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Kaufberatung Autos für Motorradfahrer Das richtige Auto für den Transport

Platz ist in der kleinsten Hütte … Mit etwas Kreativität und festem Willen ist selbst ein ausgewachsenes Motorrad in der Familienkutsche verstaut. Doch es geht auch bequemer: zwölf Auto-Tipps mit reichlich Raum für den privaten Motorradspediteur.

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Was, wenn künftig kein „Finn-Torben an Bord“, sondern „KLX inside“ oder „Twister on Tour“ als selbstklebende Botschaft das Heck Ihres Vierrädlers zieren soll? Der Nachwuchs ist flügge, der Familienurlaub out, doch dafür könnten die freien Tage nun in trauter Zweisamkeit, aber auch mit dem vertrauten Zweirad geplant werden. Ab in die Berge, runter in den Süden - die monotone Anreise wird wortgebend auf der Autobahn abgespult, und das Zweirad rollt erst im kurvenreichen Zielrevier aus dem Gepäckabteil. Bei Ihnen steht ohnehin ein Austausch des Autos an? Umso besser, dann können Sie gleich die Fahrzeuge der folgenden Seiten, die wir zusammen mit unseren Schwesterzeitschriften „auto, motor und sport“ und „Lastauto Omnibus“ bewertet haben, in Ihre Überlegungen einbeziehen.

Gleich vorneweg: Das ultimative Patentrezept, wie Sie Ihr Motorrad im Auto stets sicher verstauen, gibt es natürlich nicht. Je nach Modell kann das relativ einfach geschehen oder verlangt nach einigen ganz speziellen Tricks und Kniffen. Standardmaßnahme bei fast jedem Motorrad: das Abmontieren der Spiegel. Weitere Höhenzentimeter lassen sich einsparen, indem die Lenkerklemmung gelöst und der Lenker nach unten gedreht wird - dabei aber auf die Züge achten! Scheitert der Transport an ein paar Zentimetern Fahrzeuglänge? Dann könnte der Ausbau des Vorderrads den entscheidenden Raumgewinn bringen. Ein auf die Steckachse aufgeschobenes Schubkarrenrad (aus dem Baumarkt) sorgt dafür, dass sich das Motorrad weiterhin gut rangieren lässt. Ein in die Bremszange gelegter Keil verhindert, dass die Beläge beim versehentlichen Griff in die Bremse zusammengedrückt werden.

Entscheidend beim Transport ist das sichere Verzurren des Bikes. Die MOTORRAD-Profis verraten, wie die Fahrzeuglogistik im Redaktionsalltag sicher gestemmt wird. Unverzichtbar sind gute Spanngurte, die für einen soliden Stand sorgen. Im Idealfall wird das Motorrad gegen die feste Rückseite einer umgeklappten Sitzbank in die Federn gezogen - Haupt- oder Seitenständer bleiben eingeklappt, um ein Aufschaukeln während der Fahrt zu verhindern. Unverzichtbar ist eine stabile (Lade-)Wand, die sich auch selbst zurechtsägen und hinter den Vordersitzen fixieren lässt. Gewiefte schieben ihr Motorrad rückwärts rein, verspannen es leicht vor, drücken es dann nach hinten und ziehen den Bremshebel (z. B. mit einem Kabelbinder) an. Gute Reise!

Alle Transporter sind Mal wieder unterwegs und nur noch der Kombi ist übrig? Kein Problem! Motorrad schlank machen in Rekordzeit.
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Vans / Transporter

Foto: Hersteller

Ford Transit/Tourneo Custom

2013 schickt Ford die kompakten Transporter-Versionen Transit und Tourneo Custom ins Rennen. Mit ihrem gestrafften, sportlichen Auftreten sollen sie sich deutlich von der eher klobigen Transit-Reihe absetzen, die es ebenfalls mit familientauglicher Innenausstattung (Modell „Euroline“, ab 39 388 Euro) gibt. Wie auch die Konkurrenten wird die Custom-Linie mit kurzem oder langem Radstand angeboten, allerdings wird es den Transit oder Tourneo Custom bereits ab der Einsteigerversion „Basic“ mit voller Bestuhlung geben. Wie man die Sitze anordnet, bleibt dem Nutzer überlassen: Je nach Sitzkonstellation finden jedenfalls bis zu neun Personen Platz. Die zweite und dritte Reihe sind komplett herausnehmbar, sodass zwei große Motorräder problemlos verstaut werden können. Ebenfalls ein Bonuspunkt beim Verladen und Verzurren: Der Zugang über zwei Schiebetüren gehört bereits bei der Einsteigerausstattung Tourneo Custom „Trend“ zur Serie.

Foto: Hersteller

Opel Vivaro

Es gibt ihn, wie hier zu sehen, mit Blitz im Kühlergrill, aber auch sehr häufig mit der Renault-Raute als Trafic sowie beim Nissan-Händler als Primastar. Bis auf das Erkennungszeichen gibt es kaum Unterschiede. Alle drei Transporter mit großfamilientauglicher Pkw-Ausstattung sind technisch identisch und werden in England gefertigt (wo für den UK-Markt noch der Vauxhall Vivaro vom Band läuft). Große Verbreitung und günstige Preise machen den seit 2001 erhältlichen „Neunsitzer“ auch als Gebrauchten interessant. In der Hobby-Rennszene genießt die Opel/Renault-Allianz als handfestes Muli jedenfalls eine viel höhere Akzeptanz als das Konkurrenzmodell aus Wolfsburg. Mit langem Radstand passt zur zweiten Sitzreihe noch ein Motorrad ins hintere Abteil. Man muss also nicht warten, bis die Kinder aus dem Haus bzw. Auto sind. Optional ist der Vivaro auch mit zweiter Schiebetür auf der Fahrerseite erhältlich (ab 436,73 Euro), was z. B. das Verzurren des Motorrads deutlich erleichtert. Ohnehin praktisch: die Flügeltüren am Heck.

Foto: Hersteller

Volkswagen Transporter/Multivan

Die aktuelle Transporterreihe mit dem Großfamilienschiff Multivan ist seit 2003 unterwegs, ein letztes Facelift wurde im Oktober 2009 spendiert: Die Fünfzylinder-TDI-Motoren wurden gegen sparsamere Vierzylinder mit Common-Rail-Einspritzung getauscht. Der stärkste Diesel (180 PS) arbeitet mit einer Doppelaufladung. Den Multivan gibt es in Standard- und Langausführung (ab 2933 Euro) sowie mit Allradantrieb („4Mo-tion“, ab 38 967 Euro). Seine Vorteile: das enorme und vielfältige Raumangebot mit Platz für insgesamt sieben Personen (Ausstattung „Comfortline“, plus 10 145 Euro). Mit niedrigem Geräuschniveau und angenehmem Federungskomfort sind die Transportergene im Multivan kaum zu spüren. Das gilt auch für sein sicheres Kurvenverhalten, die gute Handlichkeit und seine präzise Lenkung. Der Sitzum- und -ausbau ist umständlich und braucht Helfer.

Foto: Hersteller

Mercedes Viano

Seit 2003 ist der Viano bei Mercedes im Programm, das letzte Facelift liegt über zwei Jahre zurück (Juli 2010). Der Konkurrent des VW Multivans wird wie das Schwestermodell, der Transporter Vito, in Spanien hergestellt. Je nach Ausführung bietet der Viano einer Großfamilie Platz. Die lange bzw. extralange Ausführung kostet 869 bzw. 1702 Euro Aufpreis, bei der Bestuhlung mit einer dritten Sitzreihe kommen 453 Euro dazu. Zur Serienausführung „Trend“ gehört eine Schiebetür rechts, die linke ist optional für 806 Euro erhältlich. Beim Ausbau aller Sitze passen mindestens zwei ausgewachsene Motorräder in das Heckabteil. Wer mit dieser Zuladung weiterhin komfortabel reisen will, sollte die Luftfederung ordern (2009 Euro) oder gleich die Ausstattungslinie „Ambiente“ (ab 6735 Euro Aufpreis) wählen. Gebrauchtkäufer sollten auf Rostprobleme achten.

Minivans / Kompakttransporter

Foto: Hersteller

Ford Transit/ Tourneo Connect

Seit 2003 ist die Lieferwagenversion auf Basis des Ford Focus unterwegs. Weiter verbreitet als der familientaugliche Tourneo Connect ist vor allem die Lkw-Version Transit Connect als geschlossener Kastenwagen. Für 2013 kommen die kompakten Hochdachkombis und Lieferwagen in neuer Gestalt, diesmal basierend auf dem Pkw-Modell C-Max. Den Transit Connect gibt es wahlweise mit kurzem Radstand und flachem Dach, Lademeister werden aber mehr die Langversion mit hohem Dach schätzen. Wie der neue Tourneo Connect ausgestattet sein wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht endgültig fest. Interessanteste Variante wird aber die Version „Grand“ sein, die Platz für sieben Personen bietet und beim Ausbau der Stuhlreihen (ähnlich wie der neue Van Tourneo Custom konzipiert) eine große Stellfläche im Fond haben wird. Wer sich für einen gebrauchten Tourneo der ersten Generation interessiert, sollte prüfen, ob sich bei dem entsprechenden Modelljahr die hintere Sitzbank auch komplett herausnehmen lässt.

Foto: Hersteller

Volkswagen Caddy (Maxi)

Auch wenn die ganze Familie nach dem Touran schreit: Bestehen Sie als vorausschauender Transportplaner auf der günstigen wie rustikalen Lösung, die ein Caddy bereithält. Die aktuelle Baureihe ist seit Mai 2004 unterwegs, das letzte Facelift wurde dem Volkswagen im September 2010 spendiert. Mehr als im Basis-Caddy lässt sich das Ladevolumen im Maxi (ab 1649 Euro) auskosten, der nochmals einen knappen halben Meter länger ist und eine dritte Reihe für zwei weitere Passagiere aufmacht. Zwar wird bereits für die Basisausstattung „Startline“ der optionale Ausbau der Sitze angegeben, doch in der Praxis sollte man die Entstuhlung mit einem kräftigen Helfer angehen und (vor allem beim ersten Mal) etwas Zeit einplanen. In Sachen Motorisierung stehen neben drei Benzinern und sieben Dieselversionen auch ein Erdgas- und ein Autogas-Antrieb zur Wahl.

Foto: Hersteller

Fiat Doblo

Die zweite Generation des Fiat Doblo startete im Februar 2010 und ist nun mehr auf Pkw-Freunde abgestimmt worden. Durch eine aufwendige Einzelradaufhängung hat man den Fahrkomfort spürbar verbessert, und mit ansprechenden Materialien hat der Innenraum echte Wohnraumqualitäten bekommen. Bereits die Basisausstattung des Fiats ist ansehnlich: Vier Airbags, das Anti-Schleuderprogramm ESP und zwei Schiebetüren bringt der Doblo ab Werk in der Einstiegslinie „Pop“ mit. Im Laderaum lässt sich mit dem Family-Paket (ab 650 Euro) auf einer dritten Sitzreihe Platz nehmen. Wer sich für die Dieselmotoren nicht erwärmen kann, sollte über den Erdgas-Turbo mit 120 PS nachdenken. Pfiffige Extras für die Zweirad-Logistiker: das optional erhältliche Hochdach (1000 Euro) und die praktischen Heckflügeltüren (200 Euro).

Foto: Hersteller

Renault (Grand) Kangoo

Den Kangoo gibt es für Freunde voller Bestuhlung nicht nur im Standardmaß, sondern auch als Stretch-Limo mit 40 Zentimetern mehr Länge. Die aktuelle Baureihe startete im Januar 2008, exakt drei Jahre später (2011) folgte das Facelift. Mit langem Heck bietet der XXL-Kangoo nicht nur Platz für eine dritte Sitzreihe, sondern kann manches Transportproblem lösen. Der Sitzausbau im Fond ist einfach zu erledigen, aber Experten verstauen Motorräder vom Schlage einer SR 500 auch durch einfaches Umklappen der Rücksitzgarnitur. Die Tester schätzen am Kangoo die einfache Bedienung sowie den akzeptablen Federungskomfort und das problemlose Kurvenverhalten. Auch die standfesten Bremsen überzeugen. Seine Minuspunkte: Lautstärke bei hohem Tempo, hakige Schaltung und eine leicht gefühllose Lenkung.

Foto: Hersteller

Dacia Dokker

Die Low-Budget-Marke des französischen Autobauers Renault hat sich mittlerweile einen echten Fanzirkel aufgebaut. Neu ab März 2013 im Programm: der Hochdachkombi Dokker, der dem bereits bekannten Familienvan Lodgy (ab 9990 Euro) zur Seite stehen wird. Der zur Familienkutsche aufgerüstete Transporter Dokker setzt preislich noch einmal ganze 1000 Euro tiefer an und bietet die für Transporteure ungemein praktischen Schiebetüren (in der Basis nur rechts, ab Ausstattungslinie „Ambience“ beidseitig, Preise noch offen). Der vierstellige Einstiegspreis wird durch ein umfangreiches Sicherheitspaket gekrönt: Neben Front- und Seitenairbags wird der Dokker bereits ab der Basisversion mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP ausgerüstet. Die ersten Testergebnisse stehen noch aus, bei der Van-Schwester Lodgy überzeugten Platzangebot, Verarbeitung und Federungskomfort. Auf der Negativseite nervten die Tester vor allem die dröhnenden Abrollgeräusche, die unbequemen Sitze und eine geringe Agilität.

Foto: Hersteller

Peugeot Partner TePee

Löwe oder Doppelzacke? Auch bei diesem Modell gibt es die technisch gleiche Lösung aus anderem Hause. Der Partner Tepee ist im Wesentlichen baugleich mit dem Berlingo von Citroën. Seit Mai 2008 lädt der Peugeot reichlich Fracht oder mit zwei optionalen Einzelsitzen im Heck bis zu sieben Fahrgäste ein. Im Frühjahr 2012 wurde ihm eine sehr dezente Modellpflege gegönnt. Seine Transportergene kann der Hochdachkombi nicht verhehlen, Extras wie die Leiterklappe (310 Euro) weisen ihn noch als Handwerkerauto aus. Bei der Ausstattungslinie „Allure“ (plus 3350 Euro) lassen sich die Einzelsitze im Fond sehr leicht ausbauen. Im Test überzeugen neben dem großen, variablen Innenraum auch das Handling und die kultivierten Dieselmotoren. Schwächen müssen beim Komfort, der mäßigen Übersicht und der stoßigen Lenkung in Kauf genommen werden. Ab Ausstattungslinie „Active“ ist der Tepee mit zwei Schiebetüren erhältlich.

Foto: Hersteller

Citroen Berlingo Multispace

Die aktuelle Berlingo-Generation (Modellstart im Mai 2008, Facelift im März 2012) bietet nicht nur der Familie viel Platz, sondern lässt sich auch vielseitig auf große Transportvorhaben abstimmen. Bereits ab der Basisausstattung „Attraction“ ist die Lehne des Beifahrersitzes umlegbar, und auch die Flügeltüren am Heck gefallen dem Ladeprofi. Ab der nächsthöheren Ausbaustufe „Tendance“ (plus 1850 Euro) sind im Fond drei ausbaubare Einzelsitze montiert, dazu kommt eine weitere Schiebetür auf der Fahrerseite, was das Verzurren der Zweirad-Fracht enorm erleichtert. Wer sich das volle Sitzpaket gönnt, bringt mit der Option „Family“ sieben Reisende im Berlingo unter. Der Citroën punktet durch sein gutes Handling, die kultivierten Dieselmotoren und seine bequemen Sitze. Kleine Schwächen leistet er sich beim Komfort, der mäßigen Übersichtlichkeit und seiner stoßigen Lenkung.

Foto: Hersteller

Opel Combo

Rüsselsheim oder Turin? Weder noch, der Combo ist zwar nahezu baugleich mit dem Fiat Doblo, rollt aber wie sein italienischer Bruder in der Türkei vom Band. Nicht nur die Optik ähnelt sich gewaltig, auch technisch ist die Übereinstimmungsrate groß, einschließlich der erhältlichen Motorvarianten - auch hier mit dem 120-PS-Erdgas-Turbo. Das Anti-Schleuderprogramm ist beim Opel Serie ab der Einstiegslinie „Selection“, dafür kosten aber die Seitenairbags Aufpreis (225 Euro). Interessante Ausstattungsfeatures für die Motorradpacker: Die Schiebetüren links und rechts gehören zur Basisausstattung, die Flügeltüren am Heck sind mit 135 Euro Aufpreis günstiger als beim Doblo bezahlt. Auch hier ist eine dritte Sitzreihe im Heck verankerbar. Der komplette Ausbau der Sitze ist im Vergleich zu anderen Hochdachkombis aufwendiger.

Alternative Transportmethoden

Foto: Hersteller

Transporter mieten
Eine Alternative, die ins Geld gehen kann und nicht immer einfach zu stemmen ist. Thema Kosten: Transporter werden als Umzugshelfer häufig am Wochenende gemietet - was dann natürlich die Mietpreise nach oben treibt. Günstiger fährt der private Motorradspediteur, wenn er seinen Trip unter der Woche plant: Bei Europcar kostete ein Sprinter zum Zeitpunkt der Recherche von Montag bis Donnerstag nur 29 Euro pro Tag. Zweiter Punkt: das Verladen. Ohne eine stabile Rampe und feste Zurrgurte kann der Transport ein heikles Unterfangen werden. Auch fehlen in den Miettransportern häufig solide Ösen zur Sicherung der Ladung.

Foto: Ratering

Per Spedition schicken
Eine Alternative, um das Motorrad direkt und ohne monotone Anreise über die Autobahn an den Urlaubsort bringen zu lassen. Zu den größten Motorradversendern gehört die Spedition SKS, die nicht nur die Logistik für Harley-Davidson abwickelt, sondern auch das Bike von Otto Normalfahrer transportiert - sicher verzurrt in speziellen Transportkäfigen, auf Wunsch von Haustür zu Haustür, weltweit. Die Arbeit der Profis hat natürlich ihren Preis: innerhalb Deutschlands zwischen 216 und 283 Euro, nach Benelux und Österreich für 330 Euro. Der Transport in die Pyrenäen würde ca. 500 Euro kosten - one-way, versteht sich.

Foto: promobil-Archiv

Mit dem Wohnmobil
Garage und Hotel in einem, dazu noch die Mobilitätsgarantie, um am Urlaubsort problemlos attraktive Ziele ansteuern zu können. Aber Vorsicht: Bei motorisierten Zweirädern sind die Grenzwerte der am Rahmen abgestützten Trägersysteme schnell erreicht. Für Roller ist der Pick-up meist noch problemlos möglich, sollen echte Motorräder gesattelt werden, schreit das nach einer Speziallösung. Voraussetzung: Das Reisemobil ist mit üppigen Reserven für die Achslast und Zuladung gesegnet. Um das Aufladen selbst kleinerer bzw. leichterer Gefährte zu erleichtern, sollte der Träger auf jeden Fall absenkbar sein.

Foto: promobil-Archiv

Auf dem Anhänger
Die wohl beste Alternative für den privaten Fahrzeugtransport, schließlich gibt es mittlerweile für nahezu jeden Anlass das passende Hängerkonzept. Wer seinen einfachen Pritschenanhänger, mit dem das Jahr über meist der Grünschnitt zum Häckselplatz rollt, zum Motorradtransport umrüsten will, sollte sich auf jeden Fall nicht nur eine stabile, rutschfeste Rampe zulegen, sondern auch auf der Ladefläche eine geeignete Haltevorrichtung fürs Motorrad verschrauben. Besonders praktisch sind sogenannte Wippen, in die das Vorderrad eingeschoben wird. Das Motorrad hat sofort einen festen Stand und kann im Anschluss mühelos verspannt werden - selbst wenn man alleine arbeitet. Je nach Umfang kostet die Aufrüstung rund 200 Euro.

Foto: promobil-Archiv

Wer mit seinem Bike im Schlepp regelmäßig auf Tour gehen will, sollte sich gleich einen echten Motorradanhänger gönnen, bei dem eine Rampe integriert ist sowie Haltebügel und rutschfeste Riffelbleche für optimale Ladebedingungen sorgen. Je nach Geldbeutel gibt es simple Einsteigermodelle ab knapp 700 Euro oder pfiffige Speziallösungen wie z. B. den zerlegbaren Motorradtrailer von Boxer-Design für rund 2000 Euro, der nach dem Transport im Kofferraum des Zugfahrzeugs verschwindet. Thema Anhängerkupplung: Wer nicht ab Werk den Agrarhaken am Auto hat, muss fürs Nachrüsten rund 300 Euro an Teilen sowie zwei Stunden Montagezeit kalkulieren.

Tipps und Tricks der Experten

Foto: Archiv

Auffahrrampe: gibt es als starre Lösung oder klappbare Version - diese sind vor allem für den Transport im Van geeignet. Wichtig beim Kauf: auf die zulässige Traglast achten, die vom Hersteller angegeben werden muss.

Foto: Lohse

Ösen: Die Verzurrpunkte müssen stabil im Fahrzeugboden verschraubt sein. Sind keine speziellen Ösen vorhanden, sollte man sich im Auto an den Aufnahmen der Sitzgruppen Punkte suchen, um das Motorrad sicher zu verspannen.

Foto: Lohse

Gurte: Bei MOTORRAD haben sich die Spanngurte mit Klemmschloss bewährt. Gurte mit Ratschenschlössern kommen nicht zum Einsatz, weil sie zu unhandlich sind und oftmals zu straff angezogen werden.

Foto: fact

Interview MOTORRAD-Fuhrparkleiter

? Ein Fuhrpark mit drei XXL-Sprintern von Mercedes, ein VW-Transporter, diverse Anhänger: Wird bei MOTORRAD überhaupt noch Motorrad gefahren?

! Mehr als genug. Aber vor dem Test rollen unsere „Trucks“. Die Motorräder müssen von Händlern, Importeuren oder Herstellern abgeholt werden. Im Winter verlagert sich das ganze Testgeschehen in den Süden Europas - anders wäre seriöses Testen gar nicht möglich. Pro Jahr bewegen wir für die MOTORRAD-Gruppe mit unseren Schwesterzeitschriften PS, 2Räder und MOTORRAD CLASSIC über 400 Maschinen durch ganz Europa. Da kommen jährlich schnell über 250 000 Kilometer zusammen.

? Deine Sprinter sehen geräumig aus, wie viel kannst du einladen?

! Wenn wir gut packen, bis zu fünf Motorräder gleichzeitig. Allerdings lässt sich das Platzangebot nicht immer eins zu eins ausloten. Eine gute Tonne können wir zuladen, bei einem Cruiser-Test ist deshalb nach drei Fahrzeugen Schluss. Schließlich müssen ja auch noch Fahrer, Beifahrer, das Mess- und Testequipment und ein randvoller Tank einkalkuliert werden.

? Was ist beim Motorradtransport unverzichtbar?

! Zunächst muss das Motorrad sicher in den Laderaum kommen. Viele Hobby-Transporteure versuchen, das Fahrzeug auf einer Bierbank ins Auto zu schieben. Dumm nur, dass die Holzbank viel zu kurz und der Winkel damit viel zu steil ist. Das merkt man spätestens an der Ladekante. Dazu reicht auch die Traglast für die meisten Motorräder nicht aus, und rutschig ist ein solcher Behelf obendrein. Wer es richtig machen will, gönnt sich eine stabile Klappschiene mit rutschhemmender Oberfläche, die sich flach anstellen und gegen Abrutschen sichern lässt.

? Was sind typische Fehler, die beim Verzurren passieren können?

! Wenn das Motorrad beim Festziehen auf dem Seiten- oder Hauptständer steht. Die Ständer sind dann so unter Last, dass Schläge durch Bodenwellen einfach durchgeleitet werden und Aufnahmen brechen können. Wenn es ganz dumm läuft, ist sogar der Rahmen hin und ein Totalschaden.

? Wie geht es richtig?

! Das Motorrad gerade ausrichten, Vorder- und Hinterrad stehen in einer Flucht. Vorn wird es im Idealfall gegen die Ladewand verspannt. Erster Fixpunkt ist die untere Gabelbrücke. Kommt man da bei vollverkleideten Bikes nicht ran, wird an der inneren Lenkerseite angesetzt. Aufpassen, dass keine Leitungen durch die Gurte abgeknickt werden. Wechselseitig straff anziehen, aber nicht auf Block, damit nicht die Gabelinnereien durch Bewegungen während der Fahrt geschrottet werden. Hinten möglichst gerade nach unten abspannen. Am besten feste Rahmenpunkte suchen. Dann vorne noch einmal gegenläufig sichern, damit das Motorrad auch bei Vollbremsungen sicher stehen bleibt.

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