Mercedes-AMG neuer Partner von Ducati (mit Video) Zwei Ikonen des Motorsports wollen zusammenarbeiten

Zwei wahre Ikonen des Motorsports finden zusammen: Mercedes-AMG ist ab sofort neuer Sponsor von Ducati. Zunächst wollen die beiden Hersteller beim Marketing zusammenarbeiten - doch denkbar ist noch mehr.


Anzeige

Der erste gemeinsame Auftritt fand in Kalifornien statt. Auf der "Los Angeles Auto Show" Mitte November fuhr Werkspilot Nicky Hayden die neue Ducati Diavel mitten auf den Mercedes-Stand neben den ebenfalls neuen AMG CLS 6.3 - und eröffnete damit eine deutsch-italienische Zusammenarbeit: Der schwäbische Autobauer Mercedes-AMG wird offizieller Partner von Ducati im MotoGP.

Anzeige
Foto: Ducati

Für aufmerksame Beobachter kommt das nicht ganz überraschend. Schon während der World Ducati Week (WDW) Mitte Juni in Misano war AMG präsent und hatte Teilnehmern des Motorradtreffens eine Probefahrt im exklusiven Sportwagen ermöglicht. Nun wird daraus ein offizieller Vertrag, der sich neben dem MotoGP zunächst auf gemeinsame Marketing-Aktivitäten erstreckt. So sollen bei gemeinsamen Rennsportveranstaltungen künftig Motorräder und Autos beider Marken für Testfahrten zur Verfügung stehen. Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit werden geprüft.

Die italienischen Medien spekulieren bereits über gemeinschaftlich produzierte Fahrzeuge oder einen Aktientausch, und auch Ducati schielt wohl mit mindestens einem Auge auf die technischen Möglichkeiten bei AMG. Die Firma, 1967 als Tunerbetrieb gegründet und 1999 von Daimler übernommen, firmiert heute als eigenständiger Hersteller. Die Schwaben aus Affalterbach bei Stuttgart machen zum einen aus Serienfahrzeugen von Mercedes edle Luxusgefährte, indem sie den Motor ebenso verbessern wie Fahrwerk, Aerodynamik oder Elektronik; zum anderen entwickeln und bauen sie auch eigene Motoren und Autos. Dabei setzt AMG hochmoderne Technik ein, von der eine eher kleine Motorradmarke nur träumen kann. Kein Wunder also, dass die Begeisterung im Ducati-Werk in Bologna hoch wogt. Fakt ist aber auch, dass AMG bereits seit einiger Zeit Kontakt zur Motorradszene sucht - wie weitere Automarken, die offenbar keinesfalls einen Zweiradtrend verpassen wollen, der durch Elektromobilität entstehen könnte.

Was es allerdings heißen kann, mit einem deutschen statt wie bisher mit dem italienischen Auto-Partner Alfa Romeo zu arbeiten, erfuhr Ducati bereits in Los Angeles. Obwohl Nicky Hayden die Diavel bei der Pressekonferenz gerade mal drei Meter weit über den Mercedes-Stand bewegte, ließen ihn die deutschen Techniker morgens um sieben Uhr zu einer Probefahrt antreten, streng nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - selbst wenn es sich beim Fahrer um einen Ex-Weltmeister handelt.

Hier geht's zum offiziellen Video von Ducati und Mercedes-AMG:


Interview mit dem Ducati-Präsident

Ducati-Präsident Gabriele del Torchio, 59, über Fakten und Chancen des neuen Partnervertrags mit Mercedes-AMG.

? Was ist zwischen Ducati und AMG vereinbart? Und was haben die beiden Firmen von der Partnerschaft?

! Zunächst mal ist AMG für die Saison 2011 und 2012 unser Sponsor und stellt den Fuhrpark für unsere Rennsportabteilung, einschließlich der Trucks. Durch die vereinbarten gemeinsamen Marketing-Aktivitäten können wir beide neue Kunden gewinnen. Ducati hat außerdem die Möglichkeit, auf neuen Märkten Fuß zu fassen, etwa in China, wo Mercedes bereits gut etabliert ist. AMG andererseits stärkt sein Image als dynamischer und sportlicher Hersteller. Ich sehe das so: Aus der Partnerschaft zwischen einer italienischen Ikone wie Ducati und einer deutschen wie Mercedes-AMG ergibt sich eine neue, fruchtbare Art der Zusammenarbeit, wie sie einem modernen Europa gut ansteht. Nur an nationale Märkte zu denken, ergibt heute keinen Sinn mehr.

? Wie sieht es mit einer technischen Zusammenarbeit der beiden Partner aus?

! Dafür ist es noch zu früh, auch wenn sich das Ganze sehr gut anlässt. Wir tauschen bereits Ideen und Zukunftsvisionen aus. Aber wir müssen uns erst besser kennenlernen, dann wird sich zeigen, ob sich mehr ergibt.

? Die Deutschen gelten in Italien als präzise, aber auch als wenig flexibel. Macht Ihnen die Zusammenarbeit unter diesem Aspekt ein bisschen Angst?

! Nein, absolut nicht. Ich sehe da wenig Gegensätze, denn Ducati ist eine produktorientierte Firma, die Rationales mit Emotionen verbindet - genau wie AMG. Und eventuelle Mentalitätsunterschiede sind kein Hindernis, sondern ein Vorteil, denn sie erweitern auf beiden Seiten den Horizont.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote