Im Fokus: Enduros und Suptermotos Enduros und Supermotos aus drei Preiskategorien im Vergleich

Wer Herr der Dinge sein will, braucht einen guten Überblick. Supermotos bieten ihn diesseits, Enduros jenseits griffiger Asphaltbänder.

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Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und weil Teerstraßen noch auf sich warten ließen, erfand er gleich danach den Geländesport. Ungefähr in den 1980er-Jahren kamen findige Köpfe auf den Trichter, dass die Hardcore-Schlammwühler mit einigen Anpassungen ja auch ganz bequeme und robuste Reisemotorräder abgeben würden - das Genre der Reiseenduro war geboren. Andere, nicht minder findige Gesellen, steckten 17-Zoll-Räder in ihre kernigen, kurz übersetzten Einzylinder-Enduros, zogen klebrige Straßensportreifen auf und fuhren auf kurvenreichen Straßen den übermotorisierten Tourensportmotorrädern auf und davon. Dank Reserven bei den Federwegen, breiter Lenker und aufrechter Sitzhaltung sind die sogenannten Supermotos sehr einfach zu fahren.

Unterschiede zwischen Enduro und Supermoto

Bei den Enduros gilt ein schmales 21-Zoll-Vorderrad mit Stollenreifen als die Königsgröße: Je größer das Rad, desto weniger tief fällt es in Schlaglöcher; 19 Zoll gehen auch noch durch. Meist ist vorn nur eine recht kleine Bremsscheibe montiert, weil mehr Bremsleistung auf Schotter eh nicht umsetzbar ist.

Bei einer Supermoto werden Motor und Fahrwerk oft von einer Enduro übernommen und nur leicht verändert; die Räder schrumpfen auf 17 Zoll und tragen haftstarke Straßenreifen. Eine vordere Bremsscheibe reicht häufig, allerdings kann sie dank besserer Reifenhaftung größer sein als an der Enduro.

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Enduros/Supermotos bis 5000 Euro

Honda CRF 250 L

Honda schwenkt in der 250er-Klasse weg von der Straße und hin zum Gelände. Will heißen, Viertelliter-Interessenten müssen 2013 auf den Sportler CBR 250 R verzichten und mit der Enduro CRF 250 L vorliebnehmen. So wenig die CBR ein waschechter Sportler war, so wenig ist die neue CRF ein Bike für knallharte Offroad-Einlagen. Dafür sind die günstigen Federelemente schlichtweg nicht ausgelegt. Zudem erschwert die merkwürdig hecklastige Gewichtsverteilung das Fahren im Stehen. Das Anheben der Federbasis am Heck und das Durchschieben der Gabelholme mildern die Unbalance etwas, ganz vermeiden lässt sie sich aufgrund des stark gekröpften Lenkers und der hohen Front jedoch nicht. Für den engagierten Geländeeinsatz gibt es bessere, doch schlägt sich die Honda dafür im Alltag sehr manierlich. Trotz überschaubarer Leistung und holzigen IRC als Serienreifen liefert sie auch auf der Straße eine ordentliche Vorstellung ab - und das zu einem recht fairen Preis

Kaufpreis neu: 4490 €

Technische Daten:
Hubraum 250 cm³
Leistung 17 kW (23 PS)
Zylinder 1 Vmax 124 km/h
Gewicht vollget. 144 kg
Sitzhöhe 875 mm
Tankinhalt 7,7 Liter



Stärken:
+ Gute Enduro für den Einstieg
+ Recht leise
+ Butterweiche Gasannahme
+ Schön leicht

Schwächen:
- Mini-Tank
- Federung so gut wie nicht einstellbar
- Zu hecklastige Auslegung

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Foto: fact

Triumph Tiger 955i

Doppelscheinwerfer, Streifendekor auf dem Tank? Das kann doch nur eine Triumph Tiger sein. Zumal sie aufgrund des unverwechselbaren, fauchenden Motorklangs schon akustisch leicht zu identifizieren ist. Der britische Triple ist Garant für nachdrücklichen Antritt und bietet heute wie damals eine willkommene Abwechslung zu anderen Großenduros. Mit ihnen teilt sich die Tiger das hohe Gewicht und die beschränkte Offroadtauglichkeit. Zum Modelljahr 2005 erhielt die Straßengroßkatze eine straffere Gabel.

Preise:
Aktuell zeigen sich wenige Tiger auf dem Markt. Triumph mit etwa 40 000 Kilometern werden zu Preisen zwischen 3500 und 4800 Euro gehandelt.

Technische Daten:
Hubraum 955 cm³
Leistung 72 kW (98 PS)
Zylinder 3
Reihe Vmax 205 km/h
Gewicht vollget. 245 kg
Sitzhöhe 840-860 mm
Tankinhalt 24 Liter

Stärken:
+ Viel Platz und Komfort
+ Darf viel zuladen
+ Bulliger Dreizylinder
+ Gut ausgestattet

- Kaum offroadtauglich
- Schwammige Gabel
- Hohes Gewicht

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Foto: fact

BMW F 650 CS

Es mögen einem die schielenden Scheinwerfer der Scarver genannnten BMW zuwider sein, doch ist den Münchnern eines zugute zu halten: Sie trauten sich mit einem neuen Einzylinderkonzept auf den Markt. Auf der Tankattrappe ließ sich der Helm oder gar ein op-tio-nales Soundsystem befestigen, eine Bordsteck-dose ist ab Werk vorhanden. Doch auch mit wartungsarmem Zahnriemen war die Jugend nicht für das Spaß--mobil zu begeistern. Heute bleibt nur der Gebrauchtmarkt.

