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Ob das Ghost Rider Bike eines der imposantesten Exponate ist? Klicken Sie sich durch die Fotoshow, danach können Sie selbst entscheiden.

Motorcyclepedia-Museum in Newburgh/USA Das skurrilste Motorrad-Museum der Welt

Das Motorcyclepedia-Museum in Newburgh im US-Bundesstaat New York ist an skurrilen Maschinen nicht zu überbieten. Hier stehen die meisten Film-Motorräder im Original, Prototypen, Einzelstücke und verrückte Artefakte.

Die Mädels und Jungs des Reifenherstellers Pirelli hatten sich anlässlich der Präsentation ihres neuen Scorpion Trail II in New York City etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie zeigten MOTORRAD einen Ort, der für Dauergänsehaut sorgt und mit Motorradreifen durchaus zu tun hat: Nur eine Stunde entfernt von New York City liegt in der Kleinstadt Newburgh ein riesiger ehemaliger Baumarkt. Er beherbert keine Konsumgüter mehr, sondern Zweirad-Schätze: Motorräder und themenverwandte Artefakte, die weltweit ihresgleichen suchen. Niemand, der Benzin im Blut hat, sollte nach New York reisen, ohne dem gewalti­gen, im attraktiven Hudson Valley gelegenen Motorcyclepedia-Museum einen Besuch abgestattet zu haben.

Auf 7900 Quadratmetern stehen 450 Motorräder. Damit zählt das 2011 gegründete Motorcycle­pedia zu den größten Museen der Welt. Die ausgestellten Marken lassen Kenner auf­horchen und Interessenten staunen: Pope, Thor, Ace, Cleveland, Reading Standard, Flying Merkel, De Dion-Bouton, Constantin et Cabannes, Lamaudière, Marsh Metz, Wagner, Pierce, Orient, Pennington, FN, Flanders, Columbia, Copeland, Steffey, Thomas, Wanderer, Emblem, Monarch und viele mehr. Dazu eine sehr vollständige Kollektion aller jemals gebauten Indians, der meisten Harley-Modelle inklusive Militärkrädern, Polizei- und Spezialbikes für Schiene und Schnee. 

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Motorräder aus Hollywood-Filmen

Faszination erzeugen vor allem jene Maschinen, die in Hollywood-Filmen mitspielten. Wie das futuristische Bike aus „Tron Legacy“, die martialische Maschine aus „Ghost Rider“ oder die Chopper von Peter Fonda und Dennis Hopper aus „Easy Rider“. Der Initiator und Gründer des Museums, Gerald A. Doering, war im Eröffnungsjahr 2011 bereits 84 Jahre alt. Sein Sohn Ted ­Doering war 62, als die beiden die Sammlung erstmals präsentieren konnten. Ihr ganzes Leben haben sie Motorräder gesucht, gefunden oder selbst gebaut. Die Grenze von der Sammelleidenschaft zur Obsession haben sie übertreten.

Während Gerald, der bereits 1947 ­seine erste Indian kaufte, vor allem auf his­to­rische Maschinen steht, gehört die Liebe seines Sohnes den verrückten Choppern aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Gerne komplett künstlerisch umgestaltet, sodass irgendwann Optik über Fahrbarkeit siegte. Die beiden Geschmacksrichtungen können nebeneinander bestehen, weil es in dieser Sammlung einfach alles gibt, weil die Initiatoren, die mittlerweile vom Land und der Gemeinde unterstützt werden, „anders sein wollen“.

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Mindestens einen Tag einplanen

Der alte Doering ist besonders stolz auf eine elegant ­designte Pierce von 1910, die einen Vierzylinder-Reihenmotor längs eingebaut trägt. Geralds Mission: all die längst einge­gan­ge­nen, heute in völlige Vergessenheit gerate­nen kleinen US-Marken aus der Gründerzeit des Motorrads wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu holen. Oder Motorräder, um die sich besondere Geschichten ranken: eine Harley, die beim Kennedy-Attentat dabei war, eine Maschine, die Charles Lindbergh gehörte.

Das Motorcyclepedia zeigt auch Maschinen euro­päischer oder japanischer Produktion. Motorrad-Enthu­siasten sollten mindestens einen Tag einplanen, das Museum bietet für jeden ­Geschmack Reize und als weitere Highlights sogar das originale Büro von ­Steve McQueen, einige seiner Maschinen und zwei komplette „Wall of Death“-Holzkessel. Darüber hinaus Pos­ter, Platten, Gemälde, ­Fotos und Kleidung aus mehr als einem Jahrhundert Motorradgeschichte.

Foto: Pirelli
... gripstarkem Asphalt, achterbahnähnlichen Kurvensträßchen und Panoramablicken.
... gripstarkem Asphalt, achterbahnähnlichen Kurvensträßchen und Panoramablicken.

Museumsbesuch und grandiose Tour verbinden

Das Hudson Valley im New York State bietet Gelegenheit für eine schöne Toure. Versüßt werden diese vier Stunden mit ...
Das Hudson Valley im New York State bietet Gelegenheit für eine schöne Toure. Versüßt werden diese vier Stunden mit ...

Wer hätte gedacht, dass sich ein Besuch des Motorcyclepedia-Museums in Newburgh auch noch mit einer grandiosen Motorrad-Tour kombinieren lässt? Die Runde durch die Bear Mountains, Hudson Highlands und weitere Hügel der Gegend rechts und links vom Hudson River bringt jede Menge Fahrfreude und Landschaftserlebnisse. Auf verkehrsarmen, kurvigen Sträßchen surft man bis hoch in die Steilküste am Rand des Flusses. Diese bietet Passagen, in denen man seinen Augen nicht trauen mag, so spektakulär ist die Straße in die Uferlandschaft gefräst. Den Vergleich mit der Amalfi-Küste oder den berühmten Küstenstraßen in Südafrika kann die Hudson Coast Road zumindest in Teilen locker bestehen. Wer also nach dem spektakulären Museumsbesuch noch Zeit, Energie und Geld übrig hat, sollte bei Hudson Valley Motorcycles (www.hudsonvalleymotorcycles.com) in Ossining nach einem Leihbike fragen oder direkt ab New York City eines bei Eagle Rider (www.eaglerider.com) mieten.

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