Vergleichstest: Honda Hornet, Kawasaki Z 750, Suzuki GSR 600 ABS-Schützen
Erstmals in einem PS-Vergleichstest warten alle Teilnehmer mit einem Anti-Blockier-System auf. PS setzt die Helferlein unter Strom und schaut zudem, wie es sonst um die neuen Nackten Honda Hornet 600, Kawasaki Z 750 und die bewährte Suzuki GSR 600 bestellt ist.
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Suzuki GSR 600, Honda Hornet 600, Kawasaki Z 750
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Wo soll das noch hinführen? Vor uns steht die Generation Brot-und-Butter-Motorrad 2007 und grinst uns frech an. Kokettiert mit scharf gezeichneten Masken und schwungvoll geführten Hecks. Wir erinnern uns an unsere Mitschülerinnen der siebten Klasse, Mitte der 80er-Jahre: Zahnspange, Pferdeschwanz und brave lange Röcke.
Und heute? Im DSDS-Zeitalter ist Auffallen um jeden Preis angesagt, möglichst schnell, möglichst erwachsen aussehen. Das Gleiche gilt für Motorräder. Das Graubrot des Motorrad-Booms, die Old-School-Bäcker-to-Büro-Transporteure sind ansehnliche, ernst zu nehmende Motorräder geworden. Hübsch gestylt und mit Komponenten ausgestattet, die nicht wie bei vorherigen Modellen dieser Kategorie dem Museumslager entnommen wurden. Wobei, ein Überlebender des letzten Jahrtausends findet sich dann doch noch: Der Seitenständer der Hornet 600 sieht verdächtig nach CBR 600 PC 25 aus, welche 1991 auf den Markt kam. Und bei genauerer Untersuchung ließe sich bestimmt noch das eine oder andere...
Lassen wir das. Sowohl Hornet 600 wie Kawasaki Z 750 und Suzuki GSR 600 sind freche Spaßmaschinen des 21. Jahrhunderts und legen in Windeseile den Schleier des Vergessens über frühere "Einsteiger-Mopeds der Nummern CB 500, GPZ 500 und GS 500 E. Im Gegenteil, im Kampf um die Herzen der Kunden gehen sie eigenständige Wege und bieten großzügig: für die täglichen Belange ausreichende Leistung, belastbare Fahrwerke, praxisgerechte Ausstattung und ABS. Genau, die neuen Volksbeweger surfen mittlerweile auf der Technik-Welle und antiblockieren bereits ab Werk. Auch sonst teilen sich zumindest Hornet und GSR konzeptionell noch einiges: Beide werden von gedrosselten Supersportmotoren befeuert, sind zierlicher Natur und agieren wieselflink. Sie wollen der Linie des Piloten intuitiv folgen, praktizieren quasi Drive-by-Gedankenübertragung und bescheren so ein unbeschwertes Fahrgefühl.
Ganz anders präsentiert sich die neue Z 750. Wie die verflossene Vorgängerin orientiert sie sich stark an ihrer großen Schwester, der Z 1000. Mit ihr teilt sie sich das eine oder andere Bauteil, bis hin zum Motor, dessen Hubraum durch eine geringere Bohrung auf 748 Kubik verkleinert ist. Natürlich wurden die Brennräume und der restliche Zylinderkopf dem kleineren Hubraum angepasst, zum Beispiel Ventildurchmesser verringert. Vieles blieb aber gleich, was kostentechnisch sehr interessant für den Hersteller ist.
Allerdings birgt diese Baukasten-Bauweise eine systemimmanente Schwäche: das Fahrzeuggewicht. Die Z 750 wiegt unglaubliche 232 Kilogramm und damit kaum weniger als die 1000er, aber deutlich mehr als die Honda (207) und die GSR (217). Diese beiden legten lediglich, bei der GSR durch das ABS begründet, 4 kg gegenüber den letztjährigen Modellen zu, die Kawasaki ganze 14 Kilo! Respekt, soviel Ballast muss man an einem Motorrad ohne Koffersystem und Sitzheizung erst mal verstecken können.