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Da das Gesetz vorsieht, dass Fahranfänger bis zum Alter von 25 Jahren mit maximal 34 PS unterm Hintern unterwegs sein dürfen, gibt es von beinahe allen Herstellern gedrosselte Bike-Varianten. MOTORRAD nahm die fünf aktuellsten davon unter die Lupe.

Vergleichstest: 34-PS-Motorräder Fünf unterschiedliche Einsteigerbikes im Test

MOTORRAD hat vier gedrosselte Maschinen und ein offenes Bike für den 34-PS-Stufen-Führerschein getestet. Zusätzlich berichten zwei Fahranfängerinnen, welches der Motorräder am meisten Spaß macht und warum.

Der Gesetzgeber hat es klar definiert: Wer beim Erwerb des Motorradführerscheins noch keine 25 Jahre alt ist, erhält die Klasse A beschränkt. Heißt im Klartext: Er darf zwei Jahre lang nur Motorräder fahren, die maximal 34 PS stark sind und gleichzeitig ein Gewicht von mindestens 4,6 Kilogramm pro PS aufweisen. Das Motorrad muss also bei 34 PS Leistung mindestens 156 Kilogramm wiegen. Diese Regelung gilt noch bis 2012. Danach greift eine EU-Regelung, die eine neue Führerscheinklasse mit der Bezeichnung A2 vorsieht, bei der Novizen sich zwei Jahre lang mit bis zu 48 PS bewähren dürfen. Bleiben wir beim Heute. Und den 34 PS.

Fünf Motorräder verschiedener Kategorien hat MOTORRAD für diesen Einsteigervergleich ausgewählt, wobei die Art und Weise der Drosselung jeweils unterschiedlich ist. So kann die BMW F 650 GS ab Werk ohne Aufpreis in der 34-PS-Variante bestellt werden. Die Drosselung erfolgt hier über Drosselklappenstutzen mit geringerem Durchlass plus Kleinteile wie Gaszug, Gaszughalter und ein paar Schrauben. Eine wichtige Überlegung bei der Anschaffung eines 34-PS-Krads sollte sein: Ist das Motorrad auch in der offenen Version attraktiv, und will ich es nach zwei Jahren weiterfahren? Dann spielen die Entdrosselungs-Kosten eine nicht unwichtige Rolle: Im Fall der BMW kostet die Öffnung auf 71 PS beim Händler rund 200 Euro plus TÜV-Eintrag (rund 30 Euro). Harley-Davidson geht mit der Drosselung einen anderen Weg. Das Motorrad ist nicht ab Werk mit 34 PS lieferbar, sondern muss vom Händler umgebaut werden. Dies geschieht über eine einlassseitige Querschnittsverengung plus einer Software-Anpassung. Die Kosten belaufen sich auf rund 300 Euro inklusive TÜV-Eintrag und müssen zum Listenpreis addiert werden. Das Öffnen auf 53 PS muss mit rund 250 Euro veranschlagt werden, wobei die Lohnkosten schwanken und sich stark nach dem Werkstatt-Stundensatz richten.

Genau wie BMW bietet auch Honda die CBF 600 ab Werk mit 34 PS ohne Aufpreis an. Für die Entdrosselung auf 78 PS müssen allerdings 500 Euro (Material, TÜV, Lohn) veranschlagt werden, denn hierfür wird das Motorsteuergerät plus Ansaugstutzen getauscht. Eine günstigere Version für die CBF hat Alphatechnik (Telefon 08036/300720) im Programm: Gegen 105 Euro (plus 30 Euro für die Eintragung in die Fahrzeugpapiere) erhält man einen so genannten Gaswegbegrenzer mit TÜV-Gutachten. Einbaukosten: rund 80 Euro.

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Foto: jkuenstle.de
Eines haben alle fünf gemeinsam: Auf der Landstraße fühlen sie sich pudelwohl.
Eines haben alle fünf gemeinsam: Auf der Landstraße fühlen sie sich pudelwohl.

