Vergleichstest Mittelklasse-Motorräder im Vergleich
Achtung: Motorradfahren ist rockig und kann zur Sucht werden. Dazu braucht es nicht einmal Mega-PS oder 1000 Kubik. Besonders die Mittelklasse ist dank der neuen FZ8 attraktiver als je zuvor. Aber wie gut ist die Yamaha im direkten Vergleich mit der Konkurrenz?
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BMW F 800 R, Yamaha FZ8, Ducati Monster 796, Aprilia SL 750 Shiver, Triumph Street Triple, Kawasaki Z 750
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F 800 R
FZ8
Monster 796
SL 750 Shiver
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Naked Bike
Es ist die alte Frage nach der goldenen Mitte. Irgendwo zwischen drehzahlgierigen 600ern und ultrapotenten Tausendern etabliert sich gerade eine Klasse, die sich nicht nur durch das Mehr-braucht-kein-Mensch-Credo, sondern ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis ins Rampenlicht schiebt. Yamaha hat mit der FZ8 das Feuer in der neuen Mittelklasse geschürt. Im ersten Test gegen ihre große Schwester FZ1 (MOTORRAD 17/2010) musste die Neue beweisen, wie gut sie ist. In diesem Schlagabtausch wird es darum gehen, wie sie im direkten Vergleich zur Konkurrenz fährt.
Darum nehmen wir gleich Platz im Sattel der Yamaha. Alles passt. Nichts ist unerreichbar, alles gut bedienbar. Der Vierzylinder läuft angenehm weich und die Maschine flößt selbst Fahranfängern sofort Vertrauen ein. Sie spricht auf Gasbefehle sauber an, die Kupplung ist angenehm leichtgängig, und lenken läßt sie sich wunderbar easy. Diese völlige Unbeschwertheit, mit der sich die FZ8 vom ersten Meter an bewegt, entlastet den Fahrer. Er muss sich um keine Eigenheiten des Bikes kümmern und kann sich voll aufs Fahrvergnügen konzentrieren.
Die FZ8 glänzt mit superbem Lenkverhalten und rollt auf ihren Bridgestone BT21 harmonisch und sicher. So, als wäre der Wunsch, der Ideallinie spurtreu zu folgen, ein klarer Befehl. Motorseitig wird das Fahrvergnügen leider durch einen leichten Hänger bei 5000/min getrübt. Wer bei dieser Drehzahl die Brause aufreißt, wird nicht mit fulminanter Beschleunigung belohnt, sondern von Gedenksekunden überrascht. Dann ist Runterschalten angesagt. Butterweich und exakt lässt sich das Getriebe schalten. Und ist die Drehzahl bei 6000/min angelangt, jagt die 216 Kilogramm schwere Maschine los, als gäbe es kein Morgen mehr. Ihre Drehfreude ist ungezügelt. Oberhalb von 6000 Touren geht der Motor endlich richtig zur Sache.
Zum Thema Fahrwerk ist folgendes zu sagen: Einstellmöglichkeiten finden sich bis auf die verstellbare Federbasis hinten überhaupt nicht. Insgesamt sind die Federelemente der Yamaha sehr komfortabel abgestimmt. Sowohl Federbein als auch Gabel sprechen sensibel an und geben gutes Feedback. Für den touristischen Landstraßenritt über die Kategorie eins bis vier ist die FZ8 solo bestens gerüstet. Erst wenn der Fahrer forsch am Kabel zieht, macht ihm die weiche Fahrwerksauslegung einen Strich durch die Rechnung. Ebenso ist das Federbein im Soziusbetrieb schnell an seiner Grenze. Darüber hinaus setzt die FZ8 verhältnismäßig früh mit den Rasten auf. Gute Nachrichten gibt es hingegen von den Bremsen, die in allen Fahrsituationen völlig verlässlich sind: Das ABS regelt feinfühlig, die Bremse gibt sich weder zu stumpf noch zu giftig und bleibt stets bestens dosierbar. Insgesamt ist die Yamaha ein klasse Motorrad, das die Konkurrenz nicht zu scheuen braucht.