Evel Knievel - ein Nachruf Tod eines Teufelskerls

Foto: Rösler
Die Internet-Bilder sind verschwommen und das Filmchen läuft nur ruckartig über den Bildschirm. Trotzdem ist die gebannte Atemlosigkeit der 90000 Zuschauer im überfüllten Londoner Wembley-Stadion auch über 30 Jahre danach noch zu spüren: Minutenlang spielt der Mann in dem bizarr nach Karnevalskostüm aussehenden Sternen-Glitzer-Anzug am Gasgriff seiner Harley, bevor er die XR 750 die schmale, steile Rampe hinunter jagt, um sich dann im Segelflug auf der Maschine über 13 nebeneinander geparkte Busse tragen zu lassen. Der Sprung klappt. Doch die Landung ist so hart, dass Evel Knievel aus dem Sattel katapultiert wird, sich mehrfach überschlägt und schließlich wie eine kaputte Puppe in einer riesigen Staubwolke unter der noch laufenden Harley liegen bleibt. Eine Million Dollar Gage und eine gebrochene Hüfte bringt Evel davon mit zurück in seine US-Heimat.

Die Kariere des berühmtesten aller Motorrad-Stuntmen begann 1965. Als Robert Craig Knievel, geboren am 18. Oktober 1938 im Bergbau-Städtchen Butte in Montana, USA, schlug sich Knievel als Minenarbeiter, Lebenskünstler und Honda-Händler durch, bevor er mit 27 die Motorcycle Daredevils gründete. Bald tingelte er allein mit der „Motorrad-Teufelskerle“-Show durch die USA, sprang über Löwenkäfige und Kisten voll lebender Klapperschlangen, dann für 500 Dollar Gage über Autos und Lkw. Evel, den Spitznamen verpasste ihm ein Polizist, der den jungen Knievel beim Radkappen-Diebstahl erwischte und Evil Knievel („böser Knievel“) nannte, baute seine Rampen immer höher, sprang immer weiter. Bis er 1968 bei einem 50-Meter-Sprung über den Springbrunnen des Las Vegas-Casinos „Caesar’s Palace“ crashte und einen Monat im Koma lag.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote