Punktewertung

Foto: fact
Motor
Breiter gestreut als die Motoren dieses Testfelds geht's kaum noch. Auf der einen Seite stehen die Kraftpakete der Honda und der Yamaha, gefolgt von den potenten V2 der Harley und der Ducati. Am anderen Ende finden wir die eher braven Aggregate der Triumph und der Guzzi. Insgesamt beeindruckt der wassergekühlte CB-1300-Motor mit sanfter Laufkultur und satter Spitzenleistung ohne Schwächen. Sorgenkind bleibt in dieser Wertung die Moto Guzzi: Zwar arbeitet der quer eingebaute V2 unauffällig, doch 48 PS aus 750 cm³ sind auch für ein Retro-Bike etwas mager. Emotionsstark und raubauzig wie eh und je: die Harley.

Fahrwerk
Die Spitzengruppe in Sachen Fahrwerk konzentriert sich auf das Trio aus Honda, Yamaha und – eher überraschend – Ducati. Trotz überdämpfter Federbeine punktet die GT 1000 mit stabilem Fahrverhalten und gibt sich in kaum einer Unterwertung eine Schwäche. Der Maßstab in Sachen Federungsabstimmung bleibt, nicht zuletzt durch die Öhlins-Federbeine, die Yamaha, auch wenn sich sie Honda insgesamt einen Tick homogener zeigt. Ihren Wurzeln als Chopper muss die Harley Tribut zollen. Selbst von einem mäßig sportlichen Retro-Bike verlangt man ein präziseres Lenkverhalten und besseres Handling.

Alltag
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich Honda und Yamaha auch hier. Letztlich entscheiden der Verbrauchsvorteil und die bessere Fahrerergonomie für die CB 1300. Immerhin: Begleit-personal logiert am angenehmsten auf der XJR. Unter aller Kanone bleibt der Soziuskomfort auf der nach hinten abschüssigen Harley-Sitzbank, die mit ihren harten Kanten obendrein auch für den Fahrer wenig Sympathie zeigt. Ganz achtbar schlägt sich trotz der ebenfalls recht kantigen Sitzgelegenheit die Moto Guzzi. Gegenüber der Ducati behauptet sie sich vor allem durch ihren mäßigen Verbrauch.

Sicherheit
Das Zauberwort lautet ABS. Damit sichert sich die CB 1300 auch hier die Führungsposition, auch wenn sie in Sachen Bremsdosierung der Yamaha den Vortritt lassen muss. Verhalten und ohne Progression bildet die Guzzi-Bremse das Schlusslicht. Auffällig nervös um die Lenkachse zeigt sich in holprigem Geläuf die Duc.

Kosten
Endlich mal Abwechslung: Bei den Finanzen schlägt die Guzzi mit geringem Verbrauch und dem günstigsten Preis zu. Die Honda verliert vor allem wegen hoher Inspektionskosten.

Preis-Leistung
Für Retro-Bikes eigentlich kein wichtiges Kriterium. Und doch darf die XJR stolz auf die 1,9 sein. Ein gutes Motorrad für gutes Geld.

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