Erschienen in: 12/ 2015 MOTORRAD CLASSIC

Rückblick auf das Klassiker-Treffen Sinsheim 2015

Volle Hütte

Das Klassikertreffen in Sinsheim rief, und alle kamen. Denn bei idealen Voraussetzungen und allerbestem Wetter hatten auch die pingeligsten Klassik-Liebhaber und ausgewiesene Schönwetterfahrer keine Ausrede mehr. So pilgerten 2015 mehr denn je zum Auto & Technik Museum in Sinsheim.

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Das Klassikertreffen in Sinsheim rief, und alle kamen. Denn bei idealen Voraussetzungen und ...

Bildergalerie: Rückblick auf das Klassiker-Treffen Sinsheim 2015.   30 Bilder

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aus MOTORRAD CLASSIC 12/2015
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Einkaufen mit der besten Ehefrau von allen? Die Läden haben zu. Die Baumärkte auch. Logisch, es ist der 3. Oktober – Feiertag. Aber auch der Tag des Klassikertreffens in Sinsheim. Es gibt also keinen Grund, keine Ausrede, seinen gehegten Klassiker nicht auf den Hänger zu laden oder gar auf Achse anzureisen, zumal sich das Wetter von seiner perfekten Seite zeigt und strahlend blauen Himmel nebst angenehmen Temperaturen bietet. Wenn nicht an so einem Tag, wann dann. So sahen es wohl viele Klassiker-Fans in diesem Jahr, zusätzlich zu ­denen, die sowieso jedes Jahr und bei ­jedem Wetter kommen. Dies deutete sich bereits am Tag davor, also dem Freitag der traditionellen Ausfahrt an.

Zahlreiche gut gelaunte Teilnehmer tummelten sich schon früh auf dem Gelände und freuten sich auf eine wie immer vom MOC Steinsberg sorgfältig ausgearbeitete und souverän von deren Tourguides geleitete Tour. Der Odenwald beginnt praktisch vor der Haustür des Museums in Sinsheim, was also lag näher, als eine Route über kleinste Sträßchen durch die idyllische Landschaft des Motor­rad-Mekkas der Rhein-Neckar-Region unter die Räder zu nehmen. Toll ausgesucht auch der Waldgasthof Reussenkreuz – wie der Name schon sagt, mitten im Wald gelegen – für die Mittagsrast.

Anreise hat sich in jedem Fall gelohnt

Schon nach der Rückkehr zum Museum am späten Nachmittag stand für die meisten fest: Die Anreise hat sich in jedem Fall gelohnt. Diese Ansicht konnten alle Teilnehmer beim geselligen Beisammensein am Abend in der Haifischbar des Hotels Sinsheim in launigen Gesprächen mit ­alten oder neuen Bekannten vertiefen. Auch am Samstag lockte die Sonne viele früh aus den Federn, und der MOTORRAD Classic-Fotograf hatte pünktlich ab 8 Uhr alle Hände voll zu tun, die vielen Foto-willigen auf der Bühne abzulichten. Und weil auch viele Tagesbesucher sich im Laufe des Vormittags in den Sattel geschwungen hatten, füllten sich ab spätestens 11 Uhr die Parkplätze auf und vor dem Gelände bis an die Grenzen der ­Kapazität. So soll es sein.

Während man durch die Gassen schlenderte, konnte man alle paar Meter ein neues Highlight entdecken und sich fragen, wo sich all diese Schätze wohl das restliche Jahr über verstecken. Von alten Indians, Velocettes und DKW RT-Modellen über die Zweitakt-Renner aus den späten 1960ern und 1970ern von Kawasaki, Suzuki und Yamaha bis zu Youngtimern vom Schlage der Honda RC 30- und Yamaha FZ 750-Renner oder eines exotischen Norton Wankel-Exemplars reichte die Palette. Sogar kommende Klassiker wie etwa die Ducati MH 900e schauten vorbei, um schon mal Oldtimer-Luft zu schnuppern.

Kein Kandidat in der Kategorie bis Baujahr 1932

Prima Stimmung herrschte auch auf der Bühne, auf der wie immer MOTORRAD-Kollege und Classic-Fan Klaus Herder moderierte und in Ehrengast Karl Maier, dem viermaligen Langbahn-Weltmeister, beinahe seinen Meister fand, was die Mikrofon-Präsenz und den Redefluss betrifft. Und wenn man dem Maier Karl das Mikrofon dann doch irgendwann mal wegnahm, produzierte er mit seiner mitgebrachten Wettbewerbs-Maschine halt den einen oder anderen lautstarken Burnout. Richtig lautstark äußerte sich aber auch so manche Teilnehmermaschine auf der Bühne, wo das wandelnde Motorrad-Geschichtsbuch Karl Reese und VFV-Experte Manfred Zieger die Bikes fachkundig kommentierten. Preise wurden wie immer in zahlreichen Kategorien (nach Gattung und Baujahr) vergeben, wobei die ganz alten Exemplare in diesem Jahr eher rar waren und in der Kategorie bis Baujahr 1932 gar kein Kandidat angetreten war. 

Wer sich am Bühnenprogramm satt gesehen hatte und statt Information lieber noch mehr Spektakel wollte, durfte sich beim stets gut gelaunten Henny Kroeze von dessen Steilwandshow begeistern lassen. Was der Holländer, solo oder zusammen mit seiner Tochter, auf den alten Indians in seiner Show an Kunststücken abfeuert, sollte sich kein Besucher in Sinsheim entgehen lassen. Also schon ein weiterer Grund, im nächsten Jahr unbedingt in Sinsheim dabei zu sein. Selbst wenn die Supermärkte und Baumärkte an diesem Klassikertreffen-Samstag dann geöffnet haben sollten.

05.11.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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