Die Gaswegbegrenzung geschieht hier über einen Anschlag, der die Öffnung der Drosselklappen verringert. Man muss sich bei dieser Art der Drosselung allerdings daran gewöhnen, dass der Drehwinkel des Gasgriffs extrem verringert wird - ein winziger Dreh mit dem Handgelenk bedeutet bereits Vollgas. Vorteil: Die Kosten fürs Öffnen betragen nur rund 80 Euro. Mit solch einem Gaswegbegrenzer von Alphatechnik ist das größte, und mit offen 98 PS stärkste Bike des Vergleichs, die Suzuki Bandit 1250, dabei. Die Kosten sind identisch: 105 Euro für Teile und Gutachten, 80 Euro für Ein- oder Ausbau. Kawasakis Ninja 250 R ist die einzige Maschine dieses Vergleichs mit ungedrosseltem Motor. Der wassergekühlte Zweizylinder-Motor leistet maximal 33 PS.

MOTORRAD wollte wissen: Welche Drosselung ist am besten geglückt, und generiert der fünffache Hubraum (Kawasaki/Suzuki) auch fünffachen Spaß? Erfahrene MOTORRAD-Tester haben es für Sie zusammen mit Melanie und Yvonne, zwei unserer Führerschein-Mädels (siehe Ladies-Cup), ausprobiert.

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Foto: jkuenstle.de
Die erste im Test ist die BMW F 650 GS. Sie besitzt zwar die beste Drosselung, ist jedoch auf Grund ihrer enormen Sitzhöhe eher für größere Einsteiger geeignet.
Die erste im Test ist die BMW F 650 GS. Sie besitzt zwar die beste Drosselung, ist jedoch auf Grund ihrer enormen Sitzhöhe eher für größere Einsteiger geeignet.

BMW F 650 GS

Die passt sofort - so die einhellige Meinung von Melanie, die auf der F 650 GS ihren Führerschein gemacht hat, und von Yvonne. Der breite Lenker der 650er reduziert Lenkkräfte, die Taille ist relativ schmal und spreizt die Beine nicht übermäßig, und auch der Kniewinkel geht in Ordnung. Die Sitzbank hat Kuschel-Charakter. Auch die aufrechte Sitzposition kommt bei den Anfängerinnen gut an. Der Euphorie nach dem Erstkontakt folgt aber bald die Ernüchterung: Als einziges Bike dieses Tests rollt die F 650 GS über ein zwar verhältnismäßig schmales, doch im Umfang großes 19-Zoll-Vorderrad. Das Lenken fühlt sich indifferenter an als mit den kleinen 17-Zoll-Rädern der anderen Maschinen. Weiterer Effekt: Durch den breiten Lenker müssen die Arme beim Wenden ausladende Bewegungen machen - und das ist für beide Mädels ungewohnt. Mit dem Wenden am Lenkanschlag auf schmalen Straßen haben sie Probleme. Und sie fahren in den Kurven größere Radien als geplant. Yvonne: "Man kann auf der BMW schlechter als bei den anderen Bikes einschätzen, wie weit man den Lenker bewegen muss, damit sie lenkt." Nun, reine Gewöhnungssache.

Über das Fahrwerk sind beide voll des Lobes: "Komfortabel abgestimmt. Damit hat man auch auf viertklassigen Landstraßen Spaß", sagt Melanie. Die Drosselung der BMW ist perfekt gelungen. Der Twin hängt ruckfrei und sanft am Gas und reagiert verzögerungsfrei auf Gasbefehle. Im direkten Vergleich wirkt er nicht zugeschnürt oder übermäßig träge. Seine Kraftentfaltung im unteren und mittleren Drehzahlbereich in Verbindung mit der Getriebeabstufung lässt die beiden Mädels strahlen: "Man kann prima in niedrigen Drehzahlen cruisen. Das geht mit der Honda oder der Kawasaki nicht so gut", sagt Yvonne. Auch die Bremsen mit ihrem ABS überzeugen Anfängerinnen wie Tester: gut dosierbar, tadellose Wirkung.

Foto: jkuenstle.de
Die nächste im Test ist die Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Trotz Drossel geht dem Motor nichts von seiner Faszination verloren.
Die nächste im Test ist die Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Trotz Drossel geht dem Motor nichts von seiner Faszination verloren.

Harley-Davidson Sportster 883 Iron

Motorradfahren ist das eine. Harleyfahren das andere. Yvonne fasst es so zusammen: "Die Handgriffe für Bremse und Kupplung sind für große Hände geformt, Gangwechsel erfordern viel Kraft und irgendwie sitzt man so komisch - als wenn man nicht zum Motorrad gehört." Das Sitzen ist in der Tat eine Lieb-mich-oder-hass-mich-Haltung: Der Sattel weit hinten, die Fußrasten hoch und für einen Cruiser viel zu weit hinten - das muss man mögen. Dazu gesellen sich eine völlig unterdämpfte Gabel und stumpfe Bremsen mit vergleichsweise wenig Wirkung. Das Gefühl fürs Vorderrad geht fast verloren. Auch ans träge Lenkverhalten muss man sich gewöhnen. So kommt es, dass die Iron als einzige Maschine des Vergleichs unsere beiden Mädels in zwei Lager teilt: Melanie würde die 883 nie fahren: "Die Iron ist schon im Stand undynamisch und wirkt altbacken. Außer dem Sound und der automatischen Blinkerrückstellung kann mich an dem Bike nichts begeistern." Yvonne hingegen ist fasziniert: "Die 883 überrascht. Bis auf die Tatsache, dass ich meine langen Beine nicht gescheit unterkriege, finde ich die Maschine trotz ihrer Mängel toll. Vibrationen, Sound, Optik und ein starker Charakter - Harleyfahren ist aufregend." Der luftgekühlte V2 hängt superweich am Gas, läuft sehr weich, dreht jedoch extrem phlegmatisch. Die Drosselung ist gelungen, wenngleich sich die Motorpotenz nach dem Entdrosseln auf 53 PS nur geringfügig verbessert.

Und die Sache mit der Anfängerfreundlichkeit? Kleine Fahrer kommen wegen des tiefen Schwerpunkts und der niedrigen Sitzhöhe trotz des Gewichts von 261 Kilogramm zurecht. Lediglich beim Rangieren fällt die Masse unangenehm auf. Der Erlebniswert ist hoch. Doch er generiert sich nicht aus Sportlichkeit. „Ich bin begeistert und überrascht, wie viel Spaß Langsamkeit macht“, sagt Yvonne.

Foto: jkuenstle.de
Als nächstes ist die Honda CBF 600 an der Reihe. Sie besticht vor allem durch eine gute Sitzposition und super Bremsen.
Als nächstes ist die Honda CBF 600 an der Reihe. Sie besticht vor allem durch eine gute Sitzposition und super Bremsen.

Honda CBF 600

Erst der Mensch, dann die Maschine - so lautete das Credo des Firmengründers Soichiro Honda. Unsere beiden Mädels bestätigen diese Philosophie mit ihren eigenen Worten: "Einfacher kann ein Motorrad kaum fahren", meint Yvonne. "Kuppeln ist so leichtgängig, das Schalten so super einfach, und die Bremsen verzögern spitze." Honda verbaut hier ein teilintegrales, ABS unterstütztes Bremssystem, das sowohl in Wirkung als auch narrensicherer Bedienbarkeit um Welten besser funktioniert als beispielsweise die mauen Stopper der Harley. Die CBF wirkt auch für Neulinge wie aus einem Guss: Das ergonomische Dreieck aus Lenker, Sitzbank und Fußrasten ist sowohl für kleinere als auch für größere Menschen passend, die Sitzhöhe ist mit 800 Millimetern auch für Kleinwüchsige zu bewältigen. Melanie, die in ihrer Freizeit viel Rennrad fährt, meint: "Das ist wie Radfahren, nur die Beine werden weiter gespreizt." Und die 223 Kilogramm kaschiert die Honda anscheinend gut, denn Yvonne urteilt: "Ein ungemein sympathisches Motorrad, auch vom Gewicht her sehr angenehm."

