Suzuki GSX-R 750

Die Bremsanlage der Suzuki GSX-R 750 präsentiert unter modernen Supersportlern den State of the Art. Schwimmend gelagerte, üppige 320-Millimeter-Scheiben und Sechskolbenzangen, die schon bei geringen Handkräften eisern zupacken, dazu klebrige Sportreifen und ein niedriger Schwerpunkt - das muß bremsen. Normalerweise sollte man bei einem solchen Bremskraftwerk überdurchschnittliche Verzögerungswerte vorraussetzen können. Doch unter den eingangs erwähnten Testumständen wiederspricht die Realität den Erwartungen. Bei der Soloabfahrt erreicht die GSX-R zwar Spitzenverzögerungen von 9,5 m/s², meistens verzögert sie aber nur mit ungefähr 8 m/s², und das im Solo- oder Zweipersonenbetrieb. Nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Wie kann das sein? Ähnlich wie bei der Freewind beißt auch die GSX-R-Bremse schon bei geringer Handkraft gnadenlos zu. Das Verzögerungsempfinden ist gewaltig, weil der GSX-R-Fahrer sich stark mit den Armen abstützen muß. So fällt es natürlich schwerer, die Hebelkraft zu dosieren - zumal der Grad zur Blockiergrenze schmal ist. Auf glatten Belägen lassen sich aber mühelos höhere Verzögerungen realisieren. Sicher ist, daß sich GSX-R-Fahrer um ein Bremsversagen keine Gedanken machen müssen. Thermisch gesehen ist die GSX-R-Bremse nämlich völlig unempfindlich und absolut fadingfrei - egal, ob mit einer oder zwei Personen besetzt. Verzögerungen an der Blockiergrenze sind mit den weniger anspruchsvoll ausgestatteten Konkurrentinnen aber leichter zu realisieren.

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