Preise:
BMW von 2001 bis 2003 mit ungefähr 40000 Kilometern kosten 2500 bis 3700 Euro; F 650 CS ab 2004 mit rund 15000 Kilometern kosten 4300 bis 4700 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 652 cm³
Leistung 37 kW (50 PS)
Zylinder 1
Vmax 180 km/h
Gewicht vollget. 193 kg
Sitzhöhe 780 mm
Tankinhalt 15 Liter

Stärken:
+ Ziemlich niedriger Verbrauch
+ Elastischer Einzylinder
+ Sauberer Zahnriemenantrieb
+ Viele pfiffige Detaillösungen

Schwächen:
- Wenig zielgenaues Fahrverhalten
- Vibriert bei hoher Drehzahl
- Nur 177 Kilogramm Zuladung

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Foto: Künstle

Suzuki DR-Z 400 SM

Die Suzuki DR-Z 400 SM macht am meisten Spaß, wenn sie entsprechend flott bewegt wird. › Die einstige Supermoto von Suzuki macht am meisten Spaß, wenn sie ihrem Genre entsprechend flott bewegt wird. Das liegt nicht nur an der Sitzposition, sondern auch am 400er-Einzylinder, bei dem die Lichter zwischen 5000 und 7000 Umdrehungen am hellsten brennen. Also Fuß raus und ab um die Ecken! Sowohl Gabel als auch Federbein stammen von der Geländemaschine DR-Z 400 S und bieten zwar satte Federwege, jedoch eine etwas zu weiche Grundabstimmung - die Gabel taucht beim Bremsen schnell und tief ein. Mit etwas härteren Federn aus dem Zubehör sollte dies allerdings in den Griff zu bekommen sein, zumal das Fahrwerk vielfach in der Dämpfung verstellt werden kann. Bei Bremsen bietet die SM fadingfreie Topware. 

Preise:
Dieses Modell ist selten anzutreffen. Suzukis Supermoto kostet mit zirka 20000 Kilometern Lauf-leistung zwischen 3000 und 3400 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 398 cm³
Leistung 29 kW (40 PS)
Zylinder 1
Vmax 140 km/h
Gewicht vollget. 146 kg
Sitzhöhe 890 mm
Tankinhalt 10 Liter

Stärken:
+ Ansehnliche Leistung
+ Standfeste Bremsen
+ Drehfreudiger Motor
+ Geringes Gewicht

Schwächen:
- Gabel etwas zu weich
- Mäßige Durchzugskraft
- Sitzbank recht hart

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Foto: Hersteller

Yamaha WR 125 X

Einen ziemlich quirligen Zeitgenossen hat Yamaha mit der WR 125 X im Programm. Die Achtelliter-Supermoto bietet all das, wovon 16-jährige Motorradfans träumen: Klasse Beschleunigung, einen frech hochdrehenden Motor, ein knackiges Fahrwerk und fest zupackende Bremsen - und das alles ohne sich auf einen Supersportler quetschen zu müssen. Probefahrt empfohlen. 

Kaufpreis neu: 3995 €

Technische Daten:
Hubraum 124,7 cm³
Leistung 11 kW (15 PS)
Zylinder 1
Vmax 105 km/h
Gewicht vollget. 139 kg
Sitzhöhe 875 mm
Tankinhalt 8,5 Liter

Stärken:
+ Äußerst munterer Motor
+ Sehr sparsam
+ Gute Bremse
+ Handlich und dennoch fahrstabil
+ Prima verarbeitet

Schwächen:
- Recht hoch
- Wenig Ausstattung

Foto: Bilski

Aprilia ETV 1000 Caponord

Die Caponord ähnelt nicht nur optisch der Varadero 1000 von Honda. Beide tragen das Laster vieler Pfunde und beide müssen mit einem vergleichsweise hohen Verbrauch klarkommen. Auch wenn die Aprilia merklich weniger wiegt als die Honda, so verbietet das wenig stabile Fahrwerk ernsthaftes Fahren abseits der Straße. Die schwergängige Kupplung trübt das Bild der starken V2-Maschine aus Italien leider ebenso wie die nervigen Verwirbelungen durch den nicht optimalen Windschild.

Preise:
Eine Aprilia Caponord muss man fast suchen wie die Stecknadel im Heuhaufen. Exemplare mit rund 35 000 Kilometern finden sich ab 4500 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 998 cm³
Leistung 72 kW (98 PS)
Zylinder 2, V
Vmax 220 km/h
Gewicht vollget. 248 kg
Sitzhöhe 820 mm
Tankinhalt 25 Liter

Stärken:
+ Komfortable Unterbringung
+ Hohe Reichweite
+ Gut ausgestattet
+ Starker V2-Motor

Schwächen:
- Eingeschränkt geländegängig
- Recht hoher Verbrauch
- Luftverwirbelungen im Helmbereich

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Foto: Hersteller

Beta Alp 4.0

Beta gilt quasi als Erfinder des Endurowanderns und hat mit der Alp 4.0 auch das passende Gerät dazu im Programm. Der luftgekühlte Single stammt von der Suzuki DR 350 ab, dank relativ großer Schwungmasse sind knifflige Passagen oft auch ohne Kupplungseinsatz zu bewältigen. Die Gabel vertrüge eine gute Portion an Extra-Dämpfung, die Bremsen bieten Mittelmaß. All das ändert nichts an der hohen Einsteigertauglichkeit der Alp.

Kaufpreis neu: 5550 €

Technische Daten:
Hubraum 349 cm³
Leistung 20 kW (27 PS)
Zylinder 1
Vmax 129 km/h
Gewicht vollget. 145 kg
Sitzhöhe 863 mm
Tankinhalt 10,5 Liter

Stärken:
+ Top für Enduro-Einsteiger
+ Komfortables Fahrwerk
+ Niedriges Gewicht
+ Einfache, robuste Technik

Schwächen:
- Nicht besonders leistungsstark
- Enges Einsatzspektrum
- Ziemlich lasche Gabel

Foto: Fischer

Honda Transalp

Es klingt eigentlich unglaublich: 2013 fliegt die seit einer gefühlten Ewigkeit existierende Transalp aus dem Programm. Damit liegen die Chancen, eine der traditionsreichsten Mittelklasseenduros überhaupt zu ergattern, im Gebrauchtmarkt und mit Glück noch im Abverkauf. Der Transalp-V2 zählt zu den haltbarsten Motoren und das ABS zu den besten. Dem Federbein wünscht man etwas mehr Nachsicht, es leitet Schläge recht ungefiltert ins Kreuz des Piloten.

Preise:
Geduld braucht es, eine Honda für weniger als 5000 Euro zu erspähen. Es finden sich durchaus Transalp mit zirka 20000 Kilometern zu Preisen ab 4300 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 680 cm³
Leistung 44 kW (60 PS)
Zylinder 2, V
Vmax 172 km/h
Gewicht vollget. 221 kg
Sitzhöhe 830 mm
Tankinhalt 17,5 Liter

Stärken:
+ Tolle Bremsen mit fein regelndem ABS
+ Ziemlich bequem
+ Gabel mit Reserven
+ Zuverlässiger V2-Motor

Schwächen:
- Umständliche Ölkontrolle (Peilstab)
- Billig gemachter Motorschutz
- Unkomfortables Federbein

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Foto: Gargolov

KTM 640 Duke II

Nur weil die zweite Auflage der Duke bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat, hat sie beileibe nichts von ihrer Faszination verloren. Eine Faszination, die sich nicht jedem erschließt, ja die Bikerschaft sogar in Ja- und Nein-Sager spaltet: Entweder liebt man dieses Motorrad, oder man hasst es. Mit dem österreichischen Rüpel unterm Hintern ist Cruisen und Bummeln ab-, forsches Kehrenknüppeln dafür angesagt. Volle Granate den kernigen Single hochjubeln, auf dem Hinterrad die nächste Kurve ansteuern und messerscharf anbremsen, abwinkeln, kurz ein Auto verblasen und weiter geht’s. Der 40er-Flachschiebervergaser von Mikuni sorgt für eine knackige Gasannahme. Dass der Einzylinder teils deutliche Vibrationen absondert sollte einem ebenso egal sein wie die fehlende Beifahrer- und Reisetauglichkeit.

Preise:
Nicht viele Duke II tummeln sich auf dem Markt für Gebrauchte. KTM mit weniger als 20000 Kilometern finden sich durchaus ab 3000 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 625 cm³
Leistung 40 kW (54 PS)
Zylinder 1
Vmax 165 km/h
Gewicht vollget. 154 kg
Sitzhöhe 900 mm
Tankinhalt 12 Liter

Stärken:
+ Bissige Bremsen
+ Extrem handlich
+ Wiegt ziemlich wenig
+ Sportliches Fahrwerk
+ Kräftiger Single

Schwächen:
- Kleiner Tank
- Eignet sich nicht für Beifahrer

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Foto: Jahn

Enduros/Supermotos bis 10000 Euro

BMW R 1150 GS

Die BMW R 1150 hat einen ordentlichen Durchzug und ist äußerst komfortabel. › Ordentlicher Durchzug und komfortable Unterbringung sind wichtige Qualitäten der 1150er mit ihrem robusten Boxermotor. Die Scheibe schützt vor Wind und Wetter, das optionale ABS vor ungewollten Rutschern - Gebrauchtkäufer sollten nach entsprechend ausgestatteten BMW suchen. Das nervige Konstantfahrruckeln verbesserte sich durch die ab 2003 eingesetzte Doppelzündung. Globetrotter fassen die Adventure mit 30-Liter-Tank ins Auge.

Preise:
Exemplare von 2000 bis 2003 mit etwa 50 000 Kilometern kosten 5000 bis 7000 Euro; 2004er-GS mit rund 30 000 Kilometern kosten 7300 bis 8500 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 1130 cm³
Leistung 63 kW (86 PS)
Zylinder 2, Boxer
Vmax 195 km/h
Gewicht vollget. 264 kg
Sitzhöhe 845-865 mm
Tankinhalt 22 Liter

Stärken:
+ Starker Boxer
+ Sehr bequem
+ Tauglich für Fernreisen
+ Wertstabil
+ Gute Verarbeitung

Schwächen:
- Hoch, breit und schwer
- Teure Gebrauchte

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Foto: Hersteller

KTM 690 SMC R

Angesichts ihrer Radikalität vermutet man die KTM eher auf engen Kart- und Supermotorennstrecken als im öffentlichen Straßenverkehr. Die aktive Sitzposition und der gierige Motor fordern das eigene Temperament immer wieder heraus, Ruhe zu bewahren und sich nicht wie die Axt im Walde zu benehmen. Denn wenn es um Gewicht, Wendig- und Spritzigkeit geht, ist die 690er-Supermoto kaum zu schlagen. Im Alltag und auf der Autobahn muss sie hingegen (Komfort-)Federn lassen. So ist es nun mal mit den Extremen.

Kaufpreis neu: 8965 €

Technische Daten:
Hubraum 690 cm³
Leistung 49 kW (67 PS)
Zylinder 1
Vmax 180 km/h
Gewicht vollget. 154 kg
Sitzhöhe 890 mm
Tankinhalt 13,5 Liter

Stärken:
+ Federleicht
+ Verarbeitung ist erste Sahne
+ Superwendig
+ Quirliger, druckvoller Single

Schwächen:
- Motor läuft sehr rau
- Schwacher Scheinwerfer
- Ausstattung geht gegen Null

Foto: Hersteller

Husqvarna Nuda 900/R

Um Jubelrufen zuvorzukommen: Beim abgebildeten Modell handelt es sich um die Nuda 900 R und sie kostet 11 590 Euro, der gezeigte Preis gilt für die Basisvariante. Was die beiden unterscheidet? Kürzere Übersetzung, voll einstellbares Fahrwerk inklusive Öhlins-Federbein und Monoblock-Bremsen - natürlich alles bei der R. Der fantastische Motor (ursprünglich aus der BMW F 800 GS) hingegen ist beiden gleich. Aufgrund des Hubzapfenversatzes von 45 Grad klingt der Twin wie ein V2, seine feurige Leistungsentfaltung begeistert bei jeder Fahrt aufs Neue. Über- raschenderweise fällt die Nuda nicht überhandlich ins Eck, will mit etwas Kraft am Lenker geführt werden. Anbremsen auf letzter Rille ist für das Spaßmobil ebenso einfach wie Männchenmachen. ABS? Trägt die Normal-Nuda serienmäßig, bei der höherwertigen R kann es dazubestellt werden.

Kaufpreis neu: ab 9900 Euro

Technische Daten:
Hubraum 898 cm³
Leistung 77 kW (105 PS)
Zylinder 2, Reihe
Vmax 215 km/h
Gewicht vollget. 198 kg
Sitzhöhe 885 mm
Tankinhalt 13 Liter

Stärken:
+ Begeisternder Motor
+ Niedriger Verbrauch
+ Scharfer Sound
+ Stabiles Fahrverhalten

Schwächen:
- Umständliche Federbeineinstellung
- Karges Bordwerkzeug
- Nicht optimal verarbeitet

Foto: Hersteller

Triumph Tiger 800 XC

Sowohl die normale Tiger 800 als auch die hier vorgestellte XC-Variante überzeugen als reisefreundliche und dennoch dynamische Gefährte. Erstere aufgrund von Gussfelgen und 19-Zöller vorn klar auf Asphalt ausgelegt, letztere mit Drahtspeichenrädern und 21-Zoll-Vorderrad auch für unbefestigte Wege geeignet. Ihr straffes Fahrwerk vermittelt auf der Straße eher das Gefühl einer großen Supermoto, auch wenn der Dreizylindermotor mehr auf ein breites Drehzahlband denn auf Spitzenleistung setzt - genau richtig für eine Reiseenduro. Etwas unverständlich, warum zwar ein nettes Gimmick wie die direkt neben dem Zündschloss platzierte 12-Volt-Steckdose Serie ist, ABS aber hinzugekauft werden muss. Zudem verlangen die Stopper nach hoher Handkraft, worunter ihre Dosierbarkeit leidet.

Kaufpreis neu: 9890 €

Technische Daten:
Hubraum 799 cm³
Leistung 70 kW (95 PS)
Zylinder 3, Reihe
Vmax 210 km/h
Gewicht vollget. 225 kg
Sitzhöhe 845-865 mm
Tankinhalt 19 Liter

Stärken:
+ Geschmeidiger Dreizylinder
+ Ergiebiges Licht
+ Hohe Kurvenstabilität
+ Gute Serienausstattung

Schwächen:
- Mäßig handlich
- Bremse nicht überzeugend dosierbar
- Verbrauch dürfte noch geringer sein

Foto: Hersteller

Yamaha WR 250 R

Es gibt Motorräder, die lassen sich schwer mit dem üblichen Maß messen, die WR 250 R von Yamaha ist so eines. Für gleiches Geld bekommt man anderswo (sogar aus selbem Hause) ausgewachsene Motorräder mit mehr Platz, mehr Leistung und mehr Gewicht. Keinesfalls jedoch solch ein Hightech-Paket wie die WR. Der sportliche Einzylinder mit Titanventilen, der leichte Alu-Rahmen und die satten Federwege von 270 Millimeter sprechen die Sprache endloser Offroad-Turnerei. Und zwar so flott und durchgeknallt wie möglich.

Kaufpreis neu: 6850 €

Technische Daten:
Hubraum 250 cm³
Leistung 23 kW (31 PS)
Zylinder 1
Vmax 130 km/h
Gewicht vollget. 134 kg
Sitzhöhe 930 mm
Tankinhalt 7,6 Liter

Stärken:
+ Spritziger, starker Motor
+ Wiegt ziemlich wenig
+ Niedriger Verbrauch
+ Klasse verarbeitet

Schwächen:
- Mickriger Tank
- Spartanische Sitzbank
- Schmales Einsatzspektrum

Foto: Hersteller

BMW F 800 GS

Genauso wie die Schwester R 1200 GS erfreut sich auch die kleinere und offroadtauglichere 800er großer Beliebtheit. Sie rollt ab Werk auf Drahtspeichenrädern und einem 21-Zöller vorn, eine Adventure-Version hat sie nicht nötig. Ab Modelljahr 2013 zählt ABS zur Serienausstattung, dafür wurde - oh Wunder - der Preis über die 10 000er-Schwelle gehoben. Die Schmerzen im Geldbeutel lassen sich ansatzweise durch den geringen Verbrauch der Mittel-GS und den guten Werterhalt ein wenig lindern. Insgesamt eine tolle Reiseenduro.

Kaufpreis neu: 10750 €

Technische Daten:
Hubraum 798 cm³
Leistung 63 kW (85 PS)
Zylinder 2, Reihe
Vmax 204 km/h
Gewicht vollget. 207 kg
Sitzhöhe 880 mm
Tankinhalt 16 Liter

Stärken:
+ Bequeme Sitzplätze
+ Straffes Fahrwerk
+ Stattliche Zuladung (230 Kilogramm)
+ Offroadtauglich
+ Zweizylinder mit gutem Durchzug

Schwächen:
- Fast alles kostet extra
- Kleiner Tank für eine Reiseenduro

Foto: Künstle

Honda Varadero 1000

Das Reisemoppelchen von Honda geht weniger als Enduro, denn als Wohlfühlsänfte durch. Jedem Langetappenfahrer wünscht man ein derart gemütliches Unterwegs-Zuhause, wie es die Varadero bietet. Die Vergaser-Variante zieht sich auch mal mehr als acht Liter pro 100 Kilometer rein, genügsamer gibt sich der Einspritzmotor ab 2003 mit im Übrigem spürbar strafferer Federung. ABS-Freunde halten nach Exemplaren ab 2004 Ausschau, serienmäßig war’s erst ab 2011.

Preise:
Varadero von 1999 bis 2003 mit etwa 20 000 Kilometern kosten 5000 bis 5800 Euro; Honda ab 2004 mit ABS und zirka 40 000 Kilometern gibt es ab 5500 Euro.

Technische Daten:
Hubraum 996 cm³
Leistung 69 kW (94 PS)
Zylinder 2, V
Vmax 200 km/h
Gewicht vollget. 276 kg
Sitzhöhe 838 mm
Tankinhalt 25 Liter

Stärken:
+ Auch mit ABS erhältlich
+ Große Reichweite
+ Guter Windschutz
+ Enorm komfortable Unterbringung
+ Erstklassiges Licht

Schwächen:
- Hoher Schwerpunkt, unhandlich
- Arg viel überflüssige Pfunde

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Foto: Hersteller

Suzuki V-Strom 650

Zur Modellpflege 2011 gelang es Suzuki, seinen Bestseller weiter zu optimieren. Schon bisher begeisterte der V2 mit Drehfreude und sattem Antritt, doch der neue geht noch druckvoller zu Werke - mit einem Verbrauch von unter vier Liter auf 100 Kilometer sehr genügsam, bei Bummeltempo versteht sich. Wegfahrsperre, Ganganzeige und ABS sind an Bord, eine kommode Sitzbank ebenso wie ein präzises Fahrwerk. Empfehlenswerte Straßenenduro.

Kaufpreis neu: 8390 €

Technische Daten:
Hubraum 645 cm³
Leistung 51 kW (69 PS)
Zylinder 2, V
Vmax 185 km/h
Gewicht vollget. 214 kg
Sitzhöhe 835 mm
Tankinhalt 20 Liter

Stärken:
+ Top Sitzposition
+ Brillanter Motor
+ Ab Werk mit ABS
+ Komfortabel und wendig

Schwächen:
- Schalldämpfer aus billigem Stahlblech
- Kurze Inspektionsintervalle
- Hauptständer nur als Zubehör

Foto: Hersteller

Yamaha XT 660 Z Ténéré

Auch 2013 führt Yamaha die Ténéré fort, und das ist gut so. Schließlich gehört sie zur bedrohten Art der einzylindrigen Reiseenduros mit echten Offroadqualitäten. Zugegeben: Die ABS-Variante (500 Euro Aufpreis) mit gekürzten Federwegen bringt es dort weniger. Wo bleibt die XT 660 mit hohem Fahrwerk und abschaltbarem ABS? Der Rest passt schließlich noch immer wunderbar in die Moderne, wenn man nicht gerade zu den Leistungsfetischisten gehört. Der XT-Single drückt schön von unten raus, die kurz übersetzten ersten Gänge passen prima fürs Staubaufwirbeln. Mit härteren Zubehörfedern und Koffern taugt die Z auch für den Urlaub zu zweit.

