MOTORRAD-Aktion Ride Now! (2) Jugend forsch

Foto: Gargolov
Schon bald bleiben die Füße auf den Rasten.
Schon bald bleiben die Füße auf den Rasten.
Nach einer ersten Einweisung und ein paar Balanceübungen zum Auftakt durfte jeder selbst fahren, jeder. Egal ob Führerschein oder nicht, egal ob schon Zweiraderfahrung oder nicht, egal ob Muffensausen oder nicht. Ohnehin: Die fünf Instruktoren sorgten schon dafür, dass Berührungsängste erst gar nicht aufkommen konnten, kümmerten sich eine halbe Stunde lang persönlich um jeden Teilnehmer. Das heißt: Sie joggten tapfer neben ihren anfangs noch füßelnden Schützlingen, stets bereit Hand an zu legen, Tipps zu geben, zu ermutigen: „jetzt den zweiten Fuß auf die Raste, das klappt schon“. Klappte tatsächlich, und zwar ohne jeden Zwischenfall. Wenn eine der BMWs auf der Seite lag, dann weil sie mit Absicht umgelegt wurde. Zum Aufheben üben, falls doch mal was schief geht. Wer das Fahren schon auf einer 125er gelernt hatte, konnte ausprobieren, wie eine 650er BMW sich so gibt, im Slalom, beim Zielbremsen, vielleicht sogar bis zum Regelbereich des ABS vorfühlen. Wer hingegen noch absolut keinen Schimmer vom Motorrad hatte, durfte sich ohne Hast an den Kupplungsschleifpunkt herantasten. Nachdem ihm zuvor erklärt wurde, wo sich am Motorrad Kupplung, Bremse, Gas überhaupt befinden. Ihm oder ihr. Von den Teilnehmern in Stuttgart waren nämlich fast die Hälfte nicht männlich.
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Foto: Gargolov
Gehört auf dazu: Heb auf, now!
Gehört auf dazu: Heb auf, now!
Geschlechter- und Generationen übergreifend fiel ihr Urteil zur Aktion aus. Stellvertretend für alle sei erwähnt, was Claudia Schlüter hervorbrachte, als sie den Helm nach ihren ersten Runden auf dem Motorrad wieder vom Kopf nahm: „Das ist klasse hier. So einen Anzug und einen Helm lasse ich mir zum nächsten Geburtstag schenken, für die Fahrschule melde ich mich sofort an, und dann erfülle ich mir den Traum, mit dem Motorrad über die Alpen zu fahren. Jetzt weiß ich, dass ich das tatsächlich machen kann.“ Claudias nächster Geburtstag wird übrigens ihr fünfzigster sein. Trotzdem gibt ihr Résumé in etwa das wieder, was auch den anderen Jugendlichen im Gesicht stand. Ausnahme Daniela Hermann aus Gschwend. Die Zwanzigjährige hatte neben den ersten erfolgreichen Selbstfahrversuchen nämlich noch einen weiteren ganz besonderen Grund zur Freude. Auf jeder Ride-Now!-Veranstaltung beschert das Losglück einem der Teilnehmer wahlweise Führerschein oder Fahrerausstattung im Wert von 1500 Euro. Daniela Hermann entschied sich für den Führerschein. Die Klamotte hat sie als TL-1000-Sozia ihres Freundes nämlich schon. „Da“, sagt der, „sitzt sie aber nicht so gerne hinten drauf.“ Na ja, muss sie bald vielleicht auch nicht mehr.

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