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Yamaha MT-09 und Triumph Street Triple im Test Dreizylinder-Battle in Kroatien

Die neue Yamaha MT-09 steht für uns in Kroatien bereit. Kann sie der erfolgreichen Triumph Street Triple tatsächlich den Rang ablaufen? Ein Vergleichstest mit guten Aussichten.

Klack, der dritte Gang rastet ein. Jetzt Vollgas! Prompt verliert das Vorderrad den Bodenkontakt, schwebt handbreit über dem Asphalt wie bei den MotoGP-Bikes. Ein Pfeifton mischt sich der sonor schabenden Soundkulisse des Dreizylinder-Triebwerks bei. Das klingt nach Turbo-Unterstützung – und fühlt sich auch so an. Mit Schmackes prescht die Yamaha MT-09 die Drehzahlleiter hinauf, bolzt stetig mehr Druck an die Kurbelwelle und verschlingt die Zwischengerade im Nu. Haben die nicht gesagt, die hätte 115 PS? Man würde auf Anhieb mehr vermuten.

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Pobacken zusammenkneifen und hart ankern!

Vor lauter Nachdenken aber bitte nicht das Fahren vergessen! Die nächste Kurve ist im Anflug. Ein kurzer Blick auf den Digitaltacho: Er zeigt dreistellig. Viel zu viel! Jetzt Pobacken zusammenkneifen und hart ankern. Nur ja nicht übertreiben, die kroatische Testmaschine hat schließlich kein ABS. Beherzt nehmen die Radial-Bremssättel die Bremsscheiben in die Zange, tief und tiefer taucht die Upside-down-Gabel der Yamaha MT-09 ab. Die Dosierbarkeit der Bremse ist ein Gedicht. Bei dem intransparenten Feedback von der Front sicher kein Nachteil.

Der erneute Blick auf den Tacho bestätigt: Geschwindigkeit angemessen, Kurvenfahrt kann eingeleitet werden. Mit einem kräftigen Lenkimpuls legt sich die Yamaha MT-09 in Schräglage, folgt auf dem topfebenen Asphalt stabil, wenn auch nicht übermäßig neutral der angepeilten Linie. Ob es am Reifen liegt? Mist, leider vergessen, runterzuschalten! Aber egal, 2000 ­Umdrehungen reichen aus, um sich mit ausreichend Bums flott aus dem Eck zu katapultieren. Ein wahrhaft prächtiger Landstraßenmotor ist dieser neue Triple aus Japan.

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Foto: www.jkuenstle.de
Im Rückspiegel blitzen die unverkennbaren Doppelscheinwerfer der Streety auf. Sie klebt der MT-09 sprichwörtlich am Heck.
Im Rückspiegel blitzen die unverkennbaren Doppelscheinwerfer der Streety auf. Sie klebt der MT-09 sprichwörtlich am Heck.

Ob sich die mehrmalige Testsiegerin, die Triumph Street Triple, so schnell die Butter vom Brot nehmen lässt? Im Rückspiegel blitzen die unverkennbaren Doppelscheinwerfer der Streety auf. Sie klebt der Yamaha MT-09 sprichwörtlich am Heck. Nur: Liegt es am Moped oder daran, dass MOTORRAD-Tester Karsten ihr die Sporen gibt?

Tempo drosseln, Blinker setzen und ab auf den nächsten Parkplatz zur Teambesprechung. Schließlich ist das hier kein Rennen. Bei genauerer Betrachtung bestätigt sich die Vermutung über die Reifen. Stand die Yamaha MT-09 Wochen zuvor bei der Präsentation noch auf topaktuellen Bridgestone S 20-Reifen, sind nun Dunlops D 214 montiert. Zwar taucht dieser Reifen immer wieder als Erstausrüster-Pneu bei neuen Modellen auf (z. B. Kawasaki Z 800), in der Produktliste auf der Dunlop-Homepage sucht man ihn allerdings vergebens. Um eine nagelneue Konstruktion handelt es sich jedenfalls nicht, das spürt man. Ob sich das gegenüber der Triumph Street Triple, die auf Diablo Rosso von Pirelli rollt, zum entscheidenden Nachteil entwickelt?

Souverän und lässig posiert die Streety am Ufer des Mittelmeers. Sie weiß, warum. Schließlich mehrten sich seit Beginn ihrer Baureihe die Lobpreisungen über den sagenhaften Antrieb. Selbst mancher Testprofi hat sich in diesen verliebt. Mit seiner erstaunlichen Drehmomentstärke und der kecken Drehfreude mischt der Triple die Szene der Mittelklasse-Nakeds bis heute auf. Auch 675 Kubikzentimeter Hubraum können emotional in Szene gesetzt werden. Das haben sie bei Triumph eindrücklich bewiesen. Der Wunsch nach etwas mehr Hubraum drang dennoch ein ums andere Mal in Richtung Hinckley. Schließlich klafft zwischen der Triumph Street Triple und der Speed Triple mit dem 1050 Kubikzentimeter großen Aggregat eine ziemlich breite Brennraum-Lücke. Genau in diese sticht nun die Yamaha MT-09 hinein. Ganz nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ schieben die Japaner mit 847 Kubikzentimetern Hubraum nun jenen Dreizylinder an die Ladentheke, der ebenso Kunden mit 1000er-Nakeds oder 600er-Allroundern abfischen könnte. Drei Zylinder, 88 Newtonmeter und 115 PS klingen nach einem astreinen Landstraßenmotor, 190 Kilo vollgetankt nach wieselflinken Richtungswechseln. Das lässt die exakt gleich schwere Triumph auf dem Papier etwas blass aussehen. Dabei genügen lecker angerichtete 106 PS und 68 Newtonmeter auf öffentlichen Straßen doch allemal, oder?

Yamaha MT-09 verleitet zum Wheelen

Motorradwechsel! Kaum losgefahren, zieht Karsten mit der Yamaha MT-09 links an der Triumph Street Triple vorbei. Im Wheelie. Muss er die Queen und das Königreich denn gleich so demütigen? Nein, das sicher nicht. Aber die kurze Übersetzung in den ersten drei Gängen und die vom Stand weg verfügbare Power verleiten ungemein zum Einradbetrieb. Beim kräftigen Dreh am Quirl macht die MT-09 ganz von alleine Männchen.

Foto: www.jkuenstle.de
Auch nach vielen Stunden Testfahrt sitzt man auf der MT noch entspannt im Sattel, wo es auf der Street Triple so langsam ungemütlich wird.
Auch nach vielen Stunden Testfahrt sitzt man auf der MT noch entspannt im Sattel, wo es auf der Street Triple so langsam ungemütlich wird.

Die Triumph Street Triple hingegen prescht auch ohne Akrobatik flott vorwärts, steht fest mit beiden Rädern auf dem Asphalt. Zum einen liegt das an ihrer etwas sportlicheren Getriebeabstufung – die ersten beiden Gänge sind recht lang, alle weiteren dann ziemlich kurz übersetzt. Zum anderen ist es aber die frontorientierte Gewichtsverteilung der Streety, die den Vorderreifen am Boden hält. Ganze sieben Kilogramm mehr lasten auf der Vorderhand. Bei der Yamaha MT-09 sind es gerade mal zwei. Damit genießt der Triumph-Fahrer ein deutlich besseres Gefühl für das Vorderrad und profitiert von einer satteren Straßenlage. Und die lässt sich in Verbindung mit dem straffen Fahrwerk super nutzen, um der Yamaha die Küstenstraße nicht allein zu überlassen. Also zwei Gänge im sauber und leise rastenden Getriebe zurückgesteppt und dem einrädrigen Banditen hinterher.

Pieksauber hängt der Motor am Gas, dreht, untermalt von einer knurrigen Soundkulisse und dem gewöhnungsbedürftig sirrenden Primärtrieb, befreit durch das breite Drehzahlspektrum. Fantastisch, wie gleichmäßig und jederzeit beherrschbar sich die Leistung entfaltet. Ebenso, nur eben druckvoller, verhält sich der CP3 getaufte Motor der Yamaha MT-09. Auch er spricht sauber an und brilliert mit geringen Lastwechselreaktionen. Allerdings nur, sofern das vermeintlich zahmste der drei Motor-Mappings eingelegt wurde. Der A- und der Standardmodus sind so aggressiv abgestimmt, dass selbst vorsichtiges Gasanlegen mit einer harten Gasannahme beantwortet wird. Auch wenn sich der B-Modus von den anderen Mappings um neun PS in der Spitzenleistung unterscheidet, spricht auf der gemäßigten Landstraßenrunde nichts dagegen, diesen einzulegen und sich nun über die butterweiche Gasannahme zu freuen.

Egal, ob zweiter oder vierter Gang

Wie auf der Yamaha MT-09 bleibt es auch auf der Triumph Street Triple der Laune des Fahrers überlassen, in welcher Gangstufe man aus der Kurve surft. Egal, ob zweiter oder vierter Gang, das Triebwerk quittiert es gleichermaßen mit kernigem Vortrieb. Auf den Zwischengeraden muss man aber Mut aufbringen, das Gas bis in den fünfstelligen Bereich stehen zu lassen, sonst saust die MT außer Sichtweite. Aber warum Mut aufbringen? Nun ja, ein Leisetreter ist die Triumph nicht gerade, kreischt ab 7000 Touren lauthals zu den nahe gelegenen Inseln rüber, dass die Brennräume mächtig arbeiten müssen. Doch zum Glück führt die Route nun von der Küste weg, den Stara Vrata-Pass hinauf.

Von lang gezogenen, schnellen Kurven bis zur langsamen 180-Grad-Kehre ist ab jetzt alles dabei und die Street Triple in ihrem Revier. Ganz neutral zirkelt sie durch Radien jeder Art, reagiert prompt auf spontane Kurskorrekturen und pfeift auf schlechte Fahrbahnverhältnisse. Die nicht einstellbare Upside-down-Gabel und das nur in der Federbasis einstellbare Federbein sprechen sauber an und glätten Schlaglöcher ebenso weg wie aufeinanderfolgende Bodenwellen. Da kann man sich voll auf die Linie konzentrieren und sich über das spielerische Handling freuen. Abklappen, umklappen, Hahn spannen. So einfach und dynamisch gelingen Wechselkurven.

Foto: www.jkuenstle.de
Klack, der dritte Gang rastet ein. Jetzt Vollgas mit der Yamaha MT-09!
Klack, der dritte Gang rastet ein. Jetzt Vollgas mit der Yamaha MT-09!

Pumpneigung des MT-09-Hecks

Der Abstand zur Yamaha wird geringer. Im kurvigen Geläuf kann die MT-09 ihren Hubraumvorteil nicht ausspielen. Das liegt nicht an mangelnder Handlichkeit, sondern an der Kombination einer älteren Reifenkonstruktion mit dem eher kommod ausgelegten Fahrwerk. Das äußert sich zum einen durch ein etwas stures Einlenkverhalten, das einen kräftigen Zug am Lenker verlangt, um die Yamaha MT-09 auf Linie zu bringen. Zum anderen ist es das Federbein, das selbst bei geschlossener Zugstufe die Pumpneigung des Hecks nicht verhindern kann. Doch nimmt man das Tempo nur ein wenig raus – und damit ist keineswegs ein Sightseeing-Modus gemeint –, passt alles prima, treten die Grenzen der Federelemente in den Hintergrund, und man erfreut sich am guten Ansprechverhalten derselben.

Leicht nach vorn gebeugt auf der Street Triple

Triumph Street Triple und Yamaha MT-09 haben die Bergspitze auf 955 Metern Höhe erreicht. Beim erneuten Umsteigen tritt das unterschiedliche Sitzarrangement zutage. Auf der Street Triple hockt es sich wie eine Gazelle im Stand-by-Modus. Nicht zu aggressiv, dass alle Muskeln nur darauf warten, von der Leine gelassen zu werden, aber auch nicht so zurückhaltend, dass man nicht doch schnell auf Attacke umschalten könnte. Die Beine winkeln sportlich, der Lenker ist in optimaler Höhe positioniert, sodass der Oberkörper leicht nach vorn gebeugt wird.