Kaufpreis neu: 7895 €

Technische Daten:
Hubraum 660 cm³
Leistung 35,3 kW (48 PS)
Zylinder 1
Vmax 160 km/h
Gewicht vollget. 209 kg
Sitzhöhe 896 mm
Tankinhalt 23 Liter

Stärken:
+ Sitzposition mit toller Übersicht
+ Wirkungsvoller Windschutz
+ Taugt auch offroad was
+ Bolleriger Einzylinder
+ Sehr handlich

Schwächen:
- Kein Leistungswunder
- Mit Sozius zu weiches Fahrwerk

Foto: Hersteller

Kawasaki Versys

Noch hält die Versys ihren markanten Doppelscheinwerfer tapfer dem Fahrtwind entgegen. Nur wie lange noch? Bislang weiß der Kunde das überaus gelungene Funbike wenig zu schätzen. Handlich und präzise lässt sich die Versys kinderleicht durch Kurven dirigieren, ihr gut von unten anschiebender Motor macht dann besonders Laune. Bremsseitig gibt es noch bissigere Exemplare, doch Wirkung und Dosierbarkeit gehen voll in Ordnung - an das grob regelnde ABS kann man sich auch gewöhnen. Der Arbeitsplatz auf der Kawa bietet tolle Übersicht, aufrecht-entspannt die Sitzhaltung. Bei Soziusfahrten wünscht man sich an der Hinterhand eine härtere Feder, solo indes passt die Abstimmung bestens.

Kaufpreis neu: 8395 €

Technische Daten:
Hubraum 649 cm³
Leistung 47 kW (64 PS)
Zylinder 2, Reihe
Vmax 185 km/h
Gewicht vollget. 211 kg
Sitzhöhe 845 mm
Tankinhalt 19 Liter

Stärken:
+ Twin mit breitem Drehzahlband
+ Durchzugsstark
+ Fahrwerk mit tollem Feedback
+ Klasse Ergonomie
+ Hochwertig verarbeitet

Schwächen:
- Kurze Wartungsintervalle
- ABS regelt etwas grob

Foto: Hersteller

Triumph Scrambler

Ernsthaft vergleichen lässt sich die Scrambler nicht mit den waschechten Enduros in diesem Fokus. Aber sie erinnert an die Anfangszeit geländetauglicher Maschinen, waren diese doch nicht mehr als Straßenmotorräder mit hochgelegtem Auspuff, anderen Schutzblechen und Faltenbälgen. Just dieser Motorradgattung zollt die Scrambler nicht nur namentlich Tribut, sondern taugt mit Enduro-üblichen Radgrößen auch für entsprechende Offroad-Besohlung. Ihr unaufgeregter Motor erleichtert erste Feldweg- und Schottererfahrungen, und wenn es einem nicht gefällt, rüstet man halt wieder auf haftfähige Straßengummis um.

Kaufpreis neu: 8990 €

Technische Daten:
Hubraum 865 cm³
Leistung 43 kW (58 PS)
Zylinder 2, Reihe
Vmax 168 km/h
Gewicht vollget. 232 kg
Sitzhöhe 825 mm
Tankinhalt 16 Liter

Stärken:
+ Ordentlich funktionierendes Fahrwerk
+ Hübsch auf Retro gemacht
+ Einfach zu fahren
+ Viel Drehmoment bei wenig Drehzahl

Schwächen:
- Lenker recht weit vorn
- Setzt früh auf
- Schwache Bremsen

Foto: Hersteller

KTM Freeride 350

Diese KTM ist ein wunderbarer Spaßmacher, wenn man sie ihrem Einsatzzweck gemäß bewegt: Waldwege, Felsen, abseits normaler Verkehrsstraßen eben. Auf letzteren hat sie aufgrund ihrer Sitzposition, der Reifen, der Leistung und des Tankvolumens nicht viel zu suchen. Der Mini-Tank bereitet allerdings auch gerade beim emsigen und trialartigen Wuseln im Gelände Probleme, ein kleiner Reservekanister sollte immer im Rucksack stecken. Fürs Offroadturnen und das Abschalten vom Alltagseinerlei ist die Freeride eine geeignete Begleiterin.

Kaufpreis neu: 6995 €

Technische Daten:
Hubraum 350 cm³
Leistung 17 kW (23 PS)
Zylinder 1
Vmax 118 km/h
Gewicht vollget. 105 kg
Sitzhöhe 900 mm
Tankinhalt 5,5 Liter

Stärken:
+ Leicht zu beherrschen
+ Wiegt fast nix
+ Bestens ausbalanciert
+ Leistung fein dosierbar

Schwächen:
- Winziger Tank
- Respektabler Verbrauch
- Inspektion alle 20 Betriebsstunden

Foto: Hersteller

Enduros/Supermotos über 10000 Euro

Ducati Multistrada 1200 S Touring

Für das Modelljahr 2013 hübscht Ducati seine Multistrada äußerlich etwas auf, eine größere Scheibe soll den Elementen besser trotzen als beim Vorgängermodell. Die eigentlichen Neuerungen finden sich indes im Inneren der reiselustigen Italienerin. Der modifizierte Motor generiert ganze 2 PS mehr, und die Bremse arbeitet nun teil-integral - wer vorn am Hebel zieht, bekommt auch hinten Verzögerung geliefert. Wichtigste Neuerung der ohnehin schon mit reichlich Elektronik ausgestatteten Ducati ist das semiaktive Fahrwerk, genannt Skyhook. Elektronisch geregelte Ventile passen selbstständig die Dämpfung an den jeweiligen Zustand des Untergrunds an.