Ganz begeistert sind die zwei vom Lenkverhalten: "Zielgenau, leicht und planbar" sei die CBF, freut sich Melanie, meint im Gegenzug jedoch: "Die Honda ist in allen Bereichen rundherum gelungen. Auch das Fahrwerk ist super. Aber irgendwie ist sie wie ein ereignisloses Fahrzeug, so langweilig..." Liebe Melanie, vielleicht wirst du vom Charakter des gedrosselten Motors zu solchen Äußerungen verleitet. Denn der Vierzylinder läuft zwar sahnig-seidig und hängt auch prima am Gas, doch die 34 PS aus 600 Kubik fühlen sich so an, als würde man permanent heftigen Gegenwind haben. Das bestätigt die Durchzugsmessung: Von 100 bis 140 km/h braucht die CBF 33,9 Sekunden - rote Laterne im Vergleich. "Dafür klingt sie super", findet Melanie. "Und sie sieht durch viele nette Details wertig aus", fügt Yvonne hinzu.

Foto: jkuenstle.de
Und nun, die Kawasaki Ninja 250 R: Sie hat ein tolles Handling, dafür muss der kleine Motor ordentlich drehen, um vorwärts zu kommen.
Und nun, die Kawasaki Ninja 250 R: Sie hat ein tolles Handling, dafür muss der kleine Motor ordentlich drehen, um vorwärts zu kommen.

Kawasaki Ninja 250 R

Kreischende Drehzahlen bis 13000/min, freundliche 172 Kilogramm vollgetankt, niedliche 765 Millimeter Sitzhöhe, schlanke, handliche Bereifung - die kleine Ninja wirkt zwischen den anderen Bikes wie ein Spielzeug. Sie ist die einzige nicht gedrosselte Maschine dieses Vergleichs. "Wenn man von der Bandit, Harley oder BMW auf die kleine Grüne umsteigt, glaubt man zuerst, der Motor sei defekt", sagt Yvonne, die sich anfangs schwer tat, dem quirligen Zweizylinder etwas abzugewinnen. Denn wer mit der Ninja zügig vorwärts kommen will, muss den Motor drehen, um seine Leistung einzufordern. Melanie hingegen ist sofort in die Grüne verliebt: "Die 250er fährt sich spielerisch leicht. Kaum zu glauben, dass sie über drei Zentner wiegt." Die Liebe geht sogar noch weiter: "Super Sicht in den Spiegeln, perfekte Sitzposition für mich", sagt Melanie. Dass die Kleine für zügiges Vorwärtskommen stetes Gängewechseln verlangt, stört sie überhaupt nicht. "Die Kupplung ist sehr leichtgängig, und das viele Schalten macht sogar Spaß, man fühlt sich sportlich", sagt sie. Die notwendigen hohen Drehzahlen unterstreichen diese Sportlichkeit noch.

Der Motor wirkt durch das breite Drehzahlband lebendig und nicht so phlegmatisch und zugeschnürt wie beispielsweise der Harley-V2 oder der Suzuki-Vierzylinder. Und es ist trotz Hubraumdefizit auch so: Im direkten Vergleich glänzt die Kawa durch ihr Leistungsgewicht von nur 5,2 Kilogramm/PS mit den besten Beschleunigungs- und Durchzugswerten. Bei Bremsungen sind die beiden Mädels vorsichtig: "Kein ABS; und die Bremsen greifen sofort - da fährt die Vorsicht mit", sagt Yvonne, die das recht unsensibel arbeitende Fahrwerk noch völlig okay findet. Grundsätzlich sei die Kawa das beste Einsteigerbike, finden die Mädels. Durch das lässige Handling und zielsichere Lenken kommen selbst absolut Unerfahrene gleich mit ihr zurecht.

