Vergleich: Ducati, Harley-Davidson, Triumph Street, Moto Guzzi Coole Bikes um 8000 Euro

Kennen Sie den Film "Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding"? Im Prolog des 1990er-Jahre-Streifens, den einige Kritiker als das deutsche Pendant zu "Pulp Fiction" bezeichnen, meint Ralf Richter, alias Gangster Kalle Grabowski, zu wissen, auf was es ankommt, wenn man ein Fahrzeug fürs Leben sucht ...

Foto: jkuenstle.de

Du brauchst ein Fahrzeug, was zu Dir passt! Mit Stil. Eins mit Charakter. Verstehst du? ... n’Baby ... zum Liebhaben. Du musst es pflegen, streicheln, tanken ... Und auch Geld reinstecken. So‘n Baby will unterhalten werden. Aber dafür bleibt‘s vielleicht auch bis zum Ende deines Lebens bei Dir ..." Sagt Kalle Grabowski im Film. So wie er das rüberbringt, eingepfercht in der Zelle, atmosphärisch düster, mit verwegen wirren Haaren, in ranzigen Klamotten und drohend erhobenem Zeigefinger, kann es nur eins bedeuten: Er meint die ultimative mechanische Geliebte. Sexy. Zeitlos. Charismatisch. Einzigartig. Aber auch treu. Ein Fels in der Brandung immer neuer Versuchungen. Ein Motorfahrzeug, das dich auf ewig begleitet und dir stets Hochgefühle schenkt. Garantiert. Todsicher.

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Es gibt sie tatsächlich: bezahlbare Motorräder von der Stange, die diese Kriterien erfüllen. Bikes, die sich nicht dem Schneller-höher-weiter-Hype oder einem Modetrend unterordnen, sondern durch Design oder Charakter direkt in unser Herz katapultieren. Für rund 8000 Euro bieten die Ducati Monster 696, Harleys 883 Iron, Moto Guzzis V7 Classic und die Triumph Street Triple richtig große Gefühle für vergleichsweise kleines Geld. Was aber löst diese großen Gefühle bei vielen von uns aus?

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Teil eins: Blickdiebe

Es gibt Motorräder - sorry, wenn Sie da jetzt nicht mit dem Autor übereinstimmen -, die sind weniger als Euphoriebeschleuniger geeignet, sondern in erster Linie Fortbewegungsmittel. Welche das sind? Ansichtssache. Automobilistisch gesehen befänden wir uns bei einem VW Sharan. Schon mal vor einem Sharan gestanden, und andächtig dem Fahrerlebnis entgegen gefiebert? Na? Genau! Bei einem Ford Mustang Shelby GT 500 wummert der Puls automatisch höher. Der will mit dem Herz gefahren werden, würde Kalle Grabowski sagen. Nicht mit dem Hirn.

Genau wie die vier Probanden dieses Tests. Mit dem Öffnen des Garagentores geht auch das Herz auf, wenn man einem dieser Bikes gegenüber steht. Kein schnelles Rauszerren, Helmaufstülpen und blindlings Drauflosfahren. Sondern durchatmen. Andächtig umkreisen. Mit Bedacht starten. Eine Zeremonie, die über Jahrzehnte Bestand hat.

 

Diese vier sind alles andere als mainstreamig. Sie kokettieren mit archetypischen Designelementen. Die klaren Proportionen der Monster beispielsweise: Wespentaille, potent gestreckte Schalldämpfer, massiger Tank und der durch den Gitterrohrrahmen dominant präsentierte V2. Hier wird die Technik nicht versteckt, sondern lasziv offenbart. Das trifft auch auf die Harley zu, bei der übrigens alles ein wenig massiver ausfällt: Schrauben, Halter, Lager, Motor, Rahmen.

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Und das Gewicht so auf 261 Kilogramm hochschraubt - sie ist damit rund einen Zentner schwerer als die Konkurrenz. Diese Massivität hat neben dem urtypischen Design ihren eigenen, spröden, herben Charme der Urwüchsig- und Beständigkeit. Etwas, mit dem auch die Guzzi charmiert: Die V7 Classic ist so zeitlos wie Speiseeis. Mit ihrer durchgezogenen Tank-Sitzbank-Linie, dem längs zur Fahrtrichtung eingebauten V2 und Goodies wie Rundscheinwerfer, gesteppter Sitzbank und den chromversiegelten Speichenrädern. Past goes future, wie der Engländer sagt. Auf Deutsch klingt das weniger schön. Drum lassen wir‘s. Triumphs Street Triple bricht den Mainstream mit ihren beiden verchromten Scheinwerfern, die irgendwie nachträglich montiert wirken - Individualität ab Werk. Ohne Wartezeit.