 

Kaufpreis neu: 18490 €

Technische Daten:
Hubraum 1198 cm³
Leistung 110 kW (150 PS)
Zylinder 2, V
Vmax k. A.
Gewicht vollget. 234 kg
Sitzhöhe 850 mm
Tankinhalt 20 Liter

Stärken:
+ Krass starker V2
+ Sahnemäßige Bremsen
+ Tolle Unterbringung
+ Sehr gutes Licht
+ Umfangreiche Ausstattung

Schwächen:
- Auf Dauer harte Sitzbank
- Nicht gerade günstig

Foto: Hersteller

KTM 990 Supermoto R

Die Supermoto für die großen Jungs und Mädels kommt aus Österreich. In puncto Sitzhöhe ist Körper- beziehungsweise Beinlänge gefragt, in Sachen Motor stellt die KTM die Frage nach der geistigen Größe: Bist du bereit für mich? Eine Probefahrt klärt schnell und eindeutig, ob man dem teuflischen Aggregat gewachsen ist. Immerzu stachelt einen die freudig hochschnalzende Drehzahl zu mehr an, werden Bremspunkte (auch dank ABS) immer später gesetzt, Kurven immer schräger umrundet. So kann es passieren, dass einem auf Dauer öffentliche Straßen zu eng werden und man sich mehrheitlich auf der Rennstrecke bewegt.

Kaufpreis neu: 11495 €

Technische Daten:
Hubraum 999 cm³
Leistung 85 kW (116 PS)
Zylinder 2, V
Vmax 220 km/h
Gewicht vollget. 204 kg
Sitzhöhe 875 mm
Tankinhalt 15 Liter

Stärken:
+ Spitzenmäßiges Fahrwerk
+ Bissige Bremsen
+ Spritziger V2-Motor
+ Enorm handlich
+ Gut verarbeitet

Schwächen:
- Harter Leistungseinsatz
- Nicht übermäßig sparsam

Foto: Hersteller

Moto Guzzi Stelvio

Kaum ist die Stelvio vom Band gerollt, kann die Weltreise auch schon beginnen - kein Wunder bei satten 32 Litern Tankvolumen. Den gesamten Inhalt kann man problemlos am Stück abfackeln, denn an Gemütlichkeit ist die Moto Guzzi kaum zu überbieten. Der dicke V2 mit je vier Ventilen pro Zylinder erwacht erst ab 5000/min so richtig zum Leben, feinen Twin-Sound gibt es jedoch rund um die Uhr. Gefällig: das handliche, präzise und ausgewogene Fahrwerk der Stelvio.

Kaufpreis neu: 14290 €

Technische Daten:
Hubraum 1151 cm³
Leistung 77 kW (105 PS)
Zylinder 2, V
Vmax 220 km/h
Gewicht vollget. 282 kg
Sitzhöhe 850/870 mm
Tankinhalt 32 Liter

Stärken:
+ Herrlich bequem
+ Geschmeidiges Getriebe
+ Verblüffend handlich
+ Erstklassige ABS-Bremsen
+ Riesiges Tankvolumen

Schwächen:
- Hänger zwischen 3000 und 4500/min
- Lange Schaltwege

Foto: Hersteller

Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré Worldcrosser Edition

Gleich vorweg: Der Akrapovič-Endtopf, die Nebelscheinwerfer und die Offroad-Reifen gehören nicht zur Serienausstattung der Worldcrosser, lassen sich aber dazukaufen. Im Unterschied zur normalen Super Ténéré trägt die Weltumrunder-Fassung massenhaft Karbon- und Aluplättchen zum Schutz diverser Teile. Im Übrigen glänzt sie mit Unkompliziertheit, viel Komfort und hoher Fahrstabilität.

Kaufpreis neu: 15195 €

Technische Daten:
Hubraum 1199 cm³
Leistung 81 kW (110 PS)
Zylinder 2, Reihe
Vmax 210 km/h
Gewicht vollget. 267 kg
Sitzhöhe 845-870 mm
Tankinhalt 22,6 Liter

Stärken:
+ Knackige Bremsen
+ Plüschige Plätze vorn wie hinten
+ Fahrstabil auch bei Topspeed
+ Keine Kardan-Lastwechsel
+ Mit ABS und Traktionskontrolle

Schwächen:
- Kurzer Seitenständer
- Motor wirkt etwas angestrengt

Foto: Hersteller

Honda Crosstourer

Hondas Interpretation einer großvolumigen Reiseenduro trägt den aus der VFR 1200 F bekannten V4 in sich, mit einigen Modifikationen wurde er auf sein neues Einsatzgebiet vorbereitet. Zum Beispiel Druck von unten, was fette 100 Newtonmeter Drehmoment bei 3000/min beweisen. In Bremsangelegenheiten zeigt sich die Crosstourer hondatypisch souverän, fahrwerkseitig indes geriet die Auslegung recht soft. Beim engagierten Ritt kommen Vorder- und Hinterhand an ihre Grenzen.

 

Kaufpreis neu: 13490 €

Technische Daten:
Hubraum 1237 cm³
Leistung 95 kW (129 PS)
Zylinder 4, V
Vmax 209 km/h
Gewicht vollget. 277 kg
Sitzhöhe 850 mm
Tankinhalt 21,5 Liter

Stärken:
+ Lange Wartungsintervalle
+ Wirksame Bremsen
+ Drehmomentstarker V4
+ Ziemlich bequem

Schwächen:
- Spürbare Kardanreaktionen
- Nicht mal Hauptständer ist Serie
- Verbrauch etwas zu hoch

Foto: Hersteller

Triumph Tiger Explorer

Man muss nicht lange drumrumreden, ja darf es sogar frei von der Leber weg sagen: Die Tiger Explorer ist die englische BMW R 1200 GS. Die Gesamtgestaltung ähnelt dem Vorbild aus Bayern doch sehr. Gleichwohl die Britin auf ihre ganz eigene Weise zu überzeugen weiß. Ab Werk trägt die Dicke bereits ABS, Traktionskontrolle und Tempomat an Bord, das ist doch was. Genauso wie der famose Drilling, der mit mächtig Schub aus dem Drehzahlkeller zum Kilometermachen animiert und mit seinem Sound in einer ganz anderen Liga spielt als der Flat Twin aus Bavaria. Der 1200er-Motor begeistert mit seiner knackigen Gasannahme, das Fahrverhalten mit Handlichkeit und Präzision - trotz des nicht geringen Gewichts.

