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Von Flero/Italien aus erfolgt der Versand an über 40 Importeure in aller Welt.

35 Jahre Givi Porträt vom Namensgeber Giuseppe Visenzi

Mit 350 Gästen aus über 40 Ländern feierte der italienische Motorradzubehör-Hersteller Givi bei einer Gala in Venedig sein 35. Firmenjubiläum. Bis heute steht der Gründer und Namensgeber Giuseppe Visenzi an der Spitze des Familienunternehmens. Ein Porträt des Ex-Rennfahrers.

Die Bilanz von Giuseppe Visenzi kann nach 35 Jahren im Motorradbusiness nicht positiver ausfallen: „Ich habe meine besten Jahre meines Lebens in der Motorradwelt verbracht. Und das mit völliger Hingabe.“ So das eindrucksvolle Statement des 72-jährigen Italieners bei der Feier des Firmenjubiläums mit seinen Mitarbeitern, Importeuren und Händlern aus aller Welt. Noch heute ist das Motorrad für den Givi-Boss das Gefährt, "welches Träume beflügelt, Freiheit bringt und Emotionen berührt".

Die Leidenschaft fürs Motorrad packte Visenzi früh. Mit 15 Jahren lieh er sich eine kleine Laverda. Ohne Wissen des Besitzers trat der Teenager damit bei seinem ersten Motorradrennen, der Kadettenmeisterschaft von Modena an. Jetzt war er endgültig infiziert. Visenzi startete bei nationalen Meisterschaften in Italien, dann stieg er auf. Sein erstes WM-Rennen bestritt Visenzi 1962 in der 125er-Klasse beim belgischen Grand-Prix auf Ducati. Es folgten Rennen unter anderem auf seiner Bultaco TSS 250 in der 250er-Klasse und schließlich im Jahr 1967 der Aufstieg in die 350er-Königsklasse, wo er sich mit Größen wie Giacomo Agostini duellierte. Sein bestes Ergebnis: Dritter in der 350er-WM hinter Agostini und Silvio Grassetti im Jahr 1969 auf Yamaha.

Schon in diesen Tagen als Partnerin dabei: seine Frau Wilhelmina. Gemeinsam beschließen sie, nach seinem letzten Rennen beim Grand-Prix von Italien im Jahr 1970 ins Motorradgeschäft einzusteigen. Doch Visenzi reicht es nicht, nur Motorräder in seiner Heimat Brescia zu verkaufen. Schon vor vierzig Jahren war vor allem praktisches Zubehör gefragt. Von den Motorradherstellern wurde das aber noch sehr stiefmütterlich behandelt und war generell deutlich schwieriger zu bekommen als heute.

Aus den individuellen Kundenanfragen soll sich schließlich ein komplett neues Geschäftsmodell für Giuseppe Visenzi  entwickeln: 1978 beginnt er mit der Serienfertigung von Motorradzubehör. Die ersten Produkte: Sturzbügel für den Motor, Verkleidungsteile, Gepäcksysteme. Letztere werden schließlich zum Aushängeschild der jungen Marke Givi, dessen Name sich aus Vor- und Nachnamen des Firmenchefs zusammensetzt.

1983 kommt nach vierjähriger Entwicklungszeit der erste Givi-Koffer mit Namen E 34 auf den Markt, wobei die Kennzahl für das Fassungsvermögen in Litern steht. Und noch ein zweiter Begriff wird in dieser Zeit prägend für Givi: Monokey als Name für die patentierte Gepäck-Schließsystem mit nur einem Schlüssel – mittlerweile eingetragenes Warenzeichen des norditalienischen Unternehmens.

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Wer heute die Firmenzentrale in Flero in der Lombardei nahe Brescia besucht, findet ein modernes, helles Gebäude vor, in dem unter anderem die Produktentwicklung, Trainingsräume für die Mitarbeiterschulung, Schauräume für Händler und diverse Forschungseinrichtungen untergebracht sind. Ein Herzstück ist das Testlabor für Motorradhelme, die Givi seit 2002 fertigt. Im näheren Umkreis von Flero in der Provinz Brescia befinden sich die Fertigungsstätten für Jet-, Integral- und Klapphelme sowie Koffer und Trägersysteme. Dazu kommen großflächige Lagerhallen für den weltweiten Versand. 120 Mitarbeiter sind am Stammsitz in Italien beschäftigt.

Nicht nur die Fertigungstiefe bis hin zur Produktion kleinster Bauteile erstaunt. Mit modernsten, computergesteuerten Funkenfräsmaschinen werden alle notwendigen Werkzeuge und Formen für den vollautomatisierten Kofferbau hergestellt. Robotergesteuerte Greifarme, Kant- und Schweißmaschinen bringen Gepäckträger, Sturzbügel oder die neue Alukofferserie „Trekker“ in Form.

Weltweit arbeiten mittlerweile über 400 Menschen für das Unternehmen. Givi ist mit eigenen Niederlassungen in wichtigen Kernmärkten wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien oder den USA vertreten. Weltweit vertreiben Importeure die Produkte "Made in Italy" in über 40 Ländern, der Jahresumsatz beträgt rund 64 Millionen Euro. Guiseppe Visenzi, Jahrgang 1941, sitzt zusammen mit seiner Frau Wilhelmina immer noch an der Spitze seines Familienunternehmens, mittlerweile unterstützt von seinen Kindern Hendrika und Vincenzo, die in der Zentrale in Flero die Bereiche Marketing und Entwicklung leiten.

Den großen Trommelwirbel um seine Person mag der Ex-Rennfahrer auch nach dieser – zweiten -  Erfolgsgeschichte immer noch nicht hören. Trotzdem ließ es sich das Givi-Team nicht nehmen, zu Ehren des Chefs beim Geburtstagsdinner den Percussionisten und Schlagzeuger Leonardo Di Angilla auf die Bühne zu bitten. Und der zeigte ziemlich eindrucksvoll, dass man in den Koffern von Giuseppe Visenzi nicht nur ordentlich Gepäck verstauen kann.

Video: Auftritt von Leonardo Di Angilla zum 35. Jubiläum von Givi.
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Video: Produkthighlights von Givi auf der EICMA 2013.

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