Vergleichstest: Honda Fireblade von 2006 und 2010 Honda Fireblade: Alt gegen neu

Dass Hondas Fireblade eine harte Klinge schlägt, bekam ihre Konkurrenz häufig zu spüren. Doch was geschieht, wenn sie gegen sich selbst antritt? Ein Gefecht alt gegen neu.

Foto: Jkuenstle.de

Bei jedem Modellwechsel stellt sich die Frage erneut: Was kann die Nachfolgerin besser als ihre Ahnin? Natürlich interessiert das auch bei Hondas Fireblade, Deutschlands meistverkauftem Supersportler der vergangenen Jahre. Von 1999 bis einschließlich 2009 wechselten 29 208 neue Feuerklingen die Besitzer - einsamer Rekord. PS lässt die beiden jüngsten Modelle gegeneinander antreten. In den Ring steigen die Blade von 2006 (SC 57) sowie die SC 59 von 2010.

Letztere hob Honda bereits 2008 als komplette Neukonstruktion aus der Taufe. Schon ein Jahr später rollte sie mit dem revolutionären Sport-ABS auf die Straße, und für 2010 schärften die Honda-Ingenieure ihr jüngstes Superbike nochmals nach. Mehr Schwungmasse am Lichtmaschinenrotor und die demzufolge stabiler ausgelegte Kurbelwelle sollen die Gasannahme verbessern. Ansonsten begnügt sie sich mit geringfügigen Modifikationen: neu gestaltetes Heck mit Klarglas-Rücklicht, demontierbarer Kennzeichenhalter, verschraubte Auspuffabdeckung, anderes Verkleidungsdesign.

2004 griff die SC 57 ins supersportliche Geschehen ein. Erst seit dieser Zeit verfügen Fireblades über den vollen Liter Hubraum. Zwei Jahre später erfuhr sie grundlegende technische wie optische Änderungen, die der jüngsten Ausbaustufe und damit dem Stand der PS-Testmaschine entsprechen. Dank gebührt der Firma Stauch aus Filderstadt bei Stuttgart. Sie versorgte die Redaktion mit Fireblades aus den Jahren 2006 und 2008. Ein Kasten auf Seite 27 beschreibt die Fahrunterschiede zwischen Letztgenannter und ihrer Schwester von 2010.

Anders als erwartet kann die Neue zwar vieles, aber nicht alles besser. Ein Blick aufs Leistungsdiagramm liefert den Beweis. Bis zu mittleren Drehzahlen liegt die ältere Blade vorn, besonders gravierend fallen die Abstände um 4000/min aus. Dort trennen die Streithähne bis zu 10 PS und 17 Nm. Der vielgerügte Leistungseinbruch der aktuellen Fireblade in diesem Bereich bremst sie nach wie vor drastisch ein. Wer sich in diesen Regionen tummelt, braucht bei Zwischensprints einen fleißigen Schaltfuß. Findige Zeitgenossen hängen die Züge der Auspuffwalze aus. "Dadurch verringert sich der Leistungsabfall um zirka 70 Prozent", wie ein Honda-Intimus verrät. Der Insider weiter: "Um die Kurve ganz zu glätten, muss man in die Elektronik der Zünd-/Einspritzanlage eingreifen." Überflüssig zu erwähnen, dass mit jeder dieser Maßnahmen die ABE erlischt. Für gelegentliche Ausflüge auf die Renne taugen die Tipps aber allemal.

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Solche Manipulationen hat die ältere Feuerklinge dagegen gar nicht nötig. Sie schießt ohne Leistungsflaute durchs Drehzahlband und wirkt im Verbund mit ihrer wesentlich kürzeren Übersetzung jederzeit sehr dynamisch. So kommt es, dass sie die aktuelle Blade am Ausgang enger Kurven abledert und beim Sprint von 0 auf 200 km/h bis auf wenige Zehntelsekunden an ihrer stärkeren Schwester dranbleibt. Deren Stunde schlägt erst ab mittleren Drehzahlen. Deutlicher, als das Diagramm veranschaulicht, liefert die SC 59 ab 7000/min herrlichen Schmalz und schießt sich und ihren Piloten in den siebten Motorradhimmel.

In Sachen Laufkultur schenken sie sich nichts, sowohl die SC 57 als auch ihre Nachfolgerin laufen etwas rau und vibrieren mitunter spürbar. Auch springen beide sehr spontan ans Gas. Trotz der eingangs erwähnten Modifikationen verbucht die 2010er-Blade beim Thema Lastwechsel keine signifikanten Vorteile. Erfreulich: Beide Getriebe arbeiten exzellent.

Mit der SC 59 rockt die sportlichste Fireblade aller Zeiten in der Welt der Superbikes. Vorderradorientierte Sitzposition, straffes Fahrwerk, kompakte Erscheinung: Eine derartige Kompromisslosigkeit wagte vor ihr keine andere Blade. Das spielt dem Piloten bei sportlichem Feilen in die Karten. Die 2010er-Klinge liefert hervorragendes Feedback und räubert ungemein stabil um die Ecken. Zumindest auf ebener Strecke. Bei Bodenwellen in Kurven stellt sie sich etwas auf und benötigt daher beim Kurvenwetzen auf Runzelasphalt ein wenig Krafteinsatz vom Piloten. Trotz ihrer straffen Abstimmung sprechen Gabel und Federbein prima an.

In diesem Punkt hält die SC 57 locker mit. Auch ihre Federelemente absorbieren Zerklüftungen sehr sensibel. Unterschied: Das Grundsetup der Dämpfung geriet deutlich komfortabler, weshalb in der Ahnin bei verschärftem Halali immer etwas zu viel Bewegung herrscht. Ein anderes Fahrwerksphänomen sorgte in der Vergangenheit bei einigen SC 57 für Aufruhr: Gabelflattern. Dabei handelt es sich um teils kräftige horizontale Schwingungen, die bei bestimmten Bremssituationen - meist abruptes, starkes Verzögern - entstehen konnten und den gesamten Vorderbau in Unruhe versetzten. Honda reagierte bei betroffenen Maschinen mit stumpferen Bremsbelägen, was das Rattern deutlich minderte, aber nicht immer völlig abstellte. Wer eine Second-Hand-SC 57 abgreifen möchte, sollte sie auf diese Eigenart überprüfen.

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Zurück zum Test. Wie ein Wirbelwind pfeffert die SC 57 um die Radien: Abwinkeln, durchballern, fertig. Diese Disziplin beherrscht die ältere Fireblade besser als die aktuelle. Warum? Einen hohen Anteil daran tragen die Reifen. Anders als die SC 59 rollt das ältere Superbike auf Nachrüstgummis. Der Michelin Pilot Power genießt dank seiner sagenhaften Handlichkeit und des problemlosen Fahrverhaltens in der Szene beinahe Kultstatus. Perfektionisten monieren das leicht nervöse Einlenkverhalten. Außer von den Reifen profitiert die SC 57 auch vom um vier Kilogramm geringeren Gewicht (205 zu 209 Kilo).

Die Mehrpfunde der Neuen gehen aufs Konto des ABS - satte zehn Kilogramm bringt es auf die Waage. Für den Aufschlag von 1000 Euro können Sportsfreunde diesen in öffentlichem Gefilde perfekt arbeitenden Blockierverhinderer ordern. Auf der Renne ankern Profis bei trockener Piste auf der letzten Rille allerdings effektiver ohne das System. ABS ja oder nein - diese Frage stellt sich bei der SC 57 nicht. Als sie gebaut wurde, kamen Supersportler noch ohne Fahrassistenz-Systeme aus. Wie bei ihrer jüngeren Verwandten beißen die Bremsen der 2006er-Fireblade kräftig zu, sind hervorragend dosierbar und begeistern mit sagenhafter Transparenz.

Fazit: Trotz ihrer kompromisslosen Ausrichtung besitzt die SC 59 eine hohe Alltagstauglichkeit und gewinnt das Duell. Ihre Schwächen: Durchhänger um 4000/min sowie das Kurvenfahrverhalten auf Bodenwellen. Beide Disziplinen beherrscht die anders bereifte SC 57 besser. Wer auf ABS verzichten kann und nur auf Landstraßen ballert, besitzt mit der Feuerklinge von 2006 nach wie vor einen schlagkräftigen Brenner.

PS-Bewertung

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Platz 1: Honda Fireblade SC 59

Kategorie Motor:
Gegensätzlich zum SC 57-Antrieb entfaltet das aktuelle Triebwerk seine Leistung: im unteren Drehzahlbereich mau, ab 7000/min top. Harte Gasannahme.

4 von 5 Sternen


Kategorie Fahrwerk:

Mit dem C-ABS hält die SC 59 ein Ass im Ärmel. Straffe, sensibel ansprechende Federelemente. Bei Bodenwellen in Kurven stellt sich die 2010er-Blade auf.

4 von 5 Sternen


Kategorie Ergonomie:

Auf der aktuellen Blade thronen Piloten bequem und trotzdem sehr aktiv. Deshalb und aufgrund des entspannteren Kniewinkels greift sie alle fünf Sterne ab.

4 von 5 Sternen


Kategorie Fahrspaß:

Superber Punch ab 7000/min, knackiges Fahrwerk, tolles ABS: Die Blade fesselt ihre Treiber. Störend wirkt der Leistungseinbruch um 4000/min.

4 von 5 Sternen


PS-Urteil:

Völlig überraschend kommt der Sieg der SC 59 natürlich nicht. Sie ist das modernere und sportlichere Bike, dem zur Perfektion nicht sehr viel fehlt.

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Platz 2: Honda Fireblade SC 57 (15 von 20 Sterne)

Kategorie Motor:
Viel Druck im Drehzahlkeller, in oberen Regionen herrscht etwas weniger Dynamik. Abrupte Gasannahme, durchschnittliche Laufkultur. Traumhaftes Getriebe.

4 von 5 Sternen


Kategorie Fahrwerk:

Auf den Michelins pfeffert die SC 57 überaus leichtfüßig um die Ecken. Komfortable Grundabstimmung der Federelemente, klasse Ansprechverhalten. Kein ABS.

3 von 5 Sternen


Kategorie Ergonomie:

Wie die meisten Hondas bietet auch die Klinge von 2006 eine Wohlfühl-Sitzposition. Trotz aller Behaglichkeit taugt die Ergonomie auch fürs Heizen.

4 von 5 Sternen


Kategorie Fahrspaß

Herrlich: beherzt in die Ecken stechen, am Kurvenausgang voll herausballern, die Leichtigkeit dieser Blade genießen. Rauer Motor, viel Bewegung im Bike.

4 von 5 Sternen


PS-Urteil:

Mit lediglich zwei Punkten Rückstand auf ihre jüngere Schwester landet die SC 57 auf Platz zwei. Was beweist: Im sportlichen Alltag hält sie locker mit.

Zeichnung: Archiv

Technische Daten

Dank der im Vergleich zu ihrer Vorgängerin etwas kurzhubigeren Auslegung dreht die SC 59 höher als die SC 57. Von der gesteigerten Drehfreude rührt maßgeblich ihre Mehrleistung von fünf PS. Ab 7000/min feuert die jüngere Blade dermaßen los, dass der Pilot beinahe den Lenker verbiegt. Bis zu genannter Marke liegt das ältere Modell vorn, besonders um 4000/min generiert es deutlich mehr Leistung und Drehmoment. Das macht sich beim Fahren bemerkbar, speziell aus engen Erster-Gang-Ecken sprintet sie wesentlich energischer heraus. Bei dieser Übung profitiert die SC 57 auch von ihrer Übersetzung, die viel kürzer ist als bei der SC 59. Jede spielt ihre Stärken aus, was letztlich bedeutet, dass ihre Fahrleistungen recht nah beieinander liegen.

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Honda Fireblade SC 57

Antrieb:
Vierzylinder-Reihenmotor, 4 Ventile/Zylinder, 126,4 kW (172 PS) bei 11 250/min*, 115 Nm bei 10 000/min*, 998 cm³, Bohrung/Hub: 75,0/56,5 mm, Verdichtungsverhältnis: 12,2:1, Zünd-/Einspritzanlage, 44-mm-Drosselklappen, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, G-Kat

Fahrwerk:

Leichtmetall-Brückenrahmen, Lenkkopfwinkel: 66,8 Grad, Nachlauf: 100 mm, Radstand: 1400 mm, Upside-down-Gabel, Ø Gabelinnenrohr: 43 mm, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufe, Zentralfederbein mit Hebelsystem, einstellbar in Federbasis, Druck- und Zugstufe, Federweg v./h.: 120/135 mm

Räder und Bremsen:
Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17/6.00 x 17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 190/50 ZR 17, Testbereifung: Michelin Pilot Power. 320-mm-Doppelscheibenbremse mit radial verschraubten Vierkolben-Festsätteln vorn, 220-mm-Einzelscheibe mit Einkolben-Schwimmsattel hinten

Maße und Gewicht:

Länge/Breite/Höhe: 2035/795/1115 mm, Sitz-/Lenkerhöhe: 810/855 mm, Lenkerbreite: 655 mm, 205 kg vollgetankt, v./h.: 51,1/48,9 %

Hinterradleistung im letzten Gang:
114 kW (155 PS) bei 257 km/h

Fahrleistungen:
Beschleunigung 0-100/150/200 km/h: 3,3/5,2/7,8 s
Durchzug 50-100/100-150 km/h: 4,6/3,9 s

Höchstgeschwindigkeit: 287 km/h*

Verbrauch:

Kraftstoffart: Super bleifrei. Durchschnittstestverbrauch: 6,2 Liter/100 km, Tankinhalt/davon Reserve 18/4 Liter, Reichweite: 290 km

Grundpreis 2006: 13 190 Euro (zzgl. Nk)

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Honda Fireblade SC 59

Antrieb:
Vierzylinder-Reihenmotor, 4 Ventile/Zylinder, 131 kW (178 PS) bei 11 200/min*, 112 Nm bei 8500/min*, 1000 cm³, Bohrung/Hub: 76,0/55,1 mm, Verdichtungsverhältnis: 12,3:1, Zünd-/Einspritzanlage, 46-mm-Drosselklappen, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbad-Anti-Hopping-Kupplung, Sechsganggetriebe, G-Kat

Fahrwerk:
Leichtmetall-Brückenrahmen, Lenkkopfwinkel: 66,8 Grad, Nachlauf: 96 mm, Radstand: 1410 mm, Upside-down-Gabel, Ø Gabelinnenrohr: 43 mm, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufe, Zentralfederbein mit Umlenkung, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufe, Federweg vorn/hinten: 120/135 mm

Räder und Bremsen:

Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17/6.00 x 17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 190/50 ZR 17. Erstbereifung: Bridgestone BT 015 "F". 320-mm-Doppelscheibenbremse mit Vierkolben-Festsätteln vorn, 220-mm-Einscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel hinten

Maße und Gewicht:

Länge/Breite/Höhe: 2090/830/1130 mm, Sitz-/Lenkerhöhe: 815/860 mm, Lenkerbreite: 650 mm, 209 kg vollgetankt, v./h.: 51,8/48,2 %

Hinterradleistung im letzten Gang:

117,6 kW (160 PS) bei 255 km/h

Fahrleistungen:
Beschleunigung 0-100/150/200 km/h: 3,2/5,1/7,5 s
Durchzug 50-100/100-150 km/h: 4,5/3,6 s

Höchstgeschwindigkeit: 293 km/h*

Verbrauch:
Kraftstoffart: Super bleifrei. Durchschnittstestverbrauch: 6,4 Liter/100 km. Tankinhalt 17,7 Liter, Reichweite: 276 km.

Grundpreis: 14 990 Euro (zzgl. Nk), Aufpreis C-ABS: 1000 Euro

Foto: jkuenstle.de

SC 59 von 2008 und 2010

Der größte Unterschied zwischen der ersten SC 59 von 2008 und dem aktuellen Modell betrifft die Bremsen. Das aufpreispflichtige Combined ABS trägt ab dem Modelljahr 2009 zur aktiven wie passiven Sicherheit auf Landstraßen bei. Aktiv deshalb, weil es zuverlässig blockierende Räder verhindert. Das gilt natürlich auch bei Schreckbremsungen und bei Reibwertsprüngen der Straße. Mit dieser Gewissheit lässt es sich befreit heizen, was der passiven Sicherheit zugutekommt. Profi-Sportfahrer, die das physikalische Limit auf Rennstrecken auszureizen vermögen, brauchen das ABS nicht. Im Gegenteil: Das System überrascht im absoluten Grenzbereich mit teils recht ausgeprägten Regelintervallen.