Kaufpreis neu: 13790 €

Technische Daten:
Hubraum 1215 cm³
Leistung 101 kW (137 PS)
Zylinder 3, Reihe
Vmax 210 km/h
Gewicht vollget. 259 kg
Sitzhöhe 837-857 mm
Tankinhalt 20 Liter

Stärken:
+ Neutrales Fahrverhalten
+ Sehr lange Service-Intervalle
+ Guter Windschutz
+ Motor mit hoher Laufkultur

Schwächen:
- Schwer und groß
- Fahrwerk nicht ganz harmonisch
- Federung wenig einstellbar

Foto: Hersteller

BMW R 1200 GS Adventure

Wem die Standard-GS nicht Weltenbummler genug ist, darf zur noch fernreisetauglicheren Adventure greifen. Zumal sie für 2013 die letzte Chance auf eine ladenneue GS mit luftgekühltem Motor sein wird - die neue Normal-GS setzt ja bekanntermaßen auf Wasserkühlung. Mit reichlich Protektoren und Sturzbügeln verziert, wappnet sich das bayerische Boxertier gegen allerlei Ungebühr, mit seinem hohen Schild schützt es die Besatzung noch besser vor Fahrtwind. Dank 33-Liter-Spritfass kommt man lange Zeit auch ohne Zapfsäule klar. Apropos klarkommen: Für die Adventure sollte man etwas mehr Körperlänge mitbringen, schließlich thront man 20 Millimeter höher, die Federung bietet dieselbe Menge mehr an Weg. Nervig: Bis auf ABS muss wie gehabt alles extra bestellt und bezahlt werden. Auch so etwas Selbstverständliches wie ein Bordcomputer.

Kaufpreis neu: 15780 €

Technische Daten:
Hubraum 1170 cm³
Leistung 81 kW (110 PS)
Zylinder 2, Boxer
Vmax k. A.
Gewicht vollget. 259 kg
Sitzhöhe 890/910 mm
Tankinhalt 33 Liter

Stärken:
+ Langstreckentaugliche Ergonomie
+ Kerniger Boxermotor
+ Auch für den Sozius bequem
+ Drahtspeichenräder ab Werk
+ Gigantischer Tank

Schwächen:
- Könnte besser ausgestattet sein
- Enorme Abmessungen

Ducati Hypermotard SP

Ducati beehrt uns für das kommende Jahr mit einer neuen Hypermotard. Zwar waren die Klappspiegel an den Lenker-enden der Vorgängerin eine witzige Idee, doch erhöhten sie die Fahrzeugbreite unnötig stark - die neuen konventionellen Spiegel jedenfalls sind begrüßenswert. Gleiches gilt für die serienmäßige Ausstattung der Ducati mit Traktionskontrolle, ABS und Riding Modes. Nicht ganz so nett: der hohe Preis der edleren SP-Version. Die Standard-Hypermotard kostet 11 190 Euro.

Kaufpreis neu: 14590

Technische Daten:
Hubraum 821 cm³
Leistung 81 kW (110 PS)
Zylinder 2, V
Vmax k. A.
Gewicht vollget. 198 kg
Sitzhöhe 870 mm
Tankinhalt 16 Liter

Stärken:
+ Stylisches Funbike
+ Relativ hohe Leistung
+ Geringes Gewicht
+ ABS und Traktionskontrolle sind Serie
+ Lange Service-Intervalle

Schwächen:
- Zünftiger Preis
- Geringe Alltagstauglichkeit

Foto: Hersteller

Kawasaki Versys 1000

Um auch in der Kategorie der hochbeinigen Reisemotorräder vertreten zu sein, stellte Kawasaki kurzerhand die Versys 1000 auf die Räder. Im Gegensatz zur kleinen 650er-Schwester fährt die Große den 1000er-Vierzylinder aus der Z 1000 in ihrem Rahmen spazieren - für ein fülligeres Drehmoment kappte man etwas Spitzenleistung. Sitzposition und Fahrverhalten überzeugen, die hohe Zuladung und das vergleichsweise niedrige Gewicht sind gar vorbildlich. Auch die Ausstattung der Versys kann sich sehen lassen. Dass wegen des Vorschalldämpfers kein Hauptständer möglich ist, akzeptieren wir allerdings nicht.

Kaufpreis neu: 11995 €

Technische Daten:
Hubraum 1043 cm³
Leistung 87 kW (118 PS)
Zylinder 4, Reihe
Vmax 226 km/h
Gewicht vollget. 239 kg
Sitzhöhe 845 mm
Tankinhalt 21 Liter

Stärken:
+ Mit Traktionskontrolle und ABS
+ Fahrwerk liefert gutes Feedback
+ Fette Zuladung von 220 Kilogramm
+ Nicht übermäßig schwer
+ Bequeme Sitzhaltung

Schwächen:
- Kurze Inspektionsintervalle
- Kein Hauptständer möglich

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