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Kawasaki Z 800, MV Agusta Brutale 800, Suzuki GSR 750 und Yamaha MT-09 im Test 800er-Naked-Bikes im Vergleichstest

Mittelklasse – unter diesem Arbeitstitel ist die folgende Geschichte entstanden. Vom Hubraum her gesehen trifft der Begriff zu, was er aber verschweigt, ist die Tatsache, dass in diesem Vergleichstest zwei der auf- und anregendsten Neuerscheinungen der letzten Jahre mitfahren.

Sind MV Agusta Brutale 800 und Ya­maha MT-09 nicht aufregende Motorräder? Aufregend, weil sie sich in ihrem Charakter, im Styling und dank ihrer Dreizylindermotoren in der Technik von den etablierten Vertretern der Klasse unterscheiden. Aufregend auch, weil sie mit ihrer vorderradorientierten Sitzposition supermotoähnlichen Kurvenspaß versprechen. Weil sie nicht als preisgünstige, verkleinerte 1000er entstanden, sondern als selbstbewusste, eigenständige Neuentwicklungen. Und deshalb, weil sie leichter und jünger sind als diejenigen, die bisher den Markt bestimmten. Nicht zuletzt für die Zielgruppe, die sie ansprechen. Die Kawasaki Z 800, seit dem letzten Jahr als Nachfolgerin der Z 750 auf dem Markt, versucht den Brückenschlag zwischen den Extremen. In Sachen Styling gehört sie mit ihrem kantigen Bodywork eher zur modernen Fraktion, motorisch und von der Auslegung des Fahrwerks her sucht sie die Nähe zur Suzuki GSR 750, der eindeutig konservativen Kandidatin des Vergleichs.

Wie drückt sie sich aus, die Modernität der einen und die bewahrende Gesinnung der anderen, wie werden diese beim Fahren empfunden? Ein Gespür für die unterschiedlichen Charaktere schafft wie so häufig der Klang der Motoren nach dem Anspringen. Die Dreizylinder geben sich als expressive Wesen, klingen kraftvoll und aufreizend heiser. Die MV Agusta Brutale 800 schlägt noch einen kernig metallischen Rhythmus dazu, während die beiden Vierzylinder tief, aber rein und sehr dezent klingen – die Kawasaki Z 800 im Widerspruch zu ihrer auffälligen Lackierung und ihrem Design. Und obgleich der 847er-Dreizylinder der Yamaha MT-09 kaum stärker vibriert als die traditionell ausgelegten Vierzylinder, bilden diese in der Verbindung von Laufruhe und Klangkultur einen Höhepunkt an Kultiviertheit. Schade, dass diese heute oft als zu glatt empfunden wird; viele lassen sich von der aufregend-rauen Stimme der Dreizylinder betören und versprechen sich von ihnen ein intensiveres Fahrerlebnis.

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MV Agusta Brutale 800 mit rabiaten Lastwechseln

Etwas rustikalere Manieren legen die Motoren mit der ungeraden Zylinderzahl auch beim Ansprech- und Lastwechselverhalten an den Tag. Vor allem die MV Agusta Brutale 800 springt geradezu explosiv ans Gas, selbst im gemäßigten N-Modus. Im schärferen S-Modus glänzte die MV zwar mit atemberaubendem Beschleunigungsvermögen, nervte aber andererseits auch mit rabiaten Lastwechseln. In jedem Modus sorgen der extrem leichtgängige Gasgriff und das relativ starke Brems­moment des Motors für abrupte Wechsel zwischen Last- und Schiebe­betrieb, die der Fahrer nur mit sehr behutsamer Arbeit am Gasgriff geschmeidiger gestalten kann. Aus leichten Bewegungen des rechten Arms beim Überfahren von Bodenwellen entsteht aber sofort wieder der nächste Gasstoß, sodass es einige Zeit der Gewöhnung braucht, um mit der MV sanfte Lastwechsel zu zaubern. Am besten geht es, wenn der Fahrer die Gashand an Zeige- und Mittelfinger abstützt, die er über den Bremshebel legt.