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Teil zwei: Sound

Sind Sie soweit? Gut. Helm auf. Motoren starten. Es ist verrückt, aber jeder mit Benzin im Blut weiß nach den ersten paar Umdrehungen, mit wem er es zu tun hat.

Das gilt gleichermaßen für Fahrer wie Zuhörer. Sogar der kleinste luftgekühlte V2 der Harley-Familie schmeichelt mit herrlichem asynchronem, basslastigem, schnellem Schluckauf. Mit ihrem satten dampfschiff-stampfigen Geröchel nimmt der Guzzi-V2 ebenso unnachahmlich seine Arbeit auf. Und das herb-rauchige Knarzen aus dem Inneren des Triumph-Dreizylinders, das von einem pfeifenden Geräusch begleitet wird, ist ebenso charakteristisch wie das hartmetallisch-potente Brabbeln aus dem Ducati-Vau.

Um diese Motoren am Klang zu erkennen, braucht man nicht Akustik studiert oder jahrelang in einer Fachwerkstatt gearbeitet zu haben. Sie klingen wie sie aussehen. Individuell.

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Teil drei: Fahrgefühl

Schon mal einem Blinden die Farbe Blau erklärt? Das ist ungefähr so leicht, wie einem eingefleischten Vierzylinder-Supersportfahrer die Vorzüge einer Harley schmackhaft zu machen. Sagen wir es so: Motorradfahren und Harleyfahren sind theoretisch das Gleiche. Sigmar Gabriel und Vitali Klitschko aber auch. Beides Männer.

Schon beim ersten Sitzkontakt, wenn die Hände die massiven Harley-Griffe berühren, der Motor in seiner Halterung im Rahmen rappt und man beim krachenden Einlegen des Ersten hofft, dass dabei nichts im Getriebe verbogen wird, ist einem klar, dass die US-Twins in einer eigenen Liga spielen. Im Leerlauf an der Ampel bietet der wunderbar stampfende Vau allerhöchsten Unterhaltungswert. Für Menschen zwischen 1,60 und 1,75 ist die Sitzposition cool-relaxt. Die 883, wegen ihrer vergleichsweise zierlichen Abmessungen auch oft Mädchen-Harley genannt, ist ebenso sinnlich wie ihre dickeren amerikanischen Schwestern.

Sie betört die Augen, wenn man das Design mag, und die Ohren, weil sie satt klingt. Das Wichtigste jedoch: Sie zaubert ein unkopierbares, individuelles Feeling von Freiheit. Vom ersten Meter an entsteht dieses LMAA-Gefühl, bricht die Vergangenheit hinter Dir weg und die Maschine zählt dir unbewusst die Vorteile des Lebens auf. Die 883 ist das optimale Fluchtfahrzeug nach Feierabend. Denn das Ein-Mal-um-den-Block-Erlebnis ist auf der Iron fast so ergreifend, als wenn du mit ihr bis ans Ende der Welt fährst.

 

Das gilt auch für die Guzzi mit ihrer Old-School-Sitzpositon: Der Fahrer sitzt völlig aufrecht und vergleichsweise weit hinten. Breiter Lenker, weit vorn platzierte Rasten - schönen Gruß an die 1960er- und 1970er-Jahre. Keine des Quartetts schafft es so gut, ihre Piloten in eine Epoche zu transportieren, die von Hoffnung, Aufbruch und Rebellion geprägt war. Nennen wir es Flowerpower-Gefühle. Freie Liebe. Keine Zukunftsängste. Lagerfeuer und Joints. Geschwindigkeit zählt nicht. Gut so. Denn die recht mageren 48 PS sind neben der schwer zu betätigenden Kupplung vielleicht der einzige Wermutstropfen der V7.

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Wer mit der nur fünf PS stärkeren Harley oder der Guzzi einen ordentlich motorisierten Kleinwagen auf der Landstraße abledern will, muss die Motoren schon extrem ausquetschen. Und hat trotzdem Schwierigkeiten. Egal. Die Beiden brechen eine Lanze für die Langsamkeit. Auf ihnen ist das Erlebnis Biken bei Geschwindigkeiten zwischen 70 und 100 km/h mindestens so hinreißend und unterhaltsam wie auf einer 180-PS-Granate bei 200 km/h.

Hier ist der kleine Unterschied zur Monster oder Street Triple, deren Charisma ein gekonnt konstruierter Mix aus Sportlichkeit und urban feeling ausmacht. Wie, Sie können mit urban nichts anfangen? Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (urbanus) und bedeutet "zur Stadt gehörend." Teil der Gesellschaft sein. Kein Fremdkörper. Schließen Sie einfach die Augen. Triple und Monster stehen in besseren Filmen neben Basketball spielenden Schwarzen auf amerikanischen Hinterhöfen und an spiegelnden Pfützen neben englischen, rotbacksteinigen Warenhäusern. Passen aber auch gut vor jede Haustür. "Die sin wie mene Olle", würde Kalle Grabowski sagen, "heiß, schnell, rockig - kannst dich überall mit sehen lassen."

Im Gegensatz zur Guzzi und Harley, die es eher gemütlich lieben, sind Triple und Monster zwischen 90 und 150 km/h voll in ihrem Element und der flotten Gangart gegenüber aufgeschlossen. Beide platzieren ihre Piloten aktiv dicht am Lenker, sind sportlich ohne ungemütlich zu sein. Beide Antriebe lieben Drehzahlen oberhalb von 5000/min. Der Ducati-V2 hängt allerdings wesentlich raubeiniger am Gas und hackt unterhalb von 3000/min auf die Kette ein. Der britische Drilling hingegen gibt sich in jeglichen Drehzahlen euphorisch. Aber um zur Eingangsfrage zurück zu kommen: Während man auf der Ducati stets das Gefühl hat, gerade das Fitnessstudio verlassen zu haben, wird man auf der Triple den Gedanken nicht los, die Welt sei eine Kurve. Beide Maschinen übertragen Dynamik und Vitalität auf ihre Fahrer. Super. Das ist ein bisschen wie ewige Jugend.

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Teil vier: Der Mythos

Im Film Bang Boom Bang bestellt Kalle Grabowski bei seinem Mithäftling einen Mercedes 500 SEC. Gebraucht, versteht sich. 25 Jahre alt. Verbrauch egal. Hauptsache cool. Und standesgemäß. Wie kommt es eigentlich, dass manche Dinge als cool oder kultig gelten, andere aber nicht?

Kleiner Exkurs dazu: Welche Schlagwörter fallen einem zu Honda ein? Zuverlässig, Haltbar, sparsam. Das schätzt man. Und zu unseren vier Bikes? Triumph Street Triple: unbeugsam, rassig, entwaffnend. Oder die Harley: Freiheit, Schmuckstück, Weltanschauung. Die Assoziation zur Ducati: Gridgirl, Sport, Adrenalin. Bleibt noch die Guzzi: Beständigkeit, Historie, Selbstvertrauen. Merken Sie was?

Es sind meist ungreifbare, nicht klar definierte Vorzüge, die einen Mythos begründen und Fahrzeugen den Stempel cool aufdrücken. Die vier Hersteller liefern ihre Produkte mit einer nicht greifbaren Wertigkeit aus. Oder, um Firmengründer Willi G. Davidson an dieser Stelle wieder einmal zu zitieren: "Bei uns kaufen Sie ein Lebensgefühl. Das Motorrad bekommen Sie gratis dazu."

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Teil fünf: Hardware

Objektiv betrachtet, präsentiert sich kein Bike des Quartetts fehlerfrei. Der Harley-Antrieb dreht träge, müht sich sehr mit dem Maschinengewicht ab, und das Fahrwerk der 883 ist auf Landstraßen dritter Ordnung hoffnungslos überfordert. Die Guzzi V7 überrascht trotz ihrer Einscheibenbremse mit enormer Bremsleistung, und sie lässt sich federleicht lenken. Ihre Federelemente sind jedoch unterdämpft.

 

Triumph hat mit der Street Triple auch technisch fast alles richtig gemacht. Lediglich das Zentralfederbein ist im Zweipersonenbetrieb überfordert. Und bei der Ducati könnten die Federelemente etwas sensibler ansprechen.

Letztlich gibt es jedoch nicht einen Grund, vor dem Kauf eines dieser Bikes zu warnen. Wobei, doch: Das Fahren mit ihnen kann süchtig machen.