Foto: jkuenstle.de
Zu guter Letzt fehlt nur noch die Suzuki Bandit 1250. Ihre Anschaffung lohnt sich vor allem, wenn man auf ihr nach Ablauf der 34-Begrenzung offen fahren will.
Zu guter Letzt fehlt nur noch die Suzuki Bandit 1250. Ihre Anschaffung lohnt sich vor allem, wenn man auf ihr nach Ablauf der 34-Begrenzung offen fahren will.

Suzuki Bandit 1250

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, oder? Die Bandit hat im Vergleich zur Kawa den fünffachen Hubraum. Auch mit 85 Newtonmetern Drehmoment bei 2000/min presst die Suzuki im Vergleich zur Kawa fast acht Mal so viel Druck ans Hinterrad. Es nützt alles nichts. Denn die Kraft kommt wie ein Dammbruch - je höher der dicke Vierzylinder dreht, desto schlapper fühlt er sich an. "Mehr als bei den anderen Maschinen spürt man, dass dieser Motor irgendwie zugestopft wurde", sagt Yvonne. In der Tat: Von null bis 100 km/h vergehen 9,5 Sekunden - nur die Harley ist mit 10,3 Sekunden noch lahmer. Dafür glänzt die Suzuki mit dem besten Durchzug. Trotzdem: Die Drosselung durch Gaswegbegrenzung, wobei der Gasgriff nur noch ein Drittel seines Weges gedreht werden kann, ist gewöhnungsbedürftig und wirkt im Vergleich zur Konkurrenz nur bedingt gelungen.

Aber auch sonst sind die Mädels nicht begeistert, denn als Einsteigerbike ist die dicke Bandit weniger geeignet: "Man sitzt drauf und spürt sofort, dass die Maschine unglaublich schwer ist", sagt Melanie. Die 1250er wiegt mit 253 Kilogramm zwar acht Kilogramm weniger als die Harley, doch der Schwerpunkt ist viel höher. Gefühlsmäßig wird die schwerere Harley durch den niedrigeren Schwerpunkt und die geringere Sitzhöhe leichter empfunden. "Mich stört die schwergängige Kupplung", meint Yvonne. Mit den recht erwachsenen Ausmaßen der 1250er hat die 1,78 Meter große Schwäbin weniger Probleme: "Die Suzuki gibt mir das Gefühl, Motorrad zu fahren, sie ist sehr erwachsen. Bei der Kawa ist es eher Fahrradfahren." Gefühle hin oder her - Grundsätzlich lenkt sich die Bandit aufgrund des Gewichts und der größeren Reifendimensionen träge und fährt nicht so agil und leichtfüßig wie die Kawa, Honda oder BMW. Ansonsten überzeugt sie mit einer gelungen Fahrwerksabstimmung und guten Bremsen.

Foto: jkuenstle.de
Letztlich bleibt festzuhalten, dass jedes der fünf Einsteiger-Bikes auf seine eigene Art und Weise begeistern kann.
Letztlich bleibt festzuhalten, dass jedes der fünf Einsteiger-Bikes auf seine eigene Art und Weise begeistern kann.

Fazit

BMW F 650 GS
Gelungene Drosselung, die 34 PS machen im Alltagsbetrieb viel Spaß. Das große Zubehörangebot ist ebenfalls verlockend.

Harley Sportster 883 Iron
Echtes Harley-Feeling auch bei 34 PS. Trotz Drosselung geht dem Motor nichts von seiner ursprünglichen Faszination verloren - wers mag...