Ein wenig befremdet die Tatsache, dass sich die MV Rivale beim Vergleichstest in MOTORRAD 1/2014 besser verhalten hat als die MV Agusta Brutale 800 und das in der Rivale verwendete Kennfeld auch auf die Brutale-Modelle aufgespielt werden sollte. Wie sich bei einer Überprüfung beim MV-Vertragshändler Speer in Reutlingen ergab, besaß die Motorrad-Testmaschine tatsächlich den neuesten Stand, doch er wirkte sich nicht in dem Maße positiv aus wie bei der Rivale. Davon ist auch die Funktion des Schaltassistenten betroffen, der seit 2014 mit jedem ABS-Modell­ serienmäßig installiert wird. Selbst bei seiner Paradedisziplin, dem schnellen Schalten beim vollen Beschleunigen, verursachte er manches Mal harte Gangwechsel. Beim Mitschwimmen im Verkehr lässt es sich mit Kupplung und kurzem Schließen des Gasgriffs ohnehin sanfter schalten. Gut möglich, dass die andere Fußrastenposition und das deshalb geänderte Schaltgestänge die Unterschiede zwischen Rivale und Brutale noch vertiefen.

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Yamaha MT-09 reagiert direkt, beinahe harsch

Auch die Yamaha MT-09 reagiert direkt, beinahe harsch auf Bewegungen des Gasgriffs. Wie schon beim Vergleichstest in MOTORRAD 23/2013 empfiehlt es sich auch mit dem ­aktuellen Testexemplar, auf Landstraßen im B-Modus zu fahren. Er garantiert weichere Übergänge als der Standard- oder A-Modus, liefert am oberen Ende des Drehzahlbandes aber nur knapp 107 statt 118 PS. Ein Verlust, den man abseits von Autobahn und Rennstrecke meist verschmerzen kann. Bei Bedarf ist das volle Leistungsvermögen mit nur einem Knopfdruck schnell reaktiviert. In den oberen beiden Gängen wird der Dreizylinder aber auch in den scharfen Modi abgeriegelt, um die Höchstgeschwindigkeit auf rund 220 km/h zu begrenzen.

Kawasaki Z 800 leicht verzögert am Gas

Gehen die Dreizylinder überaus direkt ans Gas, tut es die Kawasaki Z 800 leicht verzögert. Nach längeren Passagen mit geschlossenem Gasgriff fühlt es sich sogar so an, als würden sich die Drosselklappen für einen kurzen Moment festsaugen. Dieses Verhalten ist bereits bei anderen Kawasaki-Modellen aufgefallen, zum Beispiel bei der ZX-6R 636; offenbar handelt es sich um eine Eigenart von Kawasaki-Vierzylindern. Von allen vier Motorrädern verhält sich die Suzuki in dieser Disziplin am besten; sie findet das richtige Maß zwischen zu hartem und verzögertem Ansprechen.

Wenigstens passt das etwas ungestüme Ansprechverhalten der MV Agusta Brutale 800 bestens zum Temperament ihres Motors. Der MV-Dreizylinder bietet in diesem Feld am meisten Leistung, und er braucht noch nicht einmal eine schnelle Autobahnetappe, um dies zu beweisen. Zwar übertrifft er die Werte ­seiner Konkurrenten erst bei höheren Drehzahlen, doch die gehen ihm so leicht von der Kurbelwelle, dass die Brutale auf kurvigen Landstraßen beim Beschleunigen gerne einmal das Vorderrad lupft. Dabei ist sie keinesfalls ein hecklastiges Motorrad, im Gegenteil. Trotzdem bleibt die Vorderradlast wegen des niedrigen Gesamtgewichts gering, außerdem ist der Radstand der kürzeste des Vergleichs. Die Wheeliefreude der MV ist auch ein Grund für die nicht eben überlegene Beschleunigung im unteren Geschwindigkeitsbereich; die Beschleunigungswerte bis 200 km/h – erzielt im N-Modus – erzählen aber genug über die Leistungsfähigkeit der MV. Und beim Durchzug im sechsten Gang macht sie dank ihrer kurzen Gesamtübersetzung ohnehin keine Gefangenen.

Suzuki GSR 750 kann Z 800 bis 200 km/h ausbeschleunigen

Es ist ein Verdienst ihres geringen Gewichts und ihres ebenfalls kräftigen Motors, dass die Yamaha MT-09 in der Beschleunigung bis 140 km/h alle anderen distanziert und sich erst im oberen Geschwindigkeitsbereich der MV geschlagen geben muss. Zwar bietet der Yamaha-Dreizylinder wegen seines Hubraumvorteils am meisten Druck an der Kurbelwelle, er dreht aber nicht so hoch wie der kleinere MV-Motor und ist darum länger übersetzt. Außerdem hilft die längere Übersetzung beim Benzinsparen. An­dererseits ist sie der Grund dafür, dass die Yamaha im letzten Gang nicht ganz die hervorragenden Durchzugswerte der MV schafft.

Weit auf der sicheren Seite befinden sich die beiden Vierzylinder von Kawasaki Z 800 und Suzuki GSR 750; trotz kleinerer Einzelhubräume dürfen sie nur etwa so hoch drehen wie der Yamaha-Motor. Ihre Leistungskurven fallen jenseits der Maximalwerte in sanften Bögen wieder ab. Das schafft Überdrehreserven für den Fall, dass es beim Überholen einmal knapp wird – einfach einmal das Hochschalten sparen und mit genügend Leistung den Überholvorgang zu Ende bringen. Mit weniger Hubraum, aber größerer Bohrung und 4,9 Millimetern weniger Hub ist der Suzuki-Vierzylinder deutlich kurzhubiger ausgelegt als sein Kawasaki-Pendant. Trotzdem bleibt er ihm nicht nur in Sachen Leistung, sondern auch im Drehmoment näher auf den Fersen, als es den immerhin 7,6 Prozent Hubraumvorteil der Kawasaki Z 800 entspräche. Im Zusammenspiel mit dem um 17 Kilogramm geringeren Gewicht kann die Suzuki GSR 750 die Kawasaki bis 200 km/h ausbeschleunigen, bleibt aber wegen ihrer langen Übersetzung im Durchzug ein wenig zurück. Andererseits verbraucht sie am wenigsten Benzin, kann also in der Kombination wirklich aller motorrelevanten Wertungen für sich in Anspruch nehmen, den effizientesten Antrieb des Vergleichs zu bieten.

MV Agusta reagiert sensibel auf Bodenwellen

Wer einen erfahrenen Fahrwerkskonstrukteur nach dem besten Grundrezept für über­ragende Handlichkeit und spielerisches Einlenken fragen würde, bekäme wohl folgende Antwort: steiler Lenkkopfwinkel, kurzer Nachlauf, kurzer Radstand, niedriges Gewicht, breiter Lenker, maßvolle Reifenbreite. Dieses Rezept entspricht genau dem Konzept der MV Agusta. Die Suzuki GSR 750 repräsentiert ihr Gegenstück. 1,2 Grad flacher steht ihr Lenkkopf, der Nachlauf fällt neun, der Radstand 70 Millimeter kürzer aus, das Gewicht liegt um 24 Kilogramm höher. Die Lenkerbreite ist ungefähr gleich, die Reifendimensionen sind identisch.

Wer die beiden im direkten Vergleich fährt, wird die Theorie in der Praxis bestätigt finden: Die MV Agusta Brutale 800 lenkt tatsächlich leichter ein, schwingt flinker durch Wechselkurven aller Art. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass ihr dies in allen Situationen zum Vorteil gereicht. Denn zugleich reagiert die Italienerin sensibler auf Bodenwellen und Lastwechsel, was in Kombination mit der schon beschriebenen harten Gasannahme die Konzentration und Koordination des Fahrers stark fordert. Dass er einen festen Knieschluss halten muss, um nicht schon beim Gaswegnehmen oder Gasgeben auf der glatten Sitzbank vor- und zurückzurutschen, hilft auch nicht weiter. Wer nach ­einiger Zeit den Bogen raus hat und die MV mit leichter Hand bewegt, kann ihr messerscharfes Einlenkverhalten in eine sehr sportliche Gangart umsetzen.