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Teil sechs: Besetzungscouch

Welche würde Kalle Grabowski wählen? Zu ihm würden zweifelsfrei die Harley oder Triumph passen. Die Duc ist ihm zu sportlich, die Guzzi zu krude. Wo wir schon beim Thema sind: Welches Bike passt zu Ihnen?

Sie ankern im sicheren Hafen des Lebens, trinken lieber zwei Espressi statt vier Kaffee, Ihre Garage ist groß aber noch nicht ganz ausgefüllt, Sie trösten Ihren Partner bei Filmen wie Titanic und Casablanca, bei AC/DC bewegen sich Ihre Beine automatisch und Sie würden am liebsten mal drei Monate mit Robinson tauschen? Dann sind Sie der richtige Kandidat für die Harley Sportster 883 Iron.

Wenn Sie lieber "MOTORRAD" statt "Der Spiegel" lesen, insgeheim den Parcours-König David Belle verehren, Modegetränken gegenüber aufgeschlossen sind, mindestens sechs Design-Labels kennen und in der Schule beim Mannschaftsaussuchen stets unter die ersten fünf gekommen sind, sollten Sie unbedingt mal die Monster probefahren. Die könnte die passende Begleiterin für Sie sein.

Wenn Sie hingegen Lenny Kravitz-Fan sind, Ihren Rasenmäher selbst reparieren (können), ein kühler Weißer ihnen lieber ist als ein trockener Roter, Sie Hüftgold tragen, aber vom Sixpack träumen, Kontakte zu Ihren ältesten Freunden pflegen, Tolkiens Herr-der-Ringe-Trilogie gelesen haben und Ihnen ein kühles Pils mehr Freude schenkt als fünf lauwarme Whisky, wird ihnen die Guzzi höllisch Freude bereiten.

Sie denken ernsthaft darüber nach, eine Abendschule zu besuchen, stehen an der Ampel immer auf der Pole, sind für eine Tasse Kaffee schon mal nach Italien motorradelt, könnten sich damit anfreunden, dass in Deutschland Coffeeshops nach holländischem Vorbild eröffnen, oder haben den Film "Snatch - Schweine und Diamanten" mindestens zwei Mal gesehen und stehen am Motorradtreff, um zu genießen und zu schweigen? Der Triumph-Dealer hat mit der Street Triple das fehlende Puzzlestück für ihren Alltag.

Zum Schluss noch ein Tipp von Kalle Grabowski: Gönnen Sie sich eine Auszeit und amüsieren sich mit Bang Boom Bang. Es lohnt sich. Todsicher.

Technische Daten

Ducati Monster 696

Motor:

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, ohc, zwei Ventile pro Zylinder, desmodromisch betätigt, Bohrung x Hub 88,0 x 57,2 mm, 696 cm³, 75 PS bei 9000/min, 69 Nm bei 7750/min, Einspritzung, Ø 45 mm, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.

Fahrwerk:

Verbundrahmen aus Stahl/Alugussteilen, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Federbein, direkt angelenkt, Reifen v/h 120/60 ZR 17/160/60 ZR 17, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, hinten Ø 245 mm.

Maße und Gewicht: Sitzhöhe* 780 mm, Gewicht vollgetankt* 185 kg, Zuladung* 205 kg, Tankinhalt 15,0 Liter.
Preis:7990 Euro (ohne Nebenkosten)

 

 

Harley-Davidson Sportster 883 Iron

Motor:
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, ohv, zwei Ventile pro Zylinder, Hydrostößel, Bohrung x Hub 76,2 x 96,8 mm, 883 cm³, 53 PS bei 5900/min, 70 Nm bei 3750/min, Einspritzung, Ø 45 mm, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Zahnriemen. 
Fahrwerk:Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 39 mm, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei Federbeine, Reifen 100/90 19; 150/80 16, Scheibenbremse vorn, Ø 292 mm, hinten Ø 292 mm, Einkolben-Schwimmsattel.
Maße und Gewicht:
Sitzhöhe* 740 mm, Gewicht vollgetankt* 261 kg, Zuladung* 193 kg, Tankinhalt 12,5 Liter.
Preis:
7990 Euro (ohne Nebenkosten)

 

 

 

Moto Guzzi V7 Classic

Motor:
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, ohv, zwei Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Bohrung x Hub 80,0 x 74,0 mm, 744 cm³, 48 PS bei 6800/min, 55 Nm bei 3600/min, Einspritzung, Ø 36 mm, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
Fahrwerk:Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 40 mm, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei Federbeine, Reifen v/h 110/90 18/130/80 17, Scheibenbremse vorn, 320 mm, hinten Ø 260 mm.
Maße und Gewicht:
Sitzhöhe* 810 mm, Gewicht vollgetankt* 210 kg, Zuladung* 191 kg, Tankinhalt 17,0 Liter.
Preis:8135 Euro (ohne Nebenkosten)