Foto: www.jkuenstle.de
Die Testfahrt neigt sich dem Ende. Gratulation! Die Yamaha MT-09 düpiert die Triumph Street Triple auf Anhieb dank bärigem Druck und fulminanter Drehfreude. Trotz allem hat die Triumph eine saubere Leistung abgeliefert.
Die Testfahrt neigt sich dem Ende. Gratulation! Die Yamaha MT-09 düpiert die Triumph Street Triple auf Anhieb dank bärigem Druck und fulminanter Drehfreude. Trotz allem hat die Triumph eine saubere Leistung abgeliefert.

Ganz anders die Yamaha MT-09: Hier hockt der Pilot tief drin im Moped. Die Sitzhöhe von nur 810 Millimetern in Verbindung mit dem hoch angebrachten Lenker ergibt eine Sitzposition, die mehr an Reiseenduros als an Naked Bikes erinnert. In aufrechter und entspannter Haltung wird die MT-09 pilotiert. Weckt ihr rassiger Antrieb den sportlichen Ehrgeiz eines Sprintläufers, vermittelt die Sitzposition die Souveränität eines Kosmopoliten. Am Ende des Tages macht sich das trotz des sehr schmalen Sitzpolsters positiv bemerkbar. Auch nach vielen Stunden Testfahrt sitzt man auf der MT-09 noch entspannt im Sattel, wo es auf der Triumph Street Triple so langsam ungemütlich wird.

Dank eines niedrigen Verbrauchs beider Bikes von je 4,6 Litern sind Etappen von 300 Kilometern kein Kunststück. Da verdient sich vor allem die Yamaha MT-09 mit ihrem deutlich größeren Hubraum ein dickes Lob. Ein Triebwerk mit so viel Qualm und doch so genügsam: Das ist zeitgemäß und spart Geld. Ein Schnäppchen ist sie so oder so. Für einen Preis von 7495 Euro ohne und 7995 Euro mit ABS bekommt man ein super verarbeitetes Motorrad mit einem grandiosen Dreizylinder. Den bietet zweifellos auch dieTriumph Street Triple, kostet allerdings inklusive ABS fast 500 Euro mehr. Dafür lockt sie mit dem strafferen, wenn auch nur in der Federbasis einstellbaren Fahrwerk.

Foto: www.jkuenstle.de
Auch motorseitig muss sie sich keineswegs verstecken.
Auch motorseitig muss sie sich keineswegs verstecken.

Triumph Street Triple

Daten und Messwerte

Motor

Bauart
Dreizylinder-Viertakt-
Reihenmotor
EinspritzungØ 44 mm
Kupplung
Mehrscheiben-
Ölbadkupplung
Bohrung x Hub  74,0 x 52,3 mm
Hubraum675 cm³
Verdichtung12,65:1
Leistung
78,0 kW (106 PS)
bei 11850/min
Drehmoment68 Nm bei 9750/min

Fahrwerk

Rahmen
Brückenrahmen
aus Aluminium
Gabel
Upside-down-Gabel,
Ø 41 mm
bremsen vorne/hinten  Ø 310/220 mm
Assistenz-Systeme
ABS
(optional erhältlich, 400 Euro)
Räder3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
BereifungPirelli Diablo Rosso Corsa

Maße und Gewichte

Radstand1410 mm
Lenkkopfwinkel65,9 Grad
Nachlauf95 mm
Federweg vorne/hinten   115/135 mm
Sitzhöhe*810 mm
Gewicht vollgetankt*190 kg
Zuladung*187 kg
Tankinhalt17,4 Liter
Service-Intervalle10000 km
Preis8090 Euro
Preis Testmotorrad8758 Euro**
Nebenkosten395 Euro

MOTORRAD-Messwerte

Höchstgeschwindigkeit²226 km/h
Beschleunigung
0-100 km/h
0-140 km/h
0-200 km/h 

3,5 sek
5,7 sek
12,9 sek
Durchzug
60-100 km/h
100-140 km/h
140-180 km/h 

3,6 sek
4,1 sek
4,8 sek
Verbrauch Landstraße4,6 Liter
Reichweite Landstraße378 km
²Herstellerangabe;
*MOTORRAD-Messungen;
**inkl. ABS (400 Euro),
Instrumentenabdeckung
(219 Euro) und
Gabelschützer (49 Euro)
Foto: www.jkuenstle.de
Umso bemerkenswerter ist es, was sich die Ingenieure und Designer bei der MT-09 getraut haben.
Umso bemerkenswerter ist es, was sich die Ingenieure und Designer bei der MT-09 getraut haben.