GSR 750 ist nicht leicht aus der Fahrwerksruhe zu bringen

Die Suzuki GSR 750 lässt sich von allerlei Störungen nicht so leicht aus der Fahrwerksruhe bringen, liegt stets sicher und bleibt zielgenau. Weil Kontur und Karkasse ihrer etwas altertümlichen Bridgestone BT 016 „EE“-Erstbereifung bestens zu ihr passen, behält sie bis hinunter in tiefe Schräglagen ein neutrales Lenkverhalten. Das flößt ihren Fahrern ­Vertrauen ein. Wären da nicht der etwas zu breite Tank und die eigenartig nach oben gebogenen Lenkerenden, würde auch die Ergonomie zur Harmonie des Gesamtpakets beitragen.

In schnellen Kurven und komplexen Kurvenkombinationen offenbart sich am ehesten eine leichte Fahrwerksschwäche der Kawasaki Z 800 – es fehlt ihr ein kleiner, aber wichtiger Tick an Lenkpräzision. Die Z 800 ist schwer, fühlt sich auch so an, zeigt ein ausgeprägtes Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage und scheint in Kurven auf ihrem Vorderreifen immer ein wenig zu schwimmen. Da sich die größere Schwester Z 1000 mit den Serienreifen ähnlich verhielt und mit anderen Reifen plötzlich deutlich besser, liegt die Vermutung nahe, dass auch die 800er hier unter ihren Serienpneus leidet. Es ist auch schon über Jahre hinweg zu beobachten, dass Kawasaki-Entwickler für die Erstausrüstung Reifen bevorzugen, die eher auf Komfort, stabilen Geradeauslauf und geringe Kickbackneigung optimiert sind als auf hohe Lenkpräzision und homogenes Lenkverhalten. Leider können die Serienreifen der Kawasaki auch in puncto Grip mit den anderen nicht ganz mithalten.

Dunlop Roadsmart II für MT-09

Evident sind leichte Nachteile der Serienbereifung bei der Yamaha MT-09. Die Redaktion fährt seit einiger Zeit ein Dauertestmotorrad dieses Typs, und vor Kurzem wurde die Erstbereifung gegen einen Dunlop Roadsmart II getauscht. Ein direkter Vergleich mit dem Testmotorrad lag nahe, und er ergab, dass die Yamaha MT-09 mit der Alternativbereifung weniger kippelig einlenkt und auch im weiteren Verlauf der Kurven satter und ruhiger auf dem Vorderrad liegt. Und keine Sorge: Die MT-09 klappt nach wie vor locker und unbeschwert in Schräglage – ja, das sattere Fahrgefühl führt dazu, dass man es in Kurven eher noch ein wenig zügiger laufen lässt. Die Dynamik der MT-09 leidet also kein bisschen.

Stellt man die Yamaha MT-09 neben die Suzuki GSR 750, in diesem Test die exemplarische Vergleichspartnerin in allen Fragen von Charakter und Konstruktionsphilosophie, so fällt die Cleverness und Modernität auf, mit der die Yamaha konstruiert wurde. Rahmen und Schwinge bestehen aus Aluguss und weisen feine Oberflächen und eine gediegene Anmutung auf. Zugleich sind sie – einmal entwickelt – außerordentlich kostengünstig zu fertigen.

Yamaha MT-09 ist das günstigste Motorrad im Test

Suzuki spart eher an Material und Ausstattung als durch konstruktive Finesse und optimierte Fertigungsverfahren. Stahl statt Aluminium für Rahmen, Schwinge, Lenker und Schalthebel, Doppelkolben-Schwimmsättel statt Vierkolben-Festsättel wie die drei übrigen Motorräder und der Verzicht auf polierte Auspuffkrümmer, wie sie die Yamaha MT-09 und die Kawasaki Z 800 als Blickfang einsetzen, lassen die Suzuki GSR 750 sehr sachlich wirken. Das Sparprogramm ist augenfällig, hinzu kommt, dass sie sich bei ihren Bremsen eine echte Schwäche leistet. Zahnlos und zu Beginn eines jeden Bremsvorgangs ziemlich schwergängig, fährt sich die GSR hier zurecht einen derben Punktabzug ein. Die Schwimmsättel bewegten sich leicht auf ihren Führungen, auch Abziehen und erneutes Einbremsen der Beläge sowie Entlüften der Hydraulik brachten kaum Besserung.

Umso erstaunlicher erscheint es, dass nicht die Suzuki GSR 750, sondern die Yamaha MT-09 mit einem Listenpreis von 7495 Euro das günstigste Motorrad des Vergleichs ist. Selbst wenn man die 910 Euro und 90 Cent für den Yoshimura-Endschalldämpfer, den Windschild und das Tankpad abzieht, kommt die Suzuki nach offizieller Preisliste immer noch 1095 Euro teurer als die Yamaha. Suzuki täte also gut daran, die GSR 750 attraktiver zu machen. Es wäre schade, wenn dieses immer noch sehr gute Motorrad am Markt jede Chance verlieren würde. Denn bis zum Blick auf den Kontostand, wären viele wohl eher bereit, für die MV Agusta Brutale 800 mit ihrer reichhaltigen Ausstattung und ihren edlen Details 11.590 Euro auszugeben als 8590 für die Suzuki.

Foto: jkuenstle.de
Leistungsmessung.
Leistungsmessung.

Leistungsmessung

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Jeder kennt den Spruch, und der Dreizylinder der Yamaha MT-09 beweist ihn hier einmal mehr. Seinen Hubraumvorteil nutzt er, indem er im Standard-Modus die fülligs­te Kurve ins Diagramm zeichnet. Selbst im sanften B-Modus landet die Kurve immer noch auf dem Niveau der Kawasaki Z 800 und Suzuki GSR 750. In den oberen beiden Gängen wird die Drehzahl des Motors so begrenzt, dass die MT-09 nur etwa 220 km/h läuft. Weiterhin fällt auf, wie gleichmäßig die drei Motoren aus Japan ihre Leistung entfalten. Anders der MV-Motor, der sein Temperament und sein Ungestüm in den drei markanten Aufschwüngen ma­nifestiert, die seine Kurve bis hinauf zum Leistungsmaximum vollführt. Solche Stufen in Kombination mit dem geringsten Gewicht und dem kürzesten Radstand sind für manchen Vorderradlupfer gut.

Daten und Messwerte

Motor

Kawasaki Z 800    MV Agusta Brutale 800   Suzuki GSR 750   Yamaha MT-09
BauartVierzylinder-Viertakt-ReihenmotorDreizylinder-Viertakt-ReihenmotorVierzylinder-Viertakt-ReihenmotorDreizylinder-Viertakt-Reihenmotor
EinspritzungØ 34 mmØ 47 mmØ 32 mmØ 41 mm
KupplungMehrscheiben-
Ölbadkupplung
Mehrscheiben-
Ölbadkupplung
Mehrscheiben-
Ölbadkupplung
Mehrscheiben-
Ölbadkupplung
Bohrung x Hub71,0 x 50,9 mm79,0 x 54,3 mm72,0 x 46,0 mm78,0 x 59,1 mm
Hubraum806 cm³798 cm³749 cm³847 cm³
Verdichtung11,9:113,3:112,3:111,5:1
Leistung83,0 kW (113 PS)
bei 10200/min
92,0 kW (125 PS)
bei 11 600/min
78,0 kW (106 PS)
bei 10000/min
84,6 kW (115 PS)
bei 10000/min
Drehmoment83 Nm bei 8000/min81 Nm bei 8600/min80 Nm bei 9000/min88 Nm bei 8500/min

Fahrwerk

Kawasaki Z 800                             
MV Agusta Brutale 800                      
Suzuki GSR 750                     
Yamaha MT-09                   
RahmenBrückenrahmen
aus Stahl
Gitterrohrrahmen aus StahlBrückenrahmen
aus Stahl
Brückenrahmen
aus Aluminiumguss
GabelUpside-down-
Gabel, Ø 41 mm
Upside-down-
Gabel, Ø 43 mm
Upside-down-
Gabel, Ø 41 mm
Upside-down-
Gabel, Ø 41 mm
Bremsen vorne/hintenØ 310/250 mmØ 320/220 mmØ 310/240 mmØ 298/245 mm
AssistenzsystemeABSABS,
Traktionskontrolle
ABSABS
Räder3.50 x 17; 5.50 x 173.50 x 17; 5.50 x 173.50 x 17; 5.50 x 173.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
BereifungDunlop
D 214 „J“
Pirelli
Diablo Rosso II
Bridgestone
BT 016 „EE“
Bridgestone
S 20 „M“

Maße und Gewicht

Kawasaki Z 800      MV Agusta Brutale 800     Suzuki GSR 750     
Yamaha MT-09
Radstand1445 mm1380 mm1450 mm1440 mm
Lenkkopfwinkel66,0 Grad66,0 Grad64,8 Grad65,0 Grad
Nachlauf98 mm95 mm104 mm103 mm
Federweg vorne/hinten120/137 mm125/125 mm120/135 mm137/130 mm
Sitzhöhe¹ 820 mm810 mm810 mm810 mm
Gewicht vollgetankt¹ 231 kg190 kg214 kg192 kg
Zuladung¹ 180 kg174 kg186 kg173 kg
Tankinhalt17,0 Liter16,6 Liter17,5 Liter14,0 Liter
Service-Intervalle6000 km6000 km6000 km1000 km
Preis8995 Euro11590 Euro8590 (9501)² Euro7495 Euro
Nebenkosten180 Euro275 Euro190 Euro170 Euro

MOTORRAD-Messwerte

Kawasaki Z 800      MV Agusta Brutale 800   
Suzuki GSR 750Yamaha MT-09
Höchstgeschwindigkeit* 230 km/h245 km/h225 km/h210 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h3,3 sek3,5 sek3,3 sek3,3 sek
0–140 km/h5,7 sek5,6 sek5,7 sek5,4 sek
0–200 km/h14,0 sek10,7 sek12,5 sek11,5 sek
Durchzug
60–100 km/h3,8 sek3,1 sek4,3 sek3,3 sek
100–140 km/h4,1 sek3,2 sek4,2 sek4,0 sek
140–180 km/h4,8 sek3,5 sek5,2 sek4,4 sek
Verbrauch Landstraße/100 km5,0 Liter6,1 Liter4,3 Liter4,7 Liter
Reichweite Landstraße340 km272 km407 km298 km

* Herstellerangabe; ¹ MOTORRAD-Messungen; ² inkl. Yoshimura-Auspuff (750 Euro), Windschild (140 Euro) und Tankpad (21 Euro).

MOTORRAD-Testergebnisse

1. Yamaha MT-09

Abgesehen von der harten Gasannahme und der etwas kippeli­gen Serienbereifung leistet sich die MT-09 keine Schwäche. Im ­Gegenteil, meist ist sie vorne dabei. Weil sie obendrein für einen günsti­gen Preis zu haben ist, gewinnt sie zu Recht.

2. Suzuki GSR 750

Die Suzuki ist das Motorrad für den zweiten oder dritten Blick. Unspektakulär in Aussehen und Klang, erweist sie sich doch in ­vielen Wertungen als sehr gutes Motorrad. Bremsen mit stumpfen Belägen waren die einzige Schwäche der Testmaschine.

3. Kawasaki Z 800

Ihr hohes Gewicht ist wohl der Grund dafür, dass sich der kräftige und kultivierte Vierzylinder nicht optimal in Szene setzen kann. Leichte Abstriche beim Lenkverhalten gehen höchstwahrscheinlich auf Kosten der Serienreifen.

4. MV Agusta Brutale 800

Ein wahrhaft faszinierender Verlierer: schnell, ausgesprochen ­handlich, aber durch das ungestüme Ansprechverhalten und das agile Fahrwerk nicht ganz leicht zu fahren. Der hohe Preis geht angesichts der Ausstattung und Verarbeitungsqualität in Ordnung.

MOTORRAD-Punktewertung

Motor:

 Maximale
Punktzahl     
Kawasaki
Z 800           
MV Agusta
Brutale 800    
Suzuki
GSR 750     
Yamaha
MT-09
Durchzug4030372833
Beschleunigung4029303031
Topspeed3019191815
Motorcharakteristik3019232225
Ansprechverhalten2012111514
Lastwechsel2014121513
Laufruhe2015121514
Kupplung108787
Schaltung2013101311
Getriebeabstufung109989
Starten108889
Summe250174178180181

 

Ein Fall für die Yamaha MT-09, der die Suzuki GSR 750 aber eng auf den Fersen bleibt. Wobei die unauffällige GSR hauptsächlich in den „weichen“ Kriterien wie Ansprechverhalten und Laufruhe punktet. Sie ist auch die Einzige, bei der sich der erste Gang geräuschlos einlegen lässt. In den fahrdynamischen Disziplinen sind die Dreizylinder eine Macht.

