Tipps für Einsteiger

Üben, üben, übenOb auf Skiern, Inlinern oder einem Motorrad – die ersten Kilometer sind die schwersten. Auch Motorradfahren ist im weiteren Sinne ein Sport, der erlernt werden muss. Die Fahrschulstunden allein genügen nicht. Danach heißt es: trainieren, um den Woodoo-Zauber der Koordination von Händen, Füssen, Kopf und Wahrnehmung zu verinnerlichen. Denn genau hier liegt das Geheimnis sicherer Motorradbeherrschung. Wer sich nicht unbedingt für den Königstiger hält, sprich, weniger Talent mitbringt, kann sich dabei helfen lassen. Motorradverbände und Automobilclubs bieten Fahrertrainings an, die sich mit den besonderen Schwierigkeiten der Absolute Beginners auseinandersetzen: Blickführung, effizientes Bremsen, Balance- und Schräglagengefühl. Denn nur eine selbstbewußte Beziehung zum Motorrad ist auch eine gute. Bundesweite Termine sind in der kostenlosen Broschüre »Motorrad-Sicherheitstrainings« enthalten, die beim IfZ, Postfach 120 404, 45314 Essen, zu haben ist. Freilich kann man auch autodidaktisch vorgehen. Mitunter tut’s schon ein kleiner Handling-Parcours aus Cola-Dosen. Ist auf jedem Parkplatz schnell aufgebaut und fördert den Kontakt zum neuen Bike enorm. Ansonsten: Just do it! Am Anfang zählt jeder Kilometer doppelt.Muss es eine Neue sein?Worauf man sich einstellen sollte: Am Anfang wird die intensive Beschäftigung mit dem Bike zwangsläufig durch den ein oder anderen Umfaller unterbrochen, das liegt einfach in der Natur der Sache. Also lieber gleich mit einer Angeschraddelten anfangen? Stimmt nicht ganz. Denn eine verlebte Möhre mit meist schwergängigen Bedienungselementen, faden Bremsen und müdem Motor ist deutlich schwerer zu fahren als eine neue und macht etwa so viel Vergnügen wie Inline Skates von Aldi. Besser eine gut erhaltene Einsteigermaschine aktuellen Konzepts kaufen, die mitunter bereits ab 5000 Mark zu haben sind. Krisenthema SitzhöheViel zu hoch, der Bock. Für viele Einsteiger ein kaufentscheidendes Argument. Lernt man mit zunehmendem Balancegefühl, sich mit einem Bein abzustützen, ist anfangs der doppelte Bodenkontakt beruhigend. Wer auf seinem Wunschmotorrad Höhenangst hat, kann es tiefer legen. Nicht nur durch profanes Abpolstern der Bank (machen Sattler für rund 150 Mark), sondern pikfein über modifizierte Umlenkhebel und Federlelemente (Test in MOTORRAD 21/1996), was mehrere Zentimeter Tiefengewinn bringen kann. Umbaukits für viele Modelle bieten die Firmen Alpha-Technik (siehe Kasten Seite 43), Götz in Bisingen (Telefon 07476/933150) und Wilbers Products in Nordhorn (Telefon 05921/6057). In der Regel weiß der Vertragshändler, welche Möglichkeiten in Frage kommen. »Härtefälle« sollten den werksseitigen Tieferlegungskit der BMW F 650 beachten, der sogar 1,50-Meter-Menschen die Enduro-Welt eröffnet.BürokratischesRund 250 Mark Haftpflichtversicherung und etwa 70 Mark Kfz-Steuer für eine 500er – mehr muss der Spaß nicht kosten. Beratung zu Versicherungsfragen, Saisonkennzeichen und günstigen Einsteigertarifen gibt’s unter der MOTORRAD-Service-Hotline 0190/774475 für 2,42 Mark pro Minute. Gefahren lauern beim stillschweigenden Entdrosseln des 34-PS Motors. Damit erwischt, kann eine Anklage wegen Fahrens ohne Führerschein drohen und bei einem Unfall Regressansprüche der Versicherung. Kein Spaß also. Und auch nicht lohnenswert. Denn die echten Einsteigermaschinen sind so gut gedrosselt, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. Bis auf eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit bleibt das original Feeling nahezu komplett erhalten.

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