 

 

Triumph Street Triple

Motor:
Wassergekühlter Dreizylinder-Viertakt-Reihenmotor, dohc, vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Bohrung x Hub 74,0 x 52,3 mm, 675 cm³, 106 PS bei 11700/min, 68 Nm bei 9200/min ,Einspritzung, Ø 44 mm, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Fahrwerk:Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 41 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Reifen v/h 120/70 ZR 17/180/55 ZR 17, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 308 mm, hinten, Ø 220 mm.
Maße und Gewicht:
Sitzhöhe* 830 mm, Gewicht vollgetankt* 190 kg, Zuladung* 191 kg, Tankinhalt 17,4 Liter.
Preis:
7990 Euro (ohne Nebenkosten)

 

Foto: MRD

Die Messungen

Foto: MRD

Motortechnische Welten treffen aufeinander: Vom agilen, drehwilligen Triumph-Dreizylinder beispielsweise bis zum niedertourig agierenden Harley-Vau. Während die Motoren beider
Hersteller ihre Leistung völlig harmonisch produzieren, müssen die Italiener Schwierigkeiten bei der Abstimmung eingestehen. Weder der Ducati- noch Moto Guzzi-V2 generiert seine Leistung ohne kleine Einbrüche. Die sind zwar im Fahrbetrieb spürbar, doch man kann damit leben und darüber hinweg sehen.

MOTORRAD-Fazit

Ducato Monter 696
Sicherlich gibt es potentere Naked-Bikes, die kleine Monster hat schließlich zwei größere Schwestern. Doch auch mit "nur" 75 PS ist sie energisch genug und generiert fulminanten Landstraßen-Spaß. Vor allem deshalb, weil sie mit 185 Kilogramm vollgetankt kaum etwas auf die Waage bringt und sich fast so lässig wie ein Mountainbike lenkt. Mit einem Verbrauch von nur 3,8 Litern auf 100 Kilometern und geringen Unterhaltskosten liegt sie auch bei pragmatisch Orientierten ganz vorn. Cool und kultig ist sie sowieso.

Harley-Davidson Sportster 883 Iron
Was wäre, wenn man Freiheit tatsächlich kaufen könnte? Vielleicht würde sie in der Harley-Einheit gemessen. Mit der Iron ist es so wie mit allen anderen Milwaukee-Hämmern: Sobald man im Sattel Platz genommen hat, löschen sich Termine von selbst, und Zahnschmerzen verschwinden. Dass die Kleine darüber hinaus verhältnismäßig easy fährt und sich auch recht forsch ums Eck biegen lässt, liegt an ihrer schmalen Bereifung und dem niedrigen Schwerpunkt. Die 53 PS bieten auf der Landstraße angenehm tiefsinnige Unterhaltung.

Moto Guzzi V7 Classic
Die Zeitmaschine aus Italien produziert neben ihren vergleichsweise mageren 48 PS auch das dazu gehörige Freiheits- und Aufbruchsgefühl der 1960er- und 1970er-Jahre. Darüber hinaus verzögert die Scheibenbremse wie eine Wand, und auch der Soziusplatz lädt zu längeren Touren ein. Im Grunde genommen ist die Guzzi ein Cruiser mit etwas besserem Fahrwerk und bequemer Sitzposition. Und es gibt eigentlich keinen Anlass, bei dem sie fehlplatziert wäre. Die Guzzi V7 passt zu schottischem Dauerregen wie zur Hochzeit.

Triumph Street Triple

Sie hätte den Titel bestes Landstraßenbike für kleine Geldbeutel redlich verdient. Die Triple fährt sich ungemein agil, handlich, zielgenau und sicher. Und vereint fast alle Vorteile der anderen drei Modelle: Die Triumph ist mit ihren 106 PS stärker als die Ducati aber mindestens so sportlich. Sie ist auf ihre kaltschnäutzig-britsche Art fast so unantastbar wie eine Harley und hat beinahe so viel Stil wie die Guzzi. Ein optimales Gefährt also, wenn man nichts falsch machen oder individuell sein will und trotzdem überall dazu gehören möchte.

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