Sieger Motor: Yamaha MT-09


Fahrwerk:

 Maximale Punktzahl   Kawasaki Z 800      MV Agusta
Brutale 800         
Suzuki
GSR 750     
Yamaha
MT-09
Handlichkeit4028342831
Stabilität in Kurven4026252725
Lenkverhalten4025282826
Rückmeldung106757
Schräglage2017191717
Geradeauslaufstabilität2014111413
Fahrwerksabstimmung vorn2014131212
Fahrwerksabstimmung hinten2013111212
Einstellmöglichkeiten Fahrwerk103624
Federungskomfort105457
Fahrverhalten im Sozius2014101312
Summe250165168163166

 

Trotz der Gleichmässigkeit der Yamaha MT-09 gewinnt dieses Kapitel die MV Agusta Brutale 800. Dass die beiden Dreizylinder in der Handlichkeit vorn liegen, die Kawasaki und die Suzuki dagegen eher in den Stabilitätskriterien, passt zum Charakter der Motorräder. Aufpassen beim Schnellfahren mit der MV: Die Absätze von Autobahnbrücken lassen sie nicht ungerührt.

Sieger Fahrwerk: MV Brutale 800


Alltag:

 Maximale Punktzahl     
Kawasaki Z 800       MV Agusta
Brutale 800     
Suzuki
GSR 750    
Yamaha
MT-09
Ergonomie Fahrer4027292730
Ergonomie Sozius2069106
Windschutz201130
Sicht2010111313
Licht2015141414
Ausstattung3014121315
Handhabung/Wartung3016171617
Gepäckunterbringung102111
Zuladung104353
Reichweite3020152617
Verarbeitung2014151315
Summe250129127141131

 

Alltag klingt banal, doch in diesem Kapitel stecken viele Kriterien, die entscheiden, wie wohl wir uns auf einem Motorrad fühlen. Dieser Etappensieg für die Suzuki GSR 750 ist also einiges wert. Man beachte vor allem die enorme Reichweite, die dem ungemein günstigen Verbrauch geschuldet ist. Der kleine Windschild bietet bei schneller Fahrt tatsächlich fühlbaren Schutz.

Sieger Alltag: Suzuki GSR 750


Sicherheit:

 Maximale
Punktzahl      
Kawasaki
Z 800            
MV Agusta
Brutale 800      
Suzuki
GSR 750     
Yamaha
MT-09
Bremswirkung4028302331
Bremsdosierung3024252126
Bremsen mit Sozius/Fading2013131113
Aufstellmoment beim Bremsen 105767
ABS-Funktion2012141212
Lenkerschlagen2015101212
Bodenfreiheit108787
Summe15010510693108

 

Es sind die Bremsen, die der Suzuki GSR 750 hier die Wertung verhageln. Der Yamaha MT-09 verhelfen die ihren zu einem weiteren Etappensieg. Ein Kompliment für die gelungene Abstimmung ihres ABS geht an die MV Agusta Brutale 800.

Sieger Sicherheit: Yamaha MT-09


Kosten:

Maximale     
Punktzahl
Kawasaki Z 800              MV Agusta Brutale 800             Suzuki GSR 750            Yamaha MT-09

Garantie

3015151715
Verbrauch (Landstraße) 3019142321
Inspektionskosten201191015
Unterhaltskosten209899
Summe10054465960

 

Kopf an Kopf sparen Suzuki GSR 750 und Yamaha MT-09. Letztere hält dank geringer Inspektionskosten einen Minimalvorsprung.

Sieger Kosten: Yamaha MT-09


 Maximale PunktzahlKawasaki Z 800 
MV Agusta Brutale 800 
Suzuki GSR 750  
Yamaha MT-09
Gesamtwertung1000627625636646
Platzierung3.4.2.1.
Preis-Leistungs-Note1,01,72,41,51,0

 

Sieger Preis-Leistung: Yamaha MT-09 - die meisten Punkte und der günstigste Preis, das kann ja nur die Bestnote geben.

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