Technik: variable Saugrohrlänge

Foto: Yamaha
Von nichts kommt nichts, sagt ein altes Sprichwort und trifft beim Verbrennungsmotor den Nagel auf den Kopf. Um ein hohes Drehmoment zu erreichen, muss so viel Gas-Luft-Gemisch wie möglich in den Zylinder strömen. Bei optimal ausgetüftelten Ansaugsystemen füllt sich dank der hohen Strömungsgeschwindigkeit in Verbindung mit sehr großen Saugrohrdurchmessern (bei der R6 41 Millimeter) jeder Zylinder mit über 100 Prozent seines Volumens. Das Phänomen der Aufladung auch ohne Kompressor oder Turbolader gelingt dadurch, dass das Gas-Luft-Gemisch infolge der Massenträgheit auch dann noch in den Zylinder strömt, wenn der Kolben im unteren Totpunkt angekommen ist und sich wieder nach oben bewegt, somit gegen die Strömungsrichtung arbeitet. Dieser dynamische Strömungsvorgang wird im Fachjargon als Ladeeffekt bezeichnet, der sich je nach Drehzahl und Motorabstimmung unterschiedlich stark auswirkt. Die Grundregel dabei lautet: je länger der Ansaugtrakt, also der Weg vom Ansaugtrichter bis zum Einlassventil, desto besser das Drehmoment und die Durchzugskraft des Motors.

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