Vergleichstest BMW K 1200 GT, Honda Pan European, Yamaha FJR 1300 A Flying Dutchmen
Nie war die Gelegenheit günstiger: Drei Express-Tourer stehen vor der Tür, ein paar Tage Zeit, und jeder holländische Hardcore-Fußballfan weilt in Deutschland bei der Weltmeisterschaft. Also ab, die Tage zwischen den Auftritten der deutschen Elf genutzt, um das Land der Mühlen und der Grachten zu entdecken.
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Yamaha FJR 1300 A, BMW K 1200 GT, Honda Pan European
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"Doch wenns um Fußball geht, hasse ich Holland wie die Pest", lautet
der eingängige Refrain einer althergebrachten Weise, die in jedem deutschen Vereinsheim angestimmt wird, wenn die Käsekicker in ihren Oranje-Leibchen den Ball misshandeln.
Dabei ist es wie so oft zutiefst ungerecht, wenn eine einzelne Zunft ein ganzes Land in Verruf bringt. Wer hätte nicht schon von grünen Polder-Wiesen, pittoresken, grachtendurchzogenen Städtchen, weißen Klappbrücken und majestätischen Windmühlen gehört? Von Frikandeln, Sauce Spezial, leckerem Käse. Was kann Frau Antje dafür, dass Frank Rijkaard einst an Rudi Völler das Lama probte? Ist das kickende Personal mitsamt Fan-Anhang nicht im Land, könnte in Holland folglich alles in Butter sein. Doch wer eine derartige Gelegenheit nutzen will, muss schnell sein, denn so der Fußballgott gnädig ist, ist die ganze Blase mächtig flott wieder zu Hause.
Also nix wie los. Zum Glück gibt es kaum Motorräder, die sich für die schnelle Flucht vor 50000 Oraniern in Stuttgart besser eignen als die drei Testkandidaten. Express-Tourer das ist die richtige Bezeichnung, seit Yamaha mit der FJR 1300 einer ganzen Gattung die Behäbigkeit nahm. Seit ihrem Erscheinen 2001 wildert sie gewaltig im BMW-Revier. Honda ist diesen Weg nie ganz konsequent mitgegangen. Hat zwar im Maschinenraum der Pan European den 90-Grad-V4 auf 1261 Kubikzentimeter aufgestockt, ihm aber mit nominellen 127 PS bei weitem nicht so
viel Power mitgegeben wie Yamaha dem Reihenvierer (versprochene 144 PS). Angesichts der Geradeauslaufqualitäten eine weise Entscheidung, denn nach wie vor pendelt die Honda jenseits der 180 km/h so Furcht erregend wie ein holländischer Schlachtenbummler nach dem zwanzigsten Heineken. Da heißt es, mit viel Gottvertrauen den Gaszug auf Spannung und die Furcht im Zaum zu halten, sollen die beiden anderen nicht auf Nimmerwiedersehen entschwinden.
Tun sie auf deutschen Autobahnen aber trotzdem. Vor allem, wenn die BMW vorne Tempo bolzt. K 1200 GT das ist die Fortsetzung der FJR 1300-Idee mit bayerischen Mitteln. 1200er-Reihenvierer, Aluminiumrahmen, viel großflächiges Plastik und genau jener Komfort, den eilige Reisende lieben. Dazu stramme 152 PS wenn dieser Express ins Rollen kommt, gibt es kein Halten mehr. Es hat in der Tat etwas von ICE, wenn die GT loslegt. Sechster Gang, Gasgriff auf Anschlag, nach kurzem Anlauf Tempomat reingeklopft da wird der Fahrer gerne Mal zum Passagier, beobachtet wie im weißroten Highspeed-Express auf der Schiene fasziniert die Geschwindigkeitsanzeige und staunt, weil ihm 260 km/h leicht geduckt hinter der mächtigen Scheibe partout nicht wie 260 km/h vorkommen wollen. Sind es ja auch tatsächlich nicht. Sondern nur 252 Kilometer pro Stunde, doch die reitet der Bayern-Kurier sogar mit Koffern so locker runter wie ein unaussprechlicher Verein aus München die Deutsche Meisterschaft.
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Technische Daten: BMW K 1200 GT - Technische Daten: Honda Pan European - Technische Daten: Yamaha FJR 1300 A