Yamaha MT-09

Daten und Messwerte

Motor

Bauart

Dreizylinder-Viertakt-
Reihenmotor
Einspritzung
Ø 41 mm
Kupplung

Mehrscheiben-
Ölbadkupplung
Bohrung x Hub 
78,0 x 59,1 mm
Hubraum
847 cm³
Verdichtung
11,5:1
Leistung

84,6 kW (115 PS)
bei 10000/min
Drehmoment
88 Nm bei 8500/min

Fahrwerk

Rahmen

Brückenrahmen
aus Aluminiumguss
Gabel

Upside-down-Gabel,
Ø 41 mm
bremsen vorne/hinten 
Ø 298/245 mm
Assistenz-Systeme

ABS
(optional erhältlich, 500 Euro)
Räder
3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen
120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
Bereifung
Dunlop D 214 „L“

Maße und Gewichte

Radstand
1440 mm
Lenkkopfwinkel
65,0 Grad
Nachlauf
103 mm
Federweg vorne/hinten  
137/130 mm
Sitzhöhe*
810 mm
Gewicht vollgetankt*
190 kg
Zuladung*
155 kg
Tankinhalt
14,0 Liter
Service-Intervalle
10000 km
Preis
7495 Euro
Preis Testmotorrad
7495 Euro
Nebenkosten
170 Euro

MOTORRAD-Messwerte

Höchstgeschwindigkeit²
210 km/h
Beschleunigung
0-100 km/h
0-140 km/h
0-200 km/h

3,4 sek
5,4 sek
11,9 sek
Durchzug
60-100 km/h
100-140 km/h
140-180 km/h

3,3 sek
4,0 sek
4,4 sek
Verbrauch Landstraße
4,6 Liter
Reichweite Landstraße
343 km
²Herstellerangabe;
*MOTORRAD-Messungen;
**inkl. ABS (400 Euro),
Instrumentenabdeckung
(219 Euro) und
Gabelschützer (49 Euro)

Foto: www.jkuenstle.de
Die Yamaha MT-09 baut doch mehr Druck auf, als die Triumph Street Triple.
Die Yamaha MT-09 baut doch mehr Druck auf, als die Triumph Street Triple.

Leistungsmessung und Fazit

Das Wichtigste zuerst: Die Leistungsmessung beider Motorräder erfolgte auf einem nicht von MOTORRAD genormten Prüfstand in Kroatien.

Daher bitte die absoluten Werte vernachlässigen. Die Differenz zwischen der Triumph und der Yamaha lässt erkennen, was man auf der Straße auch spürt. Die MT-09 spielt ihren Hubraumvorteil über den gesamten Drehzahlbereich aus. Da sie bei 210 km/h abgeregelt ist, läuft sie in den letzten beiden Gängen nicht bis zur Maximaldrehzahl.

Ist aber auch nicht nötig, da stets Druck vorhanden ist. Der kleine Hänger zwischen 5000 und 6000 Umdrehungen ist kaum spürbar. Die Kurve der Streety ist weiterhin ein Prachtexemplar an gleichmäßiger Leistungsentfaltung. Zwischen 6000 und 12000 Touren drückt die Triumph stets über 60 Newtonmeter an die Kurbelwelle.

Foto: MRD

Fazit

Yamaha MT-09
Gratulation! Dieser Dreizylinder aus Japan düpiert die Kontrahenten auf Anhieb dank bärigem Druck und fulminanter Drehfreude. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk und die aufrechte Sitzposition machen die MT für eine sehr breite Käuferschicht attraktiv. Das ist auch der Preis: Für 7995 Euro inklusive ABS bekommt man verdammt viel Motorrad.

Triumph Street Triple
Kein anderer Motor ihrer Hubraumklasse vereint Spritzigkeit und Vortrieb so klasse wie der der Streety. Für die sportlichen Fahrer bleibt sie dank des straffen Fahrwerks und der frontorientierten Gewichtsverteilung immer noch das Maß der Dinge. Saubere Leistung!

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