Zehn Kilogramm weniger wiegt die SC 59 ohne ABS. Von diesem Mindergewicht kann die 2008er-Blade aber nicht übermäßig profitieren. Offenbar gelang es Honda, das schwere System so zu integrieren, dass die Handlichkeit nicht darunter leidet. Andererseits laufen die Änderungen bei der um knapp sieben Prozent erhöhten Schwungmasse der 2010er-Blade ins Leere. Honda verspricht sich von dieser Modifikation eine bessere Gasannahme. Doch die Lastwechsel der aktuellen Feuerklinge fallen immer noch recht deutlich aus. Die restlichen Unterschiede: Form des Hecks, demontierbarer Kennzeichenhalter, Design.

Gebrauchtkauf

Beide Fireblades brillieren mit der sprichwörtlichen Honda-Zuverlässigkeit. Allerdings sollten Käufer einer SC 57 überprüfen, ob das im Haupttext erwähnte Gabelflattern auftritt. Dazu im ersten Gang zügig auf etwa 60 km/h beschleunigen, sodass die Gabel erkennbar ausfedert. Dann rasch vom Gas gehen und den Bremshebel kurz, aber fest ziehen (Achtung: kein ABS!). Bremse danach schnell loslassen und sofort wieder verzögern. Diesen Ablauf einige Male wiederholen. Tritt Gabelflattern auf: Finger weg von diesem Bike!

Bei der SC 59 von 2008 darauf achten, dass die Nachrüstaktionen von Kupplungsteilen sowie den Schellen der Kühlerschläuche durchgeführt wurden. Ansonsten genügen die üblichen Checks: allgemeiner Zustand der Maschine, durchgeführte Kundendienste, Reifenverschleiß, Sturzschäden oder Unfälle, Anzahl der Vorbesitzer.

Im Kasten rechts steht eine Auflistung der einzelnen Baujahre mit den jeweiligen Kilometer- sowie Preisspannen. Die Angaben stellen Mittelwerte dar, die sowohl nach oben als auch nach unten variieren. Da in den Jahren 2004, 2006 und 2008 jeweils Modellwechsel oder tiefgreifende Änderungen anstanden, sollten Interessenten beim Prüfen der Angebote auf die Aktualität des Modells achten. Außer in den Fachmagazinen (Beispiel: PS, MOTORRAD), bieten Verkäufer ihre Maschinen auch im Internet an. Hier eine Auswahl: markt.motorradonline.de; mobile.de; motoscout24.de.

SC 57:
2004

Mittlere Laufleistung: 15 000 - 25 000 Kilometer
Preisspanne: 5800 - 6500 Euro

2005
Mittlere Laufleistung: 10 000 - 15 000 Kilometer
Preisspanne: 7000 - 7500 Euro

2006
Mittlere Laufleistung: 5000 - 15 000 Kilometer
Preisspanne: 7500 - 8000 Euro

2007

Mittlere Laufleistung: 6000 - 17 000 Kilometer
Preisspanne: 8000 - 8500 Euro


SC 59:
2008

Mittlere Laufleistung: 8000 Kilometer
Preisspanne: um 9000 Euro

2009
Mittlere Laufleistung: 3000 Kilometer
Preisspanne: um 12 500 Euro (inkl. ABS)

Modellgeschichte

Foto: Archiv

Fireblade SC 28 1992 - 1995

Mit der SC 28 beginnt die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte der Honda-Superbikes. Als sie 1992 auf den Markt rollte, vereinte sie als erste Maschine das Gewicht einer 600er mit der Power einer Tausender. Vollgetankt nur 207 Kilogramm schwer und offen 124 PS stark, bügelte sie im ersten Jahr die Konkurrenz. Einziges Manko: träges Kurvenfahrverhalten aufgrund des 16-Zoll-Vorderrads mit 130er-Schlappen.

Daten:
Hubraum: 893 cm3
Leistung/Drehmoment: 124 PS/91 Nm
Preis: ab 19 250 Mark
Verkaufte Einheiten: 9734

Foto: Archiv

Fireblade SC 33 1996 - 1999
Umfangreiche Modifikationen an Motor und Fahrwerk machten die CBR 900 RR ab 1996 noch schlagkräftiger. Mehr Hubraum, höhere Leistung, etwas geringeres Gewicht: Die Fireblade mischte nach wie vor ganz vorn mit. Dennoch wies die erstarkte Konkurrenz sie ein ums andere Mal in die Schranken. Ihren größten Erfolg feierte die SC 33 im ersten Jahr, als sie einen Konzeptvergleich mit zehn Maschinen gewann. 

Daten:
Hubraum: 919 cm3
Leistung/Drehmoment: 128 PS/91 Nm
Preis: ab 20 290 Mark
Verkaufte Einheiten: 11 307

Foto: Archiv

Fireblade SC 44 2000 - 2001
Endlich spendierten die Japaner der Fireblade ein 17-Zoll-Vorderrad. Dazu bekam sie einen neuen Rahmen, eine Upside-down-Gabel und eine lange, verstärkte Schwinge. Auch motorseitig rüstete Honda nach: Einspritzung, mehr Hubraum, höhere Verdichtung. Die SC 44 leistet nominell 147 PS. Umgerechnet aufs Jahr ist sie mit 3123 verkauften Einheiten bis heute die erfolgreichste Fireblade in Deutschland.

Daten:
Hubraum: 929 cm3
Leistung/Drehmoment: 147 PS/100 Nm
Preis: ab 22 190 Mark
Verkaufte Einheiten: 6247

Foto: Archiv

Fireblade SC 50 2002 - 2003

Fireblade SC 50 2002 - 2003
Bereits zwei Jahre später schickte Honda die SC 50 ins Rennen. Wie so oft galt die Prämisse: stärker, leichter, schneller. Durch teils heftiges Kickback erlangte die Blade einen zweifelhaften Ruf. Statt einen Lenkungsdämpfer nachzurüsten, stellte Honda das Lenkkopflager strammer ein - keine sehr elegante Lösung. In diversen Vergleichstests gegen starke Konkurrenten abonnierte sie dennoch stets die vordersten Plätze. 

Daten:
Hubraum: 954 cm3
Leistung/Drehmoment: 150 PS/104 Nm
Preis: ab 12 590 Euro
Verkaufte Einheiten: 5241

Foto: Archiv

Fireblade SC 57 2004 - 2007
Erstmals rollt eine Fireblade mit einem vollen Liter Hubraum an den Start. Damit steigen Leistung wie Drehmoment erneut an. Bei der Entwicklung der SC 57 orientierten sich die Ingenieure an der RC211V, dem damaligen MotoGP-Renner von Honda. Nach dem Kickback-Debakel der Vorgängerin konstruierten die Japaner einen innovativen Lenkungsdämpfer. Bis heute gilt das elektronisch gesteuerte Teil als technische Meisterleistung. 

Daten:
Hubraum: 998 cm3
Leistung/Drehmoment: 171 PS/115 Nm
Preis: ab 12 990 Euro
Verkaufte Einheiten: 10 698

Foto: Archiv

Fireblade SC 59 - Seit 2008
Die SC 59 ist eine komplette Neukon-struktion. Wieder einmal ist eine Blade leichter und stärker als ihre Vorgängerin. Mit 178 PS und 199 Kilogramm vollgetankt stellt sie einen neuen Honda-Rekord beim Leistungsgewicht auf. Seit 2009 liefert Honda für die Feuerklinge ein optionales, zehn Kilogramm schweres ABS. In Anbetracht starker Konkurrenz ist eines sicher: Das Wettrüsten geht weiter. 

Daten:
Hubraum: 1000 cm3
Leistung/Drehmoment: 178 PS/114 Nm
Preis: ab 13 760 Euro
Bisher verkaufte Einheiten: 4531

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