Honda CBF 600
Gutes Fahrwerk, tolle Bremsen, freundliche Ergonomie - die 600er kommt sowohl bei kleinen wie großen Fahrern an, die werksseitige Drosselung ist gelungen.

Kawasaki Ninja 250 R
Sehr günstig in Anschaffung und Unterhalt, kinderleichtes Fahrverhalten, sportlicher Motorcharakter - mit der Ninja liegen Anfänger goldrichtig.

Suzuki Bandit 1250
Die Drosselung durch den Begrenzer ist mau und macht eigentlich nur Sinn, wenn man das Motorrad nach zwei Jahren offen weiterfahren möchte.



MOTORRAD-Punktewertung


Kategorie Motor:

Sternstunden für BMW und Kawasaki, eine Schlappe für die Harley, deren Motor phlegmatisch ist und zusätzlich - wie auch die Suzuki - arg mit dem Maschinengewicht zu kämpfen hat. Die Leistung der Honda wird leider durch die viel zu lange Übersetzung kaschiert.

Kategorie Fahrwerk:
Fast Perfekt für Einsteiger: Die Honda bietet das beste Fahrwerk und die besten Bremsen. Dahinter rangiert die Kawa, die sich am einfachsten fahren lässt. Der fehlt zwar ein ABS und etwas Komfort, dafür kostet sie nur die Hälfte der Mitbewerber. Die Suzuki krankt am hohen Gewicht, die Harley an einem schlappen Fahrwerk und mauen Bremsen. Die GS ist zwar nie irgendwo überragend, man kann ihr aber auch nichts vorwerfen.

  Max. Punktzahl BMW Harley Honda Kawasaki Suzuki
Motor 40 32 22 29 35 27
Fahrwerk 60 45 28 49 48 42
Gesamtwertung 100 77 50 78 83 69
Zeichnung: Archiv

Technische Daten

Mit echten 35 PS und einer gut gelungenen Drosselung setzt die BMW hier Akzente, legt die Latte hoch. Die Bandit wirkt auf dem Diagramm wie ein Überflieger, verspielt ihren Hubraumvorteil in der Praxis aber durchs hohe Gewicht. Dazu kommt ihre für 34 PS wenig taugliche, da eigentlich auf über 200 km/h ausgelegte Übersetzung. Dasselbe bei der - diagrammmäßig ebenfalls vielversprechenden - Honda.

Foto: jkuenstle.de
Das Lenkverhalten der BMW F 650 GS ist, anders als bei den anderen Bikes, gewöhnungsbedürftig.
Das Lenkverhalten der BMW F 650 GS ist, anders als bei den anderen Bikes, gewöhnungsbedürftig.

BMW F 650 GS

Motor
Bauart Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor
Einspritzung Ø 46 mm
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung
Bohrung x Hub 82,0 x 75,6 mm
Hubraum 798 cm3
Verdichtung 12,0:1
Leistung 25,0 kW (34 PS) bei 5000/min
Drehmoment 57 Nm bei 3500/min
 
Fahrwerk
Rahmen Gitterrohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend
Gabel Telegabel, Ø 43 mm
Bremsen v/h Ø 300 mm/Ø 265 mm
Assistenz-Systeme ABS
Räder 2.50 x 19; 3.00 x 17
Reifen 110/80R 19; 140/80R 17
Bereifung Bridgestone Trial Wing 501 „G“, BW 502 „G“
 
Maße und Gewichte
Radstand 1575 mm 
Lenkkopfwinkel 64,5 Grad
Nachlauf 97 mm
Federweg v/h 180/170 mm
Sitzhöhe* 840 mm
Gewicht vollgetankt* 214 kg
Zuladung 222 kg
Tankinhalt/Reserve 16/4 Liter
Service-Intervalle  10000 km
Preis 7990 Euro
Preis Testmotorrad 8990 Euro1
Nebenkosten 264 Euro
 
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit* 153 km/h
 
Beschleunigung
0–100 km/h 7,8 sek
0–140 km/h 23,3 sek
 
Durchzug
60–100 km/h 6,7 sek
100–140 km/h 19,7 sek
 
Drosselung über Drosselklappenstutzen
Kosten Drosselung wahlweise ab Werk
 
Verbrauch
Verbrauch Landstraße 3,7 Liter/Normal
Reichweite Landstraße 432 km
Foto: jkuenstle.de
Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Weniger Spaß an Schräglage, viel Spaß am Unterwegssein.
Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Weniger Spaß an Schräglage, viel Spaß am Unterwegssein.

