Leserbriefe Briefe und E-Mails

Bis zum Abreiseßen

MOTORRAD 22/2009, Seite 54 Die Motorrad-Hersteller nehmen Kettenrisse billigend in Kauf, obwohl eine enorme Verkehrsgefährdung auch an-deren gegenüber dadurch besteht. Ich plädiere dafür, dass von den Herstellern Kettenwechsel-Intervalle festgelegt werden müssen, damit die Ketten nicht bis zur vollkommenen Auslutschung oder bis zum Abreißen drauf bleiben.

 

Das gute Ding

MOTORRAD 22/2009, Seite 126 Vielen Dank für diesen Artikel. Hat er mich doch kurz in der alten Zeit mit vielen unvergesslichen Touren und Erlebnissen schwelgen lassen. Wir waren Anfang 20, mein Motorradspezl und ich, als wir unsere letzten Märker zusammenkratzten, um uns unsere Träume (er eine Kawa GPZ 900 R und ich eine Honda VF 1000 R) zu erfüllen. Die GPZ wurde zum Mythos, doch das blaue Band für die höchste Spitzengeschwindigkeit (1984) hättet ihr fairerweise der VF 1000 R zusprechen müssen.

 

Schräge Vögel

MOTORRAD 23/2009, Seite 10 Offener Brief an Harley-Davidson: So, nun habt ihr euch in Milwaukee vom Ballast der Individualmarken Buell und MV befreit, um den Weltmarkt konzentriert mit eurem Kerngeschäft Harley-Davidson zu beackern. Toll! Was bedeutet das denn für uns Biker? Dass jetzt die Individualmarken (Moto Guzzi, Moto Morini, vielleicht sogar KTM) vom Markt verschwinden? Langeweile wird sich breit machen! Denn genau diese schrägen Vögel vom Schlage eines Erik Buell boten keine 1000-Punkte-Test-gewinnenden Perfektions-Fortbewegungsmittel an. Nein, diese Spezialisten bauten Spaßmaschinen für technikbegeisterte Zweiradfreaks! Ich (Anfang 40) habe schon lang keine Lust mehr auf uniformierte Massenkost aus Fernost oder vielleicht sogar aus Berlin. Tschüss Erik und wie ihr auch alle heißen mögt, die uns Motorradfahrer mit außergewöhnlichen, wenn auch nicht immer perfekten Maschinen begeistert habt.

 

Ihre Berichterstattung zum Thema Harley-Davidson und zur Computer-Studie der BMW R 120 CS waren für mich sehr interessant. Die einen sind damit beschäftigt wieder back to the roots ihr Kerngeschäft zu stabilisieren, um in den nächsten Jahren erfolgreich am Markt zu bestehen. Hierfür trennt sich Harley-Davidson von Buell und MV Agusta. Auf der anderen Seite steht BMW, die in den letzten Jahren zwanghaft versuchen, alle Marktsegmente abzudecken, wobei die Fokussierung auf die Kernkundschaft immer unschärfer wird. Hier befinden sich zwei große Motorradmarken im Umbau, und es wird interessant sein, die unterschiedlichen Erfolgsstories in den nächsten Jahren genau zu verfolgen. MOTORRAD 22/2009, Seite 100

 

Angst überwiegt

Für mich haben alle diese Warnwestenträger ein grundlegendes Problem: Wie sollen Spaß und Lust am Motorradfahren überhaupt aufkommen, wenn beim Fahrer die Angst überwiegt und er stocksteif auf dem Moped sitzt? Mit der Warnweste signalisiert er seiner Umwelt: alles aufpassen, ich habe Angst, meine Gedanken konzentrieren sich nur auf die nächste mögliche Gefahrensituation, ich fühle mich auf zwei Rädern unwohl. Als Training empfehle ich zwei Jahre Radfahren in der Großstadt. Dann könnt ihr nicht nur die Gedanken anderer Ver-kehrsteilnehmer lesen, sondern seid so abgehärtet, dass euch kein anderer mit seinen Aktionen mehr schocken kann. Da musste ich ja wirklich mal grinsen: Seit ein paar Jahren kann man eigentlich quer durch alle Kategorien fast nur noch Motorräder, Helme und Bekleidung in Schattierungen zwischen Mattdunkelsilber/Asphaltfarben und Tarnfleck kaufen. Sieht ja vor der Eisdiele sicher cool aus, ist bei der heutigen Verkehrsdichte und Altersstruktur der Autolenker aber nicht ganz ungefährlich. Und plötzlich sind grellgelbe Warnwesten und Jacken mit ähnlichen Applikationen der Renner. Sind jetzt die Verbraucher mal vernünftiger als die Designer? MOTORRAD 22/2009, Seite 7

 

Nichts Geileres

Bitte, bitte lasst das Motorrad nicht zum gemeinen Pkw verkommen. Ich fahre jetzt seit 1978 Moped, und meine jetzige ZX-10R hat, wie alle meine 34 Mopeds vorher, ebenfalls eine ?Brülltüte". Es gibt einfach nichts geileres als den ungetrübten, unverfälschten Klang eines Motorradmotors. In meinen 31 Motorrad-Jahren habe ich noch keinen einzigen Knollen wegen einer Brülltüte bezahlt. Wie das geht? Mit Hirn, Leute. Nicht übertreiben. Lasst noch was drin im Auspuff. Macht es, wo ihr keinen stört. In der Stadt brav mit Standgas. Es muss nicht jeder mithören. Tut es für euch und genießt es, solange es geht. MOTORRAD 23/2009, Seite 38

 

Mich schämen

Wir Motorradfahrer sterben aus. Aber wieso? Nun, MOTORRAD zeigt eine Studie einer BMW R 120 CS mit dem Bild des Vorstands von Kuenheim im Anzug, macht Berichte über Leuchtwesten und in Leserbriefen wird andauernd über den bösen Motorradfahrer mit seiner Brülltüte gerichtet. Sorry, aber glaubt ihr wirklich, dass ihr so unsere Jugend hinter dem Ofen hervorlocken könnt, dass Anzugträger die einzigen Motorradfahrer sind, oder dass eine BMW R 120 CS unbedingt gebaut werden muss? Vermutlich müsste ich mich schämen, denn ich fahre mit Brülltüte, ohne ABS und auf keinen Fall mit Warnweste. Und wisst ihr was? Kinder finden mich cool, weil ich nicht angepasst bin, zwar übersehen, aber nie überhört werden kann, sehr schnell, aber auch gut fahre. MOTORRAD 23/2009, Seite 38

 

Sehnsüchte der Mitt-40er

Aufgrund meines Alters (46) bin ich seit zwei Jahren auf der Suche nach einem Classic-Bike. Viele meiner gleichaltrigen Motorradfreunde wollen ebenfalls zur Fraktion der Genussfahrer wechseln. Alle bisherigen Probefahrten führten jedoch zu keinem Ergebnis. Hauptsächlich deswegen, weil optisch schöne Motorräder wie Moto Guzzi V7 Café Classic oder Triumph Thruxton für einen 1,85 m gro-ßen Mitteleuropäer einfach zu zierlich sind. Als ich Ihren Bericht über die Studie BMW R 120 CS gelesen habe, schöpfte ich neuen Mut. Dieses Motorrad trifft mitten ins Herz. Ich würde dafür sofort meine geliebte Honda VTR 1000 SP-1 verkaufen. In der Hoffnung, dass BMW die Sehnsüchte der Mitt-40er erfüllt. MOTORRAD 22/2009, Seite 10

 

Weg vom PS-Wahn

Irgendwann gab es mal eine VFR 750, viel gelobt, viel gekauft. Dann kam MOTORRAD und jammerte über zu wenig Hubraum und zu wenig Leistung im Vergleich zu 1000er-Tourensportlern. Nun kommt eine (absolut hässliche) 1200er VFR mit absolut überbordender Leistung. Wann wird MOTORRAD nach mehr Leistung und nach mehr Hubraum fragen? Wo bleiben die Rufe nach einer VFR 500 oder 750, leicht, tourentauglich, sportlich, 98-PS-konform, günstig im Unterhalt und damit auch junge Leute ansprechend? Der Weg weg von der Gigantomanie, weg vom PS-Wahn, hin zur Fahrbarkeit und vor allem auch zur Zahlbarkeit muss von euch geebnet werden. Bis es soweit ist, fahre ich meine alte CX 500 E weiter. MOTORRAD 23/2009, Seite 24

 

Absolut nicht sicher

Vergleichen heißt bei Retro-Bikes eigentlich auch alt mit neu und zwar direkt. Als die Guzzi 750 Breva rauskam, die ja technisch mit der V7 Café Classic fast identisch ist, bin ich mit meiner V7 Sport zur Probefahrt hingefahren. Der Unterschied war erstaunlich. Obwohl nominell 22 PS weniger, ging die Breva viel besser als die V7 Sport. Die rannte zwar fast 200 km/h, um dahin zu kommen brauchte sie aber ewig und drei Tage und sicher hab ich mich dabei absolut nicht gefühlt. So gesehen ist der optische Nachfolger im richtigen Revier (Landstraße) nicht nur retro, sondern auch besser! Wenn nur die Breva von Anfang an ausgesehen hätte, wie die V7 Café Classic.

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