Vergleichstest BMW-GS-Modelle GS-Gipfelstürmer
Die GS-Modelle von BMW sind Bestseller, Multitalente und Imageträger. Mit ihnen lässt sich reisen, rasen, klettern und gelegentlich sogar abheben. Klingt das nicht zu abgehoben?
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BMW F 800 GS, BMW R 1200 GS, BMW R 1200 GS Adventure
BMW F 800 GS, R 1200 GS und R 1200 GS Adventure werden gut verkauft. Worauf beruht dieser Erfolg?
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Selbst aus der Entfernung sind die tiefen Falten im Gesicht des Bauern noch gut zu erkennen. Seine tiefbraun gebrannten, sehnigen Hände umklammern kraftvoll eine Hacke. Zeichen eines harten Landlebens. Nur beiläufig hebt er den Kopf, zeigt an den drei BMW-Enduros, die nur ein paar Meter von ihm entfernt den Feldweg entlangtuckern, kaum Interesse. Es gibt schließlich Wichtigeres zu tun. Anfang Februar steht die Saat an, hier in Nordspanien.
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Ein zarter Hauch von Frühling liegt bereits in der Luft, von Touristen weit und breit keine Spur. Wer hatte noch die Idee zu diesem Trip? Egal, sie war brillant. Gepflegtes Einrollen vor dem Saisonstart. Auf Landsträßchen, Schotterwegen und den notwendigen Transitstrecken. Ohne Landkarte, ohne Navi, ohne Zeitplan. Mit Motorrädern, die sich genau diesen Einsatzzweck auf die Fahnen geschrieben haben: BMW F 800 GS, R 1200 GS und R 1200 GS Adventure. Kein Hersteller besetzt das Reise-Enduro-Segment so umfassend wie die Bayern. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Die vergangenes Jahr neu auf dem Markt erschienene F 800 GS katapultierte sich hierzulande stante pede mit 1825 verkauften Maschinen auf Platz elf der Zulassungsstatistik. Die 1200er-GS (Neuzulassungen in Deutschland 2008: 6362) steht dort seit dem Jahr 2005 auf Platz eins. Ein gutes Viertel davon (2008 waren es 29 Prozent) rollten in der Adventure-Variante vom Band.
Die wichtigsten Unterschiede zur R 1200 GS: Der 33-Liter-Tank (1200 GS: 20 Liter), Sturz- und Motorschutzbügel, Speichenräder statt Gussräder, zwei Zentimeter längere Federwege, breitere Offroad-Fußrasten und höheres Windschild samt Hand-Windabweisern. Genug über Statistiken und Technik sinniert. Der Bauer verschwindet in den Rückspiegeln, die anstelle der straßenorientierten Serienpneus aufgezogenen Continental TKC 80-Reifen verzahnen sich mit ihren breiten Stollen mühelos mit dem Untergrund, erlauben es, sich entspannt an die Maschinen zu gewöhnen. Weit nach vorn gerückt sitzt es sich auf der 800er. Die Sitzbank ist vergleichsweise schmal und straff gepolstert, der Gitterrohrrahmen umschlingt den Motor eng, sorgt dadurch für einen schlanken Knieschluss. Das Ensemble wirkt sportlich. Im direkten Vergleich zum Schnellboot F 800 GS gibt die 1200er das Schlachtschiff. Massig baut sich die Front auf. Das Cockpit ist opulenter, der Windschild deutlich höher, der Lenker weiter nach hinten gezogen und die Sitzbank breiter. Mit diesem Arrangement saugt die 1200er ihren Piloten förmlich auf, vermittelt ihm das Gefühl von Raum und Größe. Ein Eindruck, den die Adventure maximiert. Vor allem der gewaltige Tank und die hohe Frontscheibe unterstreichen die kolossalen Dimensionen der großen Boxer-Enduro. So muss sich Feldherr Hannibal auf seinem Elefanten gefühlt haben.
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