Technik-ABC: Motor

Warum hat der Zweitakter in der Regel mehr Leistung? Und weshalb kommt der Einzylinder-Viertakter der Honda besser aus dem Quark als der V2 der Hyosung? Hier ein paar Antworten:

Von jeher gaben Zweitaktmotoren den Ton in kleinen Hubraumklassen an. Kostengünstig in der Fertigung, weil das Bauprinzip mit nur drei bewegten Motorenteilen auskommt (Kolben, Pleuel, Kurbelwelle), leicht und trotzdem leistungsstark. Im Gegensatz zum Viertaktmotor zündet der Zweitakter bei jeder Kurbelwellenumdrehung, setzt also doppelt so oft über die Verbrennung Leistung frei. Bei gleichem Hubraum rund 70 Prozent mehr als der Viertakter.

Nachteile: Der Gaswechsel von Frischgas und verbrannten Altgasen muss in einem Arbeitstakt stattfinden, wobei ein Teil des Benzin-Luftgemischs mit den Altgasen über den Auslass entweicht. Dieser so genannte offene Gaswechsel erhöht den Verbrauch und verschlechtert die Abgaswerte, wegen der hohen Anteile unverbrannter Kohlenwasserstoffe aus Benzin und Schmieröl.

Dieses Öl schmiert den Kolben und die Wälzlager von Pleuel und Kurbelwelle. Da es mit dem Abgas im Auspuff verschwindet, spricht man von einer Verlustschmierung. Entweder wird das Öl direkt dem Benzin beigemengt, zum Beispiel im Mischungsverhältnis 1:50 (das entspricht einem Liter Öl auf 50 Liter Benzin) oder durch eine kleine Pumpe (Getrenntschmierung) in den Einlasstrakt befördert.

Beim Viertaktmotor steuern Nockenwellen und Ventile den sogenannten geschlossenen Gaswechsel.

1.: Ansaugtakt: Über ein bis drei Einlassventile saugt der Motor Frischgas an.
2.: Verdichtungstakt: alle Ventile geschlossen, Kolben auf dem Weg nach oben. Kurz vor dem so genannten oberen Totpunkt: Zündung!
3.: Arbeitstakt: Verbrennung des Benzin-/Luftgemischs.
4.: Auslasstakt: Die abgefackelten Gase werden über ein bis zwei Auslassventile in den Auspuff entlassen.

Geschmiert werden die vielen bewegten Teile des Viertakters über eine Pumpe, die das Motoröl direkt an die Lagerstellen presst. Über einen Kreislauf gelangt das Öl wieder an seinen Ausgangsort zurück, weshalb man von einer Druckumlaufschmierung spricht. Der geringere Verbrauch und die schadstoffärmeren Abgase zählen zu den klaren Vorteilen des Viertaktprinzips.

Theoretisch könnte die mehrzylindrige Hyosung mehr Power aus ihrem Motor schöpfen als die einzylindrige Honda. Dass der aufwendige V2 der GT gegenüber dem Single der CBR so schlecht geht, dürfte also kaum am Bauprinzip liegen. Dafür sind Ventilsteuerzeiten, Brennraum- und Kanalgestaltung des 14 PS starken Hyosung-Triebwerks wohl bei weitem nicht so optimiert wie beim lange auf dem Markt befindlichen, ausgereiften CBR-Einzylinder. Hinzu kommt die im Vergleich noch längere Übersetzung, die die GT Spritzigkeit kostet.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel