Spotlight: Lucy Löckner Aufstieg in die IDM Superbike 2012
Das Jahr 2012 wird zum vorläufigen Karrierehöhepunkt für Lucy Glöckner - sie steigt in die IDM Superbike auf.
Gerade erst hat sie ihren 21. Geburtstag gefeiert - da ist einer jungen Dame nicht unbedingt zuzutrauen, dass sie bereits ihr halbes Leben lang aktiv Motorradsport betreibt. Doch Lucy Glöckner bekam ihr erstes Motorrad bereits im zarten Alter von acht Jahren, einen Eigenbau, den Papa Holger seiner eigenen Rennmaschine nachempfunden hatte: „Mit Verkleidung und allem, was dazugehört, und Simson-Motor“, erinnert sich Lucy. Was ausreichte, sofort bei der Gleichmäßigkeitsfahrt in ihrer Geburtsstadt Zschopau zu starten.
Zschopau ist die Heimat des Motorradherstellers MZ und eine Hochburg des Geländesports - mit beidem verbindet Lucy Glöckner wenig. „Meine Mutter hat mal dort gearbeitet, in der Zeit bot mir MZ ein Motorrad für den MZ Supermoto-Youngster Cup an.“ Doch schnell wurde klar, dass selbst die kurzen Offroad-Passagen einer Supermoto-Rennstrecke nicht das Ding der Lucy Glöckner sind.
Nach drei Jahren im ADAC-Minibike Cup, wo sie es auch mit den heutigen Grand Prix-Fahrern Jonas Folger und Marcel Schrötter zu tun hatte, folgte nach dem Abstecher ins Supermoto-Metier der Einstieg in die 125er-Klasse. Auch GP-Luft schnupperte Lucy Glöckner schon: 2007 überstand sie als einziges Mädchen unter mehr als 1000 Bewerbern aus aller Welt die Selektion für den im MotoGP-Rahmen ausgetragenen Red Bull-Rookies Cup. „Damals habe ich mir zu viel Druck gemacht“, sagt Lucy heute, „man wusste ja, dass da schon mal einer guckt von den großen Teams …“ Die Jahresbilanz: Platz zwölf, viele Stürze, leere Kasse und die Erkenntnis: „Jeder will in die WM, aber das kostet mehr Geld, als wir hatten.“
2009 wechselte Lucy in den Yamaha R6-Dunlop Cup. „Eine Umstellung war das hohe Gewicht und die Bremswirkung des 600er-Viertaktmotors, aber ich habe schnell gelernt, das für mich zu nutzen.“ Im kommenden Jahr 2012, auf dem BMW-Superbike, steht wieder ein Lehrjahr an. „Mit Traktionskontrolle und ABS habe ich mich zwar schon angefreundet. Aber sinnvoll damit umzugehen, muss ich noch lernen.“ Dass sie das schafft, ist für die kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung als Motorrad-Mechatronikerin stehende Lucy Glöckner keine Frage.