Technik-ABC: Fahrwerk

Warum ist die Bananenschwinge krumm? Wo liegen die Vorteile einer Upside-down-Gabel? Was ist besser, Alu oder Stahl? Und wofür sind eigentlich radial verschraubte Bremszangen gut?

Beginnen wir mit den Rahmenbedingungen: Der Trend im Chassisbau geht eindeutig zu Aluminium, das meist kostengünstig als Guss oder Druckguss verarbeitet wird. Alu rostet nicht, ist leicht und bei richtiger Dimensionierung stabil genug. Allerdings können pfiffig gemachte Stahlrahmen in filigraner Gitterrohrbauweise ebenso leicht und stabil sein wie die voluminösen Alu-Brückenkonstruktionen. Bei Schweißarbeiten oder dem Ausrichten von Unfallschäden ist Aluminium aber empfindlicher als Stahl.

Upside-down-Gabeln, Kurzform USD, haben den Vorteil, dass sie dort, wo die größten Belastungen auftreten, direkt unterhalb der unteren Gabelbrücke also, durch den großen Durchmesser der Standrohre eine höhere Biegesteifigkeit aufweisen als konventionelle Telegabeln. Einziger Nachteil der USD-Gabel: Werden die Gabelbrücken zu fest verschraubt, können sich die Standrohre oval verformen, die Gabel klemmt, Komfort und Ansprechverhalten sind dahin. Deshalb dürfen die Klemmschrauben nur mit dem vorgegebenen Drehmoment angezogen werden.

Die Bananenschwinge stammt wie die USD-Gabel aus dem Rennsport. Ihre Bauform hat den Vorteil, dass sich die Auspuffanlage wegen der nach oben gezogenen Schwingenarme höher verlegen lässt, was mehr Schräglagenfreiheit bringt. Bezüglich Steifigkeit, sind Schwingen mit Ober- oder Unterzügen allerdings nicht zu schlagen.

Einfache Schwimmsattelbremsen, bei denen die Kolben nur auf einer Sattelseite sitzen und sich die gesamte Bremszange auf Führungsbolzen horizontal verschiebt, werden aus Kostengründen verbaut. Besser, weil stabiler und somit entscheidend für einen klaren Druckpunkt, sind Festsättel, deren Bremskolbenpärchen die Beläge von links und rechts auf die Scheibe pressen. Man unterscheidet bei den Schwimmsätteln Ein- und Doppelkolben-Zangen. Bei den Festsätteln wird von Zwei- oder Vierkolbenzangen gesprochen, die – wieder aus dem Rennsport abgeleitet – oft radial verschraubt sind. Radial, weil die Schraubverbindungen in Richtung Radachse verlaufen. Distanzhülsen ermöglichen den Einsatz unterschiedlich großer Bremsscheiben.

Da die Scheiben beim Bremsen extrem heiß werden und sich ausdehnen, werden sie in der Regel schwimmend gelagert. Sind sie starr verschraubt, treten Spannungen im Material auf, die zu Verformungen führen können (siehe Rieju). Entweder wellt sich die Bremsscheibe, was Vibrationen und ein Pulsieren am Hebel erzeugt, oder sie schirmt sich, nimmt die Form eines Tellerrands an. Die Folgen: ein teigiger Druckpunkt und im schlimmsten Fall komplettes Bremsversagen.

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