzept, von dem keine nennenswerten Erfahrungen vorliegen, umzusetzen.
Insofern dürfen sich die Italiener bei ihren Erstlingswerken durchaus auf eine gewisse Schonfrist berufen. Dennoch: Für 8700 Euro, immerhin die preisliche Spitze im Sportenduro-Segment, kann der Offroad-Crack durchaus ein problemlos funktionierendes Motorrad erwarten. Das gilt für die RXV 450 aber nur bedingt. Während der praxisfremde Papierluftfilter demnächst in einem Racingkit durch die übliche Schaumstoff-Version ersetzt wird, fällt beim Wechsel des horizontal eingebauten Filters auch mit Kit Schmutz in den Luftfilterkasten beziehungsweise in die Ansaugtrichter.
Erste Schmelzspuren wies während des Tests der Wasserpumpen-Schlauch auf, an dem der Krümmer des vorderen Zylinders nur um Millimeter entfernt entlangführt. Auf seiner Außenseite schmolz der ohne Hitzeschild ausge-
stattete Krümmer obendrein die Kunststoffteile der Cross-Stiefel ab.
Weshalb sich das Motoröl über die Motorgehäuseentlüftung trotz korrekten Ölstands – der Trockensumpf-Motor besitzt immerhin drei Liter Ölvolumen – den Weg nach außen suchte, konnte letztlich nicht geklärt werden. Unschön ist die Sabberei auf alle Fälle.

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