Harley-Davidson Sportster 883 Iron

Motor
Bauart Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor
Einspritzung Ø 45 mm
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung
Bohrung x Hub 76,2 x 96,8 mm
Hubraum 883 cm3
Verdichtung 09:01
Leistung 25,0 kW (34 PS) bei 6000/min
Drehmoment 62 Nm bei 2500/min
 
Fahrwerk
Rahmen Doppelschleifenrahmen aus Stahl
Gabel Telegabel, Ø 39 mm
Bremsen v/h Ø 292 mm/Ø 292 mm
Assistenz-Systeme –
Räder 2.50 x 19; 3.0 x 16
Reifen 100/90 19; 150/80 16
Bereifung
 Dunlop D401
 
Maße und Gewichte
Radstand 1510 mm 
Lenkkopfwinkel 60,0 Grad
Nachlauf 117 mm
Federweg v/h 145/54 mm
Sitzhöhe* 740 mm
Gewicht vollgetankt* 261 kg
Zuladung 193 kg
Tankinhalt/Reserve 13/4 Liter
Service-Intervalle  8000 km
Preis 8120 Euro
Preis Testmotorrad 8120 Euro
Nebenkosten 350 Euro
 
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit* 145 km/h
 
Beschleunigung
0–100 km/h 10,3 sek
0–140 km/h 38,1 sek
 
Durchzug 
60–100 km/h 8,2 sek
100–140 km/h 30,7 sek
 
Drosselung über Querschnittsverengung
Kosten Drosselung 300 Euro
 
Verbrauch
Verbrauch Landstraße 4,1 Liter/Super
Reichweite Landstraße 305 km
Foto: jkuenstle.de
Draufsitzen, wohlfühlen, losfahren - die Honda macht es Anfängern leicht.
Draufsitzen, wohlfühlen, losfahren - die Honda macht es Anfängern leicht.

Honda CBF 600

Motor
Bauart Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor
Einspritzung Ø 32 mm
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung 
Bohrung x Hub 67,0 x 42,5 mm
Hubraum 599 cm3
Verdichtung 11,6:1
Leistung 24,0 kW (33 PS) bei 8000/min
Drehmoment 40 Nm bei 2500/min
Fahrwerk
Rahmen Rückgratrahmen aus Aluminium, Motor mittragend
Gabel Telegabel, Ø 41 mm
Bremsen v/h Ø 296 mm/Ø 240 mm
Assistenz-Systeme ABS
Räder 3.50 x 17; 5.00 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 160/60 ZR 17
Bereifung Bridgestone BT 57 vorne „U“, hinten „E“
 
Maße und Gewichte
Radstand 1490 mm 
Lenkkopfwinkel 64,0 Grad
Nachlauf 110 mm
Federweg v/h 120/125 mm
Sitzhöhe* 800 mm
Gewicht vollgetankt* 223 kg
Zuladung 194 kg
Tankinhalt/Reserve 20/4 Liter
Service-Intervalle  6000 km
Preis 6740 Euro
Preis Testmotorrad 7340 Euro2
Nebenkosten 180 Euro
 
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit* 150 km/h
 
Beschleunigung
0–100 km/h 8,8 sek
0–140 km/h 13,1 sek
 
Durchzug
60–100 km/h 8,1 sek
100–140 km/h 33,9 sek
 
Drosselung über Blackbox/Ansaugstutzen
Kosten Drosselung wahlweise ab Werk
 
Verbrauch
Verbrauch Landstraße 5,5 Liter/Normal
Reichweite Landstraße 364 km
Foto: jkuenstle.de
Superbes Handling und lässiges Lenken: So einfach kann Motorradfahren mit der Kawasaki sein.
Superbes Handling und lässiges Lenken: So einfach kann Motorradfahren mit der Kawasaki sein.

Kawasaki Ninja 250 R

Motor
Bauart Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor
Einspritzung Ø 28 mm
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung
Bohrung x Hub 62,0 x 41,2 mm
Hubraum 249 cm3
Verdichtung 11,6:1
Leistung 24,0 kW (33 PS) bei 11000/min
Drehmoment 22 Nm bei 8200/min
 
Fahrwerk
Rahmen Brückenrahmen aus Stahl
Gabel Telegabel, Ø 37 mm
Bremsen v/h Ø 290 mm/Ø 220 mm
Assistenz-Systeme –
Räder 2.75 x 17; 3.50 x 17
Reifen 110/70 ZR 17; 130/70 ZR 17
Bereifung IRC Road Winner
 
Maße und Gewichte
Radstand 1400 mm 
Lenkkopfwinkel 64,0 Grad
Nachlauf 82 mm
Federweg v/h 120/130 mm
Sitzhöhe* 765 mm
Gewicht vollgetankt* 172 kg
Zuladung 167 kg
Tankinhalt/Reserve 17/0 Liter
Service-Intervalle  6000 km
Preis 4195 Euro
Preis Testmotorrad 4195 Euro
Nebenkosten 180 Euro
 
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit* 158 km/h
 
Beschleunigung
0–100 km/h 7,5 sek
0–140 km/h 17,1 sek
 
Durchzug
60–100 km/h 10,3 sek
100–140 km/h 12,5 sek
 
Drosselung über –
Kosten Drosselung –
 
Verbrauch
Verbrauch Landstraße 3,2 Liter/Normal
Reichweite Landstraße 531 km
Foto: jkuenstle.de
Suzuki Bandit 1250: Viel Masse, aber auch tolles Motorradfeeling.
Suzuki Bandit 1250: Viel Masse, aber auch tolles Motorradfeeling.

Suzuki Bandit 1250

Motor
Bauart Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor
Einspritzung Ø 36 mm
Kupplung Mehrscheiben-Ölbadkupplung
Bohrung x Hub 79,0 x 64,0 mm
Hubraum 1255 cm3
Verdichtung 10,5:1
Leistung 25,0 kW (34 PS) bei 3700/min
Drehmoment 92 Nm bei 1800/min
 
Fahrwerk
Rahmen Doppelschleifenrahmen aus Stahl
Gabel Telegabel, Ø 43 mm
Bremsen v/h Ø 310 mm/Ø 240 mm
Assistenz-Systeme ABS
Räder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
Bereifung
 Dunlop D 218 vorne „T“, hinten „N“
 
Maße und Gewichte
Radstand 1485 mm 
Lenkkopfwinkel 64,7 Grad
Nachlauf 104 mm
Federweg v/h 130/136 mm
Sitzhöhe* 790 mm
Gewicht vollgetankt* 253 kg
Zuladung 222 kg
Tankinhalt/Reserve 19/0 Liter
Service-Intervalle  6000 km
Preis 9140 Euro
Preis Testmotorrad 9140 Euro
Nebenkosten 140 Euro
 
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit* 150 km/h
 
Beschleunigung
0–100 km/h 9,5 sek
0–140 km/h 29,0 sek
 
Durchzug
60–100 km/h 6,7 sek
100–140 km/h 16,8 sek
 
Drosselung über Gaswegbegrenzer
Kosten Drosselung 140 Euro
 
Verbrauch
Verbrauch Landstraße 5,1 Liter/Normal
Reichweite Landstraße 373 km

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