Elektroroller für Stuttgart Vollgas ohne Abgas

Ausgerechnet in der „Autostadt“ Stuttgart gehören demnächst zwei lautlose Flotten von Elektro-Zweirädern zum Alltag: Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster hat heute, am 10. März 2010, 25 Elektroroller vom regionalen Energieversorger EnBW für den Fuhrpark der Landeshauptstadt in Empfang genommen.

Foto: Schmieder

Zu Forschungszwecken erledigen städtische Ämter ihre Fahrten demnächst CO2-frei mit Elektrorollern, wie zum Beispiel Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung des Amtes für öffentliche Ordnung.

 

Die Elektroroller vom Typ Oxygen Cargoscooter stammen aus italienischer Produktion und sind starke Lastenträger: Bis zu 90 kg transportieren sie auf den beiden Gepäckträgern an Front und Heck. Schweizer Postboten liefern schon seit Jahren Briefe mit dem C02-freien Gefährt aus. Wer die Höhen und Tiefen der Schweizer Bergwelt gemeistert hat, sollte bestens vorbereitet sein auf das Auf und Ab der Stuttgarter Hügel. Die Stadt Stuttgart ist zusammen mit den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Göppingen und dem Rems-Murr-Kreis eine von acht Modellregionen die das Bundesverkehrsministerium mit insgesamt 115 Millionen Euro fördert.

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Foto: Schmieder
Im Rahmen dieses Modellprojekts stellt die EnBW außerdem den größten Flottenversuch Deutschlands mit Elektrozweirädern auf die Beine: Ab Juli 2010 geben 500 Privatleute auf wendigen Elektro-Kleinkrafträdern vom Typ Elmoto Vollgas, pardon: Vollstrom. Die in Stuttgart entwickelten und in Baden-Württemberg gebauten Elmotos laufen mit Versicherungskennzeichen 45 km/h, und sollen bis zu 50 Newtonmeter entwickeln. Dies entspricht dem Drehmoment-Maximum eines 500er-Viertakters, bei zarten 47 Kilogramm Eigengewicht. Die aus 1500 Bewerbern ausgesuchten 500 Testfahrer des Elmoto erhalten ihr neues Gefährt für ein Jahr kostenlos; der Verkaufspreis liegt sonst bei 3990 Euro. Sogar der Strom soll an öffentlichen Ladestationen gratis anzuzapfen sein. Die Reichweite des abgasfreien City-Flitzers, von dem demnächst auch ein Test in MOTORRAD erscheinen wird, soll bei rund 60 Kilometern liegen. Vom umfassenden Flottenversuch erhofft sich EnBW Erkenntnisse über Nutzungsverhalten, gefahrene Strecken und Ladezyklen der 500 E-Pioniere. Datenlogger in den Fahrzeugen erfassen solche Informationen und speichern sie anonymisiert. Weitere Infos unter www.stuttgart.de, www.enbw.de und www.elmoto.com.
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