Ratgeber Kaufen FS-10 Freedom gegen Carbon von HJC

Die fast baugleichen Modelle des weltweit größten Helmherstellers befinden sich im Wettstreit. MOTORRAD spielte monatelang den Schiedsrichter.

Foto: mps-Fotostudio

Qual der Wahl

HJC bietet den FS-10 (ab 269,99 Euro in Unischwarz) sowohl in einer Fiberglas-Variante mit dem neuen, frischen Design "Freedom" für 299,99 Euro als auch in einer nur mit Klarlack überzogenen Karbon-Variante für 429,99 Euro an. Für das Modelljahr 2009 hatten die Koreaner den FS-10 überarbeitet. Während MOTORRAD beim Vorgängermodell bei längeren Regenfahrten durch die Kinnbelüftung eindringendes Wasser bemängelte, ist dieses Problem mittlerweile offensichtlich behoben. Beide Helme, Freedom wie auch Carbon, hielten im Dauer-Praxistest auch bei extremem Regen dicht. Sie sind serienmäßig mit integrierter Sonnenblende, Atem- sowie Windabweiser, Visier-Riegel und beschlagfreiem Visier ausgestattet.
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Die Sonnenblende ist einfach zu bedienen eine super Sache bei wechselhaften Lichtverhältnissen. Als minimal störend wurde aber das laute Rückfedergeräusch beim Einfahren der Blende empfunden. Gut für Brillenträger: Anders als bei vielen Helmen kollidiert beim FS-10 die Sonnenblende nicht mit dem Brillengestell der Atemabweiser allerdings in vielen Fällen mit der Nase. Das hatte bei den meisten Testern zur Folge, dass sie auf das über drei Druckknöpfe ohnehin nicht besonders fest angebrachte Kunststoffteil verzichteten.

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Die Belüftung der Helme ist trotz zehn Ein- und Auslassöffnungen eher mittelprächtig. Das Visier beschlägt aber nur unter extrem schlechten Wetterbedingungen und lässt sich sehr unkompliziert wechseln. Der Visierriegel ist ebenfalls ein echtes Plus, lässt sich allerdings mit Handschuhen nur fummelig arretieren. Die Helme sind mit gewogenen 1440 Gramm (Carbon) und 1560 Gramm (Freedom) zwar nicht gerade in der Federgewichtsklasse beheimatet, das Gewicht geht für derart gut ausgestattete, voll tourentaugliche Helme aber voll in Ordnung.
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Trotz des nur geringen Gewichtsunterschieds fühlt sich der Carbon auf dem Kopf subjektiv deutlich leichter an. Neben dem Material ein weiterer grundlegender Unterschied: Der (sportlichere) Carbon besitzt einen vorbildlich fest zu verschließenden Doppel-D-Verschluss, während der Freedom mit einem (komfortableren) Drucktasten-Verschluss versehen ist Punktgewinn für den Carbon. Beide FS-10 sind vergleichsweise leise, und das herausnehmbare, hochwertige Innenfutter schmeichelt der Haut.

Die Fiberglas-Variante saß bei den Testern trotz Baugleichheit etwas besser als der Carbon: satt und sehr bequem. Die Passform ist bei beiden Helmen aber hervorragend, so dass es auch nach mehreren tausend Testkilometern schwer fällt, einen Sieger zu küren. (HJC: Telefon 02131/523560 www.hjc-helmets.de)

Fazit

Zweimal ein Beweis dafür, dass tolle Helme keine Unsummen kosten müssen. FS-10 Freedom und Carbon bieten einen klasse Gegenwert uneingeschränkt empfehlenswert. Die fesche Fiberglas-Variante gewinnt wegen des deutlich niedrigeren Preises knapp gegen den etwas sportlicheren Carbon.

 

MOTORRAD-Urteil: 2x Sehr gut

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