Supermotos - die besseren Allrounder? Supermotos - die besseren Allrounder?

Der Einzug der Zweizylinder-Konzepte hat das Einsatzspektrum der Supermotos deutlich erweitert. Sind die großen Drifter gar die besseren Allrounder?

BMW G 650 Xmoto gegen Yamaha MT-03
Einzylinder sind nicht mehr en vogue. Spürbar ist das nicht zuletzt bei der Suche nach einem Allrounder-Pendant zur BMW Xmoto. Da sich die neue Yamaha Ténéré eindeutig zum Reise-Enduro-Segment bekennt, bleibt als einzige Vertreterin deren futuristische Schwester, die MT-03, zum Vergleich. Trotz geringerer Spitzenleistung überzeugt das Funbike mit kultiviertem Laufverhalten des 660er-Singles, einem – je nach Ausstattung – mindestens 2000 Euro günstigeren Preis und vor allem mit alltagstauglicher Ergonomie und besserem Sitzkomfort. Dass BMW bei der Xmoto kaum Wert auf Beifahrer-Tauglichkeit gelegt hat, lässt sich bei der sehr sportlichen Ausrichtung der G 650 entschuldigen. Mit dem Gedanken, aus der Xmoto einen multifunktionalen Allrounder zu kreieren, hat man in Bayern mit Sicherheit nie gespielt.
Punktsieger und besserer Allrounder: Yamaha MT-03


Aprilia SMV 750 Dorsoduro gegen BMW F 800 S
Hand aufs Herz: Was wäre das gewesen, wenn die neue Dorsoduro einen Top-Allrounder der Mittelklasse, die BMW F 800 S, punktemäßig überholt hätte? Eine Sensation – oder ein Rechenfehler. So bleibt‘s bei dem Sieg der Bayerin. Doch der fällt außergewöhnlich knapp aus. Was nicht gegen die BMW, sondern für die Aprilia spricht. Mit der SMV 750 bieten die Italiener ein nahezu uneingeschränkt alltagstaugliches Motorrad an. Lediglich in Sachen Windschutz, Sitzkomfort und Verbrauch muss sich die Aprilia hinter der BMW einordnen – wenn man vom aufpreispflichtigen ABS der F 800 S einmal absieht. Dass es den Designern aus Noale gelungen ist, diese Technik in eine höchst attraktive Supermoto-Optik zu verpacken, fällt bei der direkten Gegenüberstellung der beiden Zweizylinder noch zusätzlich ins Gewicht.
Punktsieger und besserer Allrounder: BMW F 800 S


KTM 990 Supermoto gegen Suzuki Bandit 1250 S
Ein Ritterschlag für die KTM 990 Supermoto! Mit 15 Zählern Vorsprung schiebt sich die Österreicherin an einem der besten und meistverkauften Allrounder, der Suzuki Bandit 1250 S, in der MOTORRAD-1000-Punkte-Wertung vorbei. Zu verdanken hat sie das hauptsächlich ihrem fulminanten V2-Motor und dem erstklassigen Fahrwerk. Doch im Motorrad-Alltag – erst recht in dem eines Allrounders – sind andere Aspekte oft wichtiger als Spitzenleistung oder Schräglagenfreiheit: Windschutz, Sitzkomfort, Soziustauglichkeit, Gepäckunterbringung, ABS und ein günstiger Preis. Und genau mit diesen Argumenten reißt die Bandit das Ruder herum. Es siegt der gesunde Menschenverstand – und damit die Suzuki. Dennoch: Einem so sportlichen Motorrad wie der 990er-Supermoto ohne entscheidende Abstriche Alltaugstauglichkeit anzuerziehen, das verdient Respekt.
Punktsieger: KTM 990 Supermoto
Besserer Allrounder: Suzuki Bandit